interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Fazit

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

28.09.2015

Da ich nun meinen Freiwilligendienst beendet habe, stellt sich mir die Frage: Hat es sich gelohnt? Waren die elf Monate, die ich im Krankenhaus gearbeitet habe, sinnvoll?

Eigentlich wollte ich gar kein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. Anfangs habe ich wirklich gedacht, ich würde ein Jahr vergeuden, wenn ich mich im gesundheitlichen Bereich sozial engagiere, wo ich doch sowieso Medizin studieren möchte. Und immerhin habe ich ein gutes Abitur gemacht, es sollte mir also doch gegönnt sein, direkt ins Studium einzusteigen.

Diese jugendliche Arroganz wurde glücklicherweise bestraft. Ich erhielt keinen Studienplatz beziehungsweise keinen an einem guten Standort und wurde so eines Besseren belehrt. Ein Freiwilligendienst macht keinen Sinn? Von wegen! Es ist weniger das, was ich medizinisch gelernt habe, was mich davon überzeugt, dass es absolut gewinnbringend ist, einen solchen Dienst zu leisten. Viel mehr zählt für mich meine persönliche Entwicklung. Ich kann jetzt viel besser mit Menschen umgehen, bin selbstbewusster geworden, kann verschiedene Situationen viel besser einschätzen und finde, auch wenn es schwer ist, oft die richtigen Worte. Ich habe gelernt, Trauer zu verarbeiten, habe verstanden, was es heißt, andere Menschen zu ermutigen, zu motivieren, sie zu trösten und sie aufzuheitern. Ich habe außerdem Demut gelernt und was es bedeutet Berufsanfänger zu sein, aber dennoch alles zu geben. Und am Ende habe ich mich als wichtigen Teil meiner Station gesehen und wurde auch als solcher behandelt.

Darüber hinaus hat sich der Freiwilligendienst auch aufgrund der Seminare für mich gelohnt. Was habe ich für tolle Menschen kennenlernen dürfen! Es war wunderbar, vier Mal in diesem Jahr für eine Woche wegzufahren, zusammenzurücken und einander zu begegnen. Ich habe Freunde gefunden während dieser Seminare, aber auch während meiner Arbeit im Krankenhaus. Ich hatte Zeit, mich auf mich selbst zu besinnen, mir Gedanken über meine Zukunft zu machen, Hobbys nachzugehen und mal mein eigenes Geld zu verdienen.Kurzum: Es war ein tolles Jahr voller Höhen und Tiefen. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe!

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