interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Hoch die Hände – Wochenende!

Autor:
Lydia

Rubrik:
orientieren

15.03.2018

Wer kennt es nicht? Freitagnachmittag, die Uhr steuert dem Feierabend entgegen und dann kommt er endlich: der Moment, in dem das Wochenende beginnt. Zugegeben, ich freue mich jede Woche wie verrückt auf die freien Tage. Manchmal brauche ich einfach Abstand von gewissen Patienten, aber auch von der Arbeit allgemein. Immerhin ist so eine 40-Stunden-Woche auf einer pflegeintensiven Station kein Zuckerschlecken. Ich freue mich, Zeit für mich zu haben, länger zu schlafen oder mal nicht daran zu denken, ob der Patient seine Tabletten genommen hat. Ich könnte bestimmt hunderte Dinge aufzählen, die ich gerne an freien Tagen tue.
Vor Kurzem habe ich jedoch mein Wochenende auf Station verbracht. Eigentlich arbeite ich nur unter der Woche, doch aufgrund akuten Personalmangels bin ich eingesprungen. Es war mir ganz recht, denn letztendlich ist meine Arbeit nicht anders und mir gefällt die Idee, zwei Tage unter der Woche freizuhaben. Anfangs war ich trotzdem etwas verstimmt: An einem Sonntag um vier Uhr morgens aufzustehen, mache ich nicht gerade jede Woche. Während meine Freunde alle gerade erst ins Bett gingen, machte ich mich fertig, um halbwegs augenringfrei auf Station zu erscheinen.
Trotz der Müdigkeit war ich viel entspannter und weniger hektisch, wahrscheinlich weil auch ich in dieser „Ende-der Woche“-Phase steckte. Allgemein ist das Schöne am Wochenende diese Ruhe! Es sind keine Ärzte oder Therapeuten auf Station. Ich konnte meine Pflegeaufgaben erledigen, ohne ständig warten zu müssen, dass der Patient frei ist. Klar müssen auch diese Kollegen ihren Job machen – anstrengend und manchmal chaotisch ist es trotzdem. Am Wochenende hält mich nichts und niemand ab. Denn selbst das Telefon klingelt nur dann, wenn die Rettungsstellen nach freien Betten für Notfallpatienten fragen.
So ein Wochenenddienst ist also auch tatsächlich recht entspannt!

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