interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Den Ärzten über die Schulter schauen

Autor:
Lydia

Rubrik:
orientieren

29.03.2018

In der neurologischen Abteilung gibt es viele verschiedene diagnostische Untersuchungen. Täglich werden bei den Patienten EEGs (Hirnstrommessungen), Sonografien, Geschwindigkeitsmessungen von Nervenleitungen und vieles mehr durchgeführt. Natürlich möchte ich gerne bei jeder dieser Untersuchungen mal dabei sein, aber das ist sehr schwierig. Zum einen läuft viel parallel, zum anderen ist die eine oder andere Untersuchung auch nicht allzu spannend. Dennoch kann ich immer wieder bei den Ärzten auf Station oder in der Ambulanz vorbeikommen und mir eine Untersuchung ansehen. Einige erklären auch sehr gerne, was sie gerade machen oder was ich auf dem Bildschirm erkennen kann. Das ist sehr interessant!
Eine Art der Untersuchung habe ich mittlerweile am häufigsten miterlebt: die Lumbalpunktion. Dabei wird durch eine Kanüle Nervenwasser aus dem Rückenmark entnommen. Diese Prozedur ist sehr schmerzhaft, da die Kanüle zwischen die Wirbelkörper geschoben werden muss. Das ist auch für den Arzt nicht immer einfach und er muss oft korrigieren. Außerdem ist das Ganze nicht ohne Risiko für Patienten, denn am Rückenmark kann es leicht zu Verletzungen kommen. Kurzum: Diese Untersuchung ist meines Erachtens die schlimmste, die die Neurologie zu bieten hat.
Meine erste Lumbalpunktion habe ich im November gesehen. Dabei bin ich sogar umgekippt. Nicht weil, ich den Vorgang angsteinflößend fand, sondern weil ich den Tag über noch nichts gegessen hatte und wahnsinnig unterzuckert war. Wenn man dann mal eine Zeitlang ruhig stehen bleiben muss, lässt das den Blutdruck absacken, erklärten mir meine Kollegen. Mittlerweile bin ich standhafter, denn ich frühstücke nun immer ordentlich!
Eine Assistenzärztin hier holt mich immer wieder zu Lumbalpunktionen hinzu, damit ich den Patienten festhalten oder ihm die „Hand tätscheln“ kann. Vor Kurzem hatten wir jedoch eine Patientin, die sich aufgrund einer Vorerkrankung im Gehirn ruckartig bewegte und nicht stillliegen konnte. Es war sehr schwierig und umständlich, diese Frau festzuhalten und auch noch mit Smalltalk von der Untersuchung abzulenken, damit die Ärztin an der richtigen Stelle einstechen konnte.
Langsam neigt sich mein FSJ dem Ende zu und ich bin gespannt, was und wie viel ich in den nächsten Wochen noch sehen, erleben und vor allem lernen kann. Vielleicht darf ich sogar mal bei einer Operation dabei sein!

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.