interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Wenn es eher eckig statt rund läuft

Autor:
Lydia

Rubrik:
orientieren

09.02.2018

Es gibt Tage, da scheint alles schief zu gehen. Nicht nur bei mir, sondern im ganzen Krankenhaus. Diese Tage sind zum Glück relativ selten. Doch erst vor Kurzem hatte ich genau wieder so einen Tag erlebt:
Schon als ich den Flur meiner Station betrat, sah ich die vielen Betten aus der Notaufnahme. Über Nacht wurden also einige Patienten neu aufgenommen. An sich ist das kein Problem, denn für mich heißt das nur, dass ich das Frühstück genau prüfen muss, damit es für alle Patienten ausreicht. Sonst muss ich auf anderen Stationen Nachschub holen. Und tatsächlich: Wir hatten keine Brötchen, was zu großer Unzufriedenheit bei den Patienten führen kann. Die Logistik in einem Krankenhaus ist ähnlich wie eine Kette; nur so stark wie das schwächste Glied. Kurz vor dem Frühstück tauchten die Brötchen dann aber doch noch auf – sie waren zunächst auf einer falschen Station gelandet.
Je weiter der Vormittag voranschritt, desto unruhiger wurde es. Das Telefon stand nicht still, die Neuaufnahmen hatten noch kein Bett und standen im Flur herum, weil die entlassenen Patienten ihre Zimmer noch nicht geräumt hatten. Der hauseigene Transportdienst schaffte es nicht, die Patienten zu ihren Untersuchungen zu bringen, sodass das ebenfalls an mir hängen blieb. Kurzum: Es herrschte großes Chaos. Doch zusammen konnten wir diese Situation bewältigen, auch wenn der Ton zwischendurch mal rauer wurde – das darf man dann aber nicht persönlich nehmen. Und das Schöne an solchen Tagen ist, dass auch diese Schicht irgendwann vorübergeht. Außerdem lernt man dadurch die ruhigeren Schichten erst zu schätzen.

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