interaktiv

Mein freiwilliges Jahr

Raus aus dem Nest

Autor:
Franziska

Rubrik:
orientieren

05.10.2016

Früher habe ich mir den Auszug von zu Hause immer als kleine Revolution vorgestellt. Endlich würde ich mein eigener Chef sein und tun und lassen, was ich will. Niemand würde mich mehr ermahnen, den Kühlschrank nicht zu lange aufzulassen oder endlich mal mein Zimmer aufzuräumen. Nun habe ich das sichere Nest bei meinen Eltern endgültig verlassen. Das bedeutet, dass ich nun auf eigenen Beinen stehen und Aufgaben meistern muss, die bisher für mich erledigt wurden. Ich muss selbst einkaufen gehen und darauf achten, dass etwas Essbares im Kühlschrank ist. Ich muss dafür sorgen, dass die Wohnung sauber ist und dass ich mit meinem Geld bis zum Monatsende auskomme. Zwar wohne ich jetzt erst seit kurzer Zeit in Marburg, aber bisher ist es trotz aller neuen Herausforderungen ein schönes Gefühl, diesen Schritt gemacht zu haben.
Mein Start in Marburg war zum Glück viel leichter als anfangs befürchtet. Direkt an meinem ersten Tag in der WG stellte mir mein Mitbewohner ein paar seiner Freunde vor und wir verbrachten den Abend zusammen. Für die nächsten Tage wurde ich von ihnen direkt zum Grillen und zu einem Spieleabend eingeladen. Außerdem hat sich mein Mitbewohner die Zeit genommen, mir die Innenstadt, Universität, Mensa und Bibliothek zu zeigen und sämtliche meiner Fragen zu beantworten. Durch meine WG habe ich also direkt neue Leute kennengelernt, worüber ich sehr froh bin.
Ob der Umzug jetzt wirklich einer kleinen Revolution gleichkommt, kann ich noch nicht beurteilen. Jetzt gilt es erst einmal, meine neu gewonnenen Freiräume zu genießen – und den Haushalt irgendwie zu bewältigen.

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