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Mein Freiwilliges Jahr

Beim Betriebsarzt

Viele Unternehmen haben einen und gerade im Gesundheitswesen ist er essenziell: der Betriebsarzt. Denn manchmal muss auch der Arzt zum Arzt – oder die Schwester oder die FSJlerin. Allein schon, damit ich meine Stelle überhaupt antreten durfte, war ein Besuch beim Betriebsarzt Pflicht. Dort wurde ich sowohl physisch als auch psychisch unter die Lupe genommen. Sobald der Arzt sein Okay gab, durfte ich anfangen.
Vor Kurzem musste ich wieder routinemäßig zur Untersuchung. Diesmal war sie etwas umfangreicher als beim ersten Mal. Zunächst wurde ich geimpft, denn im Krankenhaus leben – so unschön das klingt – Millionen von Viren und Bakterien. Da ist Selbstschutz für das Personal das A und O. Zudem wurde mir Blut abgenommen, um meine Werte zu überprüfen. Das gehört zum Standardprozedere; zusätzlich gab es noch eine physische Untersuchung: Läuft mein Herz einwandfrei? Ist meine Lunge in Ordnung? Und wie geht es eigentlich meinem Rücken in diesem schweren Job?
Zugegeben, an meinen Rücken denke ich viel zu wenig. Leider bleibt mir oft nicht die Zeit, rückenschonend zu arbeiten. Jeder Patient will versorgt werden, die Zeit rennt bloß immer davon. Aber ich habe gelernt, dass ich nicht nur an Patienten denken darf. Manchmal muss ich auch an mich – und meinen Rücken – denken. Ich übe mich allerdings noch in der konsequenten Umsetzung.
Gott sei Dank kam bei meiner Untersuchung aber nichts Negatives raus: Alle Werte sind so wie sie seien sollen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  May 15, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
May 15, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

Achtung, Lebensretter im Anmarsch!

Von klein auf lernt jeder Mensch etwas wahnsinnig Wichtiges: Notrufnummern. Für die Unwissenden: Es sind die 112 für die Feuerwehr beziehungsweise die 110 für die Polizei.
Im Krankenhaus ist das allerdings etwas anders, die Rettungskräfte sind schließlich schon gerufen worden und haben den Patienten zu uns gebracht. Doch was, wenn unsere Patienten im Haus Hilfe brauchen? Wenn jemand kollabiert? Dann kommen wir, Ärzte, Pfleger, FSJler. Es gibt allerdings noch die „Profis“ unter uns: das Reanimationsteam. Das Rea-Team wird immer dann gerufen, wenn ein Patient einen Herzstillstand erleidet oder keine messbaren Vitalzeichen hat. Für solche Fälle wählen wir eine eigene Telefonnummer – quasi unsere interne „112“ –, um das Team schnellstmöglich zu erreichen. Denn in diesen Momenten zählt jede Sekunde.
Glücklicherweise kommen solche Momente nicht all zu oft auf meiner Station vor. Umso aufregender ist es, wenn es dann tatsächlich passiert. Erst vor Kurzem kam ein Arzt aus einem Patientenzimmer herausgeeilt und rief „Rea-Alarm“.
Dann muss alles klappen: Während die ausgebildeten Pfleger die instabilen Patienten betreuten, habe ich das Reanimationsteam gerufen und im Flur für Platz gesorgt. Obwohl ich weiß, was zu tun ist, schlotterten mir ehrlich gesagt ganz schön die Knie und mir kam jede verstrichene Minute wie eine Stunde vor. Ist ja klar, schließlich ging es um ein Menschenleben. Außerdem gehören Reanimationen bisher noch nicht zu meinem beruflichen Alltag.
Zum Glück wurde dem Patienten rechtzeitig geholfen und er konnte lebend die Station verlassen. Eine ganz schön aufregende Situation fand also ein gutes Ende – und ich habe dabei helfen können!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  May 9, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
May 9, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

Auf Abstand

Sobald ich am Morgen meinen ersten Schritt auf Station setze, kommt mir alles entgegen: der Geruch von Desinfektionsmitteln; der delirante Patient, der schon wieder das Haus zusammenschreit; der Stress, der mich in den nächsten Stunden erwartet. Ich weiß jetzt schon, dass von meinen knapp 40 Patienten mindestens zehn schwere Pflegefälle sind. Schicksalsschläge, die jedem von uns passieren können und die niemand erleben möchte – ich habe jeden Tag betroffene Menschen um mich. Jeden Tag höre ich schmerzerfüllte Stimmen, sehe Angehörige, denen die Tränen herunterlaufen, weil wir doch nichts mehr für ihr Familienmitglied tun können, und hoffe mit anderen Patienten, dass für sie schnell ein Reha-Platz gefunden wird. Bei all dieser seelischen Belastung ist es wahnsinnig wichtig, dass das Pflegepersonal nicht daran kaputt geht – so auch ich nicht.
Was kann ich also tun, um das alles nicht mit nach Hause zu nehmen? Wie viel Distanz zum Patienten ist okay, um nicht völlig herzlos zu werden?
Distanz ist enorm wichtig, allerdings darf es auch nicht zu viel sein. In meinem (zukünftigen) Job bin ich mehr als nur eine Krankenschwester – ich bin der Tröster, der die Tränen trocknet. Doch sobald ich das Patientenzimmer verlassen habe, sind meine Gedanken schon woanders. Für mich sind diese Patienten, die eine liebevolle Familie um sich haben, völlig Fremde. Ich habe nie eine Beziehung zu ihnen aufgebaut, außer eine pflegerische. Ich weiß zwar über die gesundheitliche Entwicklung Bescheid, aber oft weiß ich nicht einmal das genaue Alter.
Generell kann ich meine Arbeit sehr gut im Krankenhaus lassen. Im Laufe des Jahres habe ich jedoch festgestellt, dass ich nach dem Dienst immer sehr aufgekratzt bin. Kein Wunder, immerhin rase ich knapp neun Stunden ununterbrochen von Zimmer zu Zimmer. Irgendwann habe ich angefangen, Sport zu treiben. Vor allem direkt nach dem Dienst lässt mich das enorm herunterfahren und entspannt meine Seele.
Natürlich kann ich hier nur für mich sprechen. Jeder hat seinen eigenen Weg, mit solchen Dingen umzugehen. Wichtig ist jedoch auf jeden Fall eines: So oft, wie du in diesem Bereich an andere denkst, solltest du auch an dich denken!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 30, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Apr 30, 2018