interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Zweite Seminarfahrt

Autor:
Franziska

Rubrik:
orientieren

04.02.2016

Mitte Januar ging es für uns Freiwillige aus Kultur und Politik in Rheinland-Pfalz wieder auf Seminarfahrt, diesmal in ein kleines Städtchen im Wetteraukreis. Die Stimmung war von Anfang an gut, weil es schön war, all die anderen nach drei Monaten wiederzusehen. Den ersten Tag widmeten wir unseren persönlichen Erfahrungen. Viele erzählten von der Planung ihrer eigenständigen Projekte und dem Alltag in der Einsatzstelle.

Am zweiten Tag ging es dann mit den Workshops los, die wir bereits ein paar Wochen vorher wählen konnten. Zur Auswahl standen unter anderem Songwriting, Tanz, Fotografie und Theater. Da ich gerne schreibe, habe ich mich für den Poetry Slam-Workshop entschieden. Unser Referent, ein deutscher Poetry Slam-Künstler, ging die Sache zum Glück relativ locker an, sodass die folgenden drei Tage sehr abwechslungsreich wurden. Um warm zu werden, dachten wir uns Ein-Wort-Geschichten aus, bei denen jeder reihum nur ein Wort anhängen darf. Wir versuchten zu beatboxen und schrieben Haikus (eine traditionelle japanische Gedichtform, die als die kürzeste der Welt gilt) mit möglichst abstrusen Reimen, die mir nicht nur einmal Bauchschmerzen vor Lachen beschert haben. Außerdem schauten wir uns einige Videos von verschiedenen Poeten an, bei denen wir uns in Sachen Gestikulation und Stimme etwas abschauen konnten. Und natürlich schrieben wir auch selbst Texte und gaben uns gegenseitig Feedback dazu. Es ist zwar nicht ganz einfach, einen Text innerhalb von nur wenigen Stunden zu verfassen, aber in dem Workshop ging es weniger um den perfekten Schreibstil, sondern viel mehr um die Botschaft unserer Texte und wie wir diese vermitteln können.

Am letzten Abend stand dann die Abschlussfeier samt Workshop-Präsentationen auf dem Programm. Wir selbst veranstalten, wie könnte es auch anders sein, eine kleine Poetry-Slam-Show. Es kostete zwar ein bisschen Überwindung, meine eigenen Texte vor über hundert Menschen vorzutragen, aber für den Applaus und die positiven Reaktionen hinterher hat es sich gelohnt. Und auch der restliche Abend bewies die Kreativität meiner Mit-Freiwilligen: Der Musik-Workshop präsentierte eigene Lieder, die Theatergruppe ein selbstgeschriebenes Stück, die Tänzer eine einstudierte Choreographie und vieles mehr.

Viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, außer, dass diese fünf Tage viel zu schnell vorbeigingen. Auf die nächste Seminarwoche im April freue ich mich schon besonders. Wir fahren nämlich in die Kulturhauptstadt 2016: San Sebastian in Spanien.

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