interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Autor:
Franziska

Rubrik:
orientieren

20.04.2016

Obwohl ich selbst noch nicht studiere, merke ich, dass die Semesterferien vorbei sind. Das liegt daran, dass viele meiner Freunde aus der Heimat jetzt wieder zurück in ihre Studienstädte gefahren sind. Die Zeiten, in denen die meisten meiner Freunde eine Straße oder maximal einen Ortsteil entfernt gewohnt haben, sind nämlich vorbei. Stattdessen hat sich meine Clique aus der Schule komplett zerstreut. Die eine studiert in Würzburg, die nächste in Bonn, die dritte in Darmstadt und eine sogar in Dublin. Anfangs war es eine riesige Umstellung für mich, die Menschen, die ich sonst täglich in der Schule und jedes Wochenende getroffen habe, plötzlich nicht mehr regelmäßig sehen zu können. Trotzdem haben die Umzüge und die damit verbundene Entfernung unserer Freundschaft keinen Abbruch getan. Fernbusse und BahnCard machen Wochenendtrips zu den meisten meiner Freunde sogar bezahlbar, was außerdem den Vorteil hat, dass ich im vergangenen Jahr einige neue Städte kennengelernt habe. Und dann gibt es ja schließlich auch noch die Semesterferien, in denen wir wieder zusammenkommen.

Dass Fernfreundschaften bestens klappen können, wusste ich allerdings schon vorher. Meine Brieffreundin, die ich vor fast sieben Jahren kennengelernt habe, zählt mittlerweile zu meinen engsten Freunden. Wir besuchen uns regelmäßig, telefonieren häufig und schreiben uns fast täglich über soziale Netzwerke. Und auch mit den meisten meiner Freunde aus den USA, die ich während eines Schüleraustauschs kennen gelernt habe, konnte ich bis heute Kontakt halten – trotz Zeitumstellung und einem Ozean, der zwischen uns liegt.

Das Sprichwort „Aus den Augen, aus dem Sinn“ hat sich bei mir also bisher nicht bewahrheitet und ich hoffe, dass es dabei bleibt. Man muss nicht in der Nähe wohnen, um eng befreundet zu sein. Trotzdem vermisse ich es natürlich manchmal, mich jederzeit einfach aufs Fahrrad setzen zu können und innerhalb weniger Minuten bei meiner besten Freundin zu sein. Telefonieren und Schreiben ist zwar ein tröstlicher Ersatz für die, aber definitiv nicht das gleiche, wie ein persönliches Gespräch oder eine Umarmung.

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