interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Tapetenwechsel

Autor:
Franziska

Rubrik:
orientieren

04.12.2015

In den vergangenen Wochen haben meine Eltern und ich in unserem Haus renoviert. Wir haben Laminat verlegt, uns über Dachschrägen und Tapetenkleister geärgert, Kartons gepackt und Möbel geschleppt. Mit dem Ergebnis, dass nach getaner Arbeit endlich alles so ist, wie wir es uns vorgestellt haben.

Mein neues Reich befindet sich jetzt im Dachgeschoss und nicht mehr in der mittleren Etage. Dort habe ich viel mehr Platz als in meinem alten Zimmer und sogar ein eignes Bad für mich. Den größeren der beiden Räume habe ich in Wohn-, Ess- und Arbeitsbereich unterteilt, im kleineren Zimmer steht mein Bett sowie der Kleiderschrank. Zwar habe ich keine eigene Küche, aber dafür eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher und einen Toaster. Außerdem möchte ich mir noch einen kleinen Kühlschrank zulegen. So muss ich nicht wegen jeder Kleinigkeit, die ich essen oder trinken möchte, zwei Stockwerke runter und wieder hoch laufen. Es ist auf jeden Fall sehr praktisch, dass ich jetzt mehrere Freunde gleichzeitig einladen kann, ohne in Platznot zu geraten. Und auch auf meinen eigenen, kleinen Tannenbaum, den ich mir dieses Jahr ins Wohnzimmer stellen und selbst schmücken werde, freue ich mich schon. Ganz oben im Haus zu wohnen hat außerdem den Vorteil, dass vor meiner Zimmertür kein Durchgangsverkehr mehr herrscht und ich somit viel Ruhe habe, was nach einem anstrengenden Arbeitstag ganz angenehm ist.

Trotzdem fand ich es schon ein bisschen komisch, mein altes Kinder- und Jugendzimmer auszuräumen. Ich habe viele längst verloren geglaubte Gegenstände wieder gefunden, wie zum Beispiel Freundesbücher aus der Grundschule und den Ordner, in dem ich früher leidenschaftlich Diddl-Blätter gesammelt habe. Alles könne man nicht aufheben, sagt meine Mutter, und damit hat sie auch Recht. Also habe ich mich zwar von einigen Dingen trennen müssen, aber dafür nun wesentlich mehr Ordnung in meinen Schränken und Platz für neue Dinge.

Ganz alleine wohne ich nach unserem kleinen Umbau aber nicht – und das ist auch gut so. Trotz aller Vorteile, die mir dieser Tapetenwechsel beschert hat, bin ich froh, dass meine Eltern noch immer zu jeder Zeit maximal 26 Treppenstufen entfernt sind. So können sie mir nach wir vor zur Seite stehen, wenn der Fernseher mal wieder nicht funktioniert oder es gilt, eine riesengroße Spinne zu entfernen.

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