interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Abschlussseminar

Autor:
Katha

Rubrik:
orientieren

08.10.2015

Um nahtlos beim letzten Eintrag anzuknüpfen, will ich kurz berichten, was die Seminare, für Freiwillige bei meinem Träger so besonders macht. Ich habe schon ein paar Mal erwähnt, dass ich mit meiner Entsendeorganisation wahrscheinlich sehr viel Glück hatte, vor allem weil sie sehr motivierende Seminare anbietet, die mich auf eine ungewöhnliche Art und Weise hervorragend auf das Jahr im Ausland vorbereitet haben.

Dieser letzte Halbsatz ist vielleicht nicht ganz unwichtig, denn wer sich mit frühem Aufstehen, Workshops bei 15 Grad und viel Sport im Freien überhaupt nicht anfreunden kann, wäre auf diesen Seminaren gänzlich falsch gewesen. Üblicherweise sind wir (ungefähr 35 Personen) um sieben Uhr morgens aufgestanden, haben uns draußen zum Wachwerden versammelt und erst einmal Fangen, „Hase und Igel“ oder sonst irgendein lustiges Spiel gespielt. Danach ging es rein zum gemütlichen Frühstück im ungeheizten Haus und anschließend wieder raus für verschiedene Workshops. Nach dem selbstverständlich selbstgekochten Mittagessen hatten wir Zeit, unsere Kreativität auszuleben. Da ich in einer Gruppe war, die nichts gegen körperliche Anstrengung oder Dreck hatte, war ziemlich schnell klar, dass wir rangeln wollen. Und zwar genau so, wie man es von den gelegentlichen Auseinandersetzungen mit den Geschwistern von früher kennt. Sieger des Rangelturniers war jeder, der am Ende ein paar blaue Flecken und mindestens eine dreckverschmierte Hose vorzuweisen hatte. Abends gab es zum Ausgleich dann noch eine Runde „Werwolf“ zum Nachdenken, Analysieren und Taktieren. Denn nach zwei Seminaren mit jeweils acht Tagen sind wirklich alle Seminarteilnehmer geübte Spieler, die wissen, wie man sich als Werwolf Freunde macht.

Selbstverständlich fand der ganze Spaß in einem Haus ohne Handynetz und Internet statt. Dabei stellten wir konsensfähig fest, dass eine Woche Selbstversorger zu spielen und mit den Produkten der Bauern vor Ort auskommen zu müssen, eine ebenso interessante wie überraschend leichte Herausforderung ist.

Und genau dieser Konsens, das Gefühl eine Herausforderung gemeinschaftlich zu meistern, gab den Seminaren bei unserem erlebnispädagogischen Träger eine unglaublich motivierende Atmosphäre, die wir alle nach Frankreich mitnehmen konnten.

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