interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Raus aus der Klinik

Autor:
Lydia

Rubrik:
orientieren

24.05.2018

In meinem zwölfmonatigen Freiwilligenjahr stehen mir 30 Tage Urlaub zu. Wenn ich das mit meinen Ferienzeiten an der Schule vergleiche, ist das natürlich enorm wenig, aber immerhin sechs freie Wochen. Am Anfang tat ich mich schwer, mir aussuchen zu können, wann ich frei habe. Schließlich wurden mir die Ferientermine bisher immer vorgegeben und jetzt konnte ich plötzlich freimachen, wenn andere zur Schule gingen oder arbeiteten – ein komisches Gefühl. Meinen ersten Urlaub habe ich direkt über die Weihnachtstage genommen.
Aber was mache ich, wenn ich nicht im Krankenhaus arbeiten muss? Richtig, ich arbeite – allerdings woanders: Seit fünf Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im Kinder- und Jugendbereich, gestalte Freizeiten oder andere Veranstaltungen. Mittlerweile geht dafür bereits ein sehr großer Teil meiner Freizeit drauf, aber ich liebe diese Arbeit und kann sie nicht loslassen. Warum ich dann keinen Freiwilligendienst in dieser Sparte mache? Weil ich es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, dort hauptamtlich zu arbeiten. In der Sozialarbeit verdient man nicht gerade viel, worunter meine Motivation stark leiden würde. Zudem habe ich Angst, die Kids und Teens dann eher als Projekte oder Arbeit anzusehen und nicht als Menschen, mit denen ich gerne Zeit verbringe. Ich wusste auch schon früh, dass ich später im Gesundheitswesen arbeiten möchte, weil ich es einfach aufregend und spannend finde, mich damit auseinanderzusetzen, wie der Körper funktioniert. Ein trockenes Sozialpädagogikstudium kann ich mir dagegen nur schwer vorstellen.
Aber wer weiß schon, wie die Welt in zehn Jahren aussehen wird? Vielleicht habe ich dann sogar in Richtung Sozialwesen studiert, bin endlich ausgelernt – oder dümpel noch immer mit der Entscheidung herum, was ich nun werden möchte …

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