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FSJ im Ausland

Drei aus Millionen Geschichten (Teil 2)

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

02.04.2009

Dies ist die Geschichte eines 18-jährigen Jungen, der José heißt. Alle nennen ihn jedoch „Negro". Wie sein Spitzname schon sagt, ist er Schwarzer. Das einzige dunkelhäutige Kind von acht Geschwistern. Deshalb wurde er in seiner Familie nie wirklich akzeptiert. Auch seine Mutter zeigte ihm so gut wie keine Zuneigung.

Mit zirka sechs Jahren hielt er das Leben bei seiner Familie in San Carlos nicht mehr aus und nahm das Schiff in die Hauptstadt. Ganz allein - die Fahrt dauert etwa 13 Stunden. In Managua versuchte er, sich als Schuhputzer durchzuschlagen.

Vor wenigen Jahren kam er nach San Carlos zurück, da sein Leben in der Hauptstadt noch elender war, als in seinem Heimatstädtchen. Seine Familie empfing ihn jedoch nur zurückhaltend. Deshalb wohnt er jetzt mit zwei Freundinnen in einer kleinen Hütte.

Da er fast seine ganze Kindheit und Jugend auf der Straße verbracht hat, hatte er noch nicht einmal die Chance, die Grundschule zu beenden. So wird er nie eine gute Arbeit finden und der Armut entkommen können.

„Aber was soll man machen?", sagt er immer. „Ich versuche einfach, die wenigen schönen Augenblicke meines Lebens zu genießen."

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