interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

„Privilegien und Machtdifferenzen“

Autor:
Lydia

Rubrik:
orientieren

08.01.2018

Nun sind schon vier Monate meiner Freiwilligenzeit um. Vor Weihnachten fand die dritte Seminarwoche statt. Schon in der Vorbereitungsmail wurde das Thema „Privilegien und Machtdifferenzen“ angekündigt. In der Herberge angekommen, konnte sich jeder einen Workshop aussuchen, in dem es um Privilegien ging. Zur Auswahl standen Rap, zwei Theatergruppen, eine Fotowerkstatt sowie eine Schreibgruppe. Obwohl ich anfangs zögerte, schloss ich mich schließlich der Schreibgruppe an. Ich schreibe sehr gerne und habe auch viele Ideen, bin aber auch sehr selbstkritisch. Ich traue mir auch nicht wirklich zu, über Politik zu schreiben. Dennoch trug ich mich dafür ein. Unsere Gruppenleiterin versicherte uns, dass nichts nach außen dringen würde, was in diesem Raum besprochen würde. Wir konnten auch jederzeit entscheiden, ob wir Übungen mitmachen und unsere Texte veröffentlichen wollten oder nicht. Das war auch genau richtig, denn Schreiben ist emotional und man gibt viel von sich preis.
Nach und nach befassten wir uns mehr mit dem Thema Privilegien. Wann ist man privilegiert und was bedeutet das überhaupt? Am Ende der Woche präsentierte jede Gruppe ihr Ergebnis. Von Galerien bis zu Musikvideos oder Flashmobs war alles dabei. Meine Gruppe hat eine Galerie mit unseren Texten umgesetzt. Außerdem haben wir einige Werke vorgelesen. Wir präsentierten unsere Werke nicht nur vor unseren FSJ-Kollegen, sondern auch vor dem Vorstand der Herberge sowie dem Vorstand unseres Trägers – ein größeres Projekt als angenommen. Das hat mich wahnsinnig stolz gemacht. Worte, die ich verfasst habe, haben andere bewegt. Kurz gesagt: Es war faszinierend. Unsere Gruppenleiterin betonte, dass wir und unsere Texte wichtig sind. Wir sind es wert, mit unseren Texten Raum einzunehmen. Und genau das zählt auch zu den Privilegien. Ich kann mich sehr glücklich schätzen so privilegiert zu sein.
Neben der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wurden wir in unserem Selbstbewusstsein bestärkt. Deshalb finde ich dieses Seminar absolut gelungen. Ich bin schon gespannt auf das nächste. Jetzt freue ich mich aber erstmal wieder auf die Arbeit im Krankenhaus!

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