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Mein Freiwilliges Jahr

Suche Wohnung, biete Hungerlohn

Schon vor dem FSJ hatte ich fest geplant, zeitnah von zuhause auszuziehen. Mit meinem FSJ-Taschengeld wäre ich allerdings nicht weit gekommen und ehrlich gesagt habe ich mir auch nicht zugetraut, selbstständig und alleine zu leben.
Rückblickend habe ich in meinem Freiwilligenjahr bisher viel über mich gelernt und gemerkt, dass ich es sehr wohl schaffe ein eigenständiges Leben zu führen: Ich kann eine 40-Stunden-Woche Arbeit aushalten, meinen Haushalt organisieren, Einkäufe erledigen, die Wohnung putzen, mein Sozialleben strukturieren, Wäsche waschen, kochen und mit meinem Geld umgehen. Das müsste doch reichen, oder?
Fehlt nur noch die Wohnung. Und das ist wohl der schwierigste Punkt. Auch wenn ich mich endlich entschlossen habe, im Herbst definitiv auszuziehen, heißt das noch lange nicht, dass ich auch eine günstige Wohnung finde. Nicht selten werden in Berlin Zwei-Zimmer-Wohnungen für über 650 Euro im Monat vermietet. Und selbst wenn ich das aufbringen kann, muss ich noch Nebenkosten, Versicherungen und andere Ausgaben zahlen.
Um all das zu schaffen, habe ich mich erst mal gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden. Bis ich einen Studienplatz in Medizin bekomme, vergehen eh noch Jahre. Insofern kann ich diese Zeit auch mit einer Ausbildung und dem gleichzeitigem Auszug überbrücken. Eigenständigkeit ist mir wichtiger als „Hotel Mama“. Dafür werde ich mir auch noch einen Nebenjob suchen, denn ich möchte auch nicht auf Dauer jeden Cent umdrehen müssen.
Bis ich eine bezahlbare Wohnung finde, deren Vermieter mich als Azubi mit geringem Gehalt akzeptiert, spare ich weiterhin einen Großteil meines FSJ-Gehalts, um mir später Möbel und die Kaution leisten zu können. Schließlich kann nur so der Traum der ersten eigenen Wohnung wahr werden!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 18, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Apr 18, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

Seminar über Feminismus

Unglaublich, aber wahr: Mein Freiwilligenjahr neigt sich langsam dem Ende entgegen, es sind nur noch 15 Wochen. Das hört sich lang an, zieht man jedoch meinen Urlaub und die Seminare ab, ist es erschreckend wenig. Ich werde meine Einsatzstelle vermissen. Dennoch merke ich auch, dass ich bereit bin, neue Dinge zu lernen. Deshalb sind die Seminare eine willkommene Abwechslung zum Klinik-Alltag.
Vorige Woche war es wieder soweit. Das Thema: Feminismus. Ehrlich gesagt, habe ich mich zuvor noch nie damit beschäftigt. Wollte ich das deshalb gleich eine ganze Woche? Eher nicht, dachte ich. Doch ich muss sagen, am Ende war ich tatsächlich wehmütig, dass das Seminar so schnell vorbei ging. Neben den üblichen Kennenlernspielen konnten wir dieses Mal viel selbst ausprobieren. Zum Beispiel durften einige von uns den Teamleitern bei einer Fachtagung über die Schulter schauen oder Exkursionen zu feministischen Beratungsstellen unternehmen. Die erstaunlich vielen Eindrücke lassen mich gedanklich auch zurück zuhause noch nicht los. Danke dafür, liebes Planungsteam!
Neben dem Hauptprogramm waren es jedoch die Gespräche mit den Teamleitern außerhalb der Seminarzeit, die mir am besten gefallen haben. Ich möchte nicht ins Detail gehen, kann aber sagen, dass diese Unterhaltungen unglaublich stärkend waren und ich entspannt wieder zur Arbeit ging. Es hat gutgetan, mal den Alltag komplett liegen zu lassen, auszuschlafen (ja, um 6 Uhr aufzustehen zählt für mich mittlerweile als ausschlafen) und mal die Seele baumeln zu lassen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 13, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Apr 13, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

Die Ruhe vor dem Sturm

Auf meiner Station gibt es jeden Tag jede Menge zu tun. Das bedeutet viel Gerenne. Einige meiner Kollegen messen mit einem Schrittzähler, wie viel sie am Tag laufen. Im Durchschnitt sind das in einer Frühschicht rund 10 Kilometer pro Person – super, Arbeit und Fitnessstudio in einem! Außerdem vergeht die Arbeitszeit dadurch wie im Flug. Patienten kommen, Patienten gehen. Waschen, Essen austeilen, Betten schieben. Ruckzuck sind acht Stunden Arbeit vergangen.
Umso ungewöhnlicher wirkt es, wenn es ruhig ist. Keine Patientenklingel bimmelt, niemand wird entlassen. Selbst die Bestellungen für die nächste Woche sind schon erledigt. Doch kaum wagt es einer, das „R“-Wort laut auszusprechen, bricht auch schon wieder das Chaos aus.
Vorige Woche zum Beispiel verlief der Freitag besonders ruhig. Normalerweise werden freitags die meisten Patienten entlassen, damit die Betten für die Notfälle am Wochenende frei werden. Nicht so dieses Mal – hieß es zumindest zunächst. Doch als ich tags darauf zur Arbeit kam, staunte ich nicht schlecht, als ich neun freie Betten sah. Offenbar waren doch noch zahlreiche Patienten entlassen worden. Natürlich freuen wir vom Pflegepersonal uns über jeden gesund gewordenen Patienten, aber fürchten dann gleichzeitig, dass uns die Rettungsstelle jeden Patienten reinhaut und wir wieder im Chaos versinken.
In der Hoffnung, dass ich dieses Szenario nicht abbekommen würde, zählte ich jede, zäh schleichende Minute bis zum Ende meiner Schicht. Und dann war endlich der langersehnte Feierabend da – ich konnte gehen! Der Spätdienst tat mir aber leid. Denn an einem Samstagabend passieren die meisten Unfälle und Leute kommen auch mit Kleinigkeiten in die Notaufnahme, weil sie nicht bis Montag warten und zum Hausarzt gehen wollen – der Spätdienst musste mit einem Ansturm rechnen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 6, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Apr 6, 2018