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Gap Year

Noch ein letztes Mal

Eigentlich dachte ich, ich wäre in dem Monat, bevor mein Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften in Konstanz beginnt, nur damit beschäftigt, eine Wohnung zu suchen und mich durch lange BAföG-Anträge zu kämpfen und zahlreiche Umzugskartons zu packen. Doch es kam mal wieder alles anders und so hatte ich meine Wohnung schon direkt Anfang August sicher. Da ich die Möbel preiswert von meinem Vormieter habe übernehmen können, blieben auch die Besuche in Möbelhäusern und damit auch das nervige Zusammenbauen aus. Ich hatte also im letzten Monat deutlich mehr freie Zeit als gedacht und irgendwie hat mein ehemaliger Chef, von der Bäckerei bei der ich in meinem Gap-Year lange gearbeitet habe, davon mitbekommen. So bekam ich einen Anruf nach dem anderen, die ich irgendwann nicht mehr ignorieren konnte und mit Blick auf meine langsam wieder kritisch werdende finanzielle Situation, sagte ich ihm schweren Herzens doch für ein paar Schichten zu. Eigentlich hatte ich mir geschworen, dass ich so schnell nicht mehr hinter die Brötchentheke gehe, denn nach mehr als sieben Monate dort, hatte ich am Ende kaum noch Motivation für diesen Job. Doch ich hatte Glück und durfte in eine andere Filiale der Bäckerei, in der es deutlich ruhiger ist als in meiner alten Stammfiliale. Hier hatte man mehr Zeit, um auf die Kunden einzugehen und auch mal mit ihnen einen Plausch zu halten.
Schlussendlich war ich froh, dass ich meinem Chef für einige Tage zusagt habe. Denn für mein Studium kann ich das Geld auf jeden Fall gebrauchen und es war auch schön, die alten Kolleginnen wieder zu sehen. Nun hoffe ich aber, dass ich für längere Zeit keine Körnerbrötchen und Baguettes verkaufen muss.

Gap Year

WogeLE

Was ist eine WogeLe? Diesen Begriff prägte ein Freund von mir und es ist eine Abkürzung für „Woche gemeinsamen Lebens“ - genau das haben mein Freundeskreis und ich in der ersten Septemberwoche veranstaltet. Da eine Freundin ein ganzes Haus für sich alleine hatte, aber nicht alleine sein wollte, konnten alle immer vorbeikommen, wenn sie wollten, egal ob auf ein Feierabendbier, einen Spielenachmittag oder einen Abend auf dem Sofa mit witzigen Filmen. In dieser Woche haben wir auch alte Relikte aus Kindheitstagen wiederbelebt. So haben wir eine Übernachtungsparty veranstaltet, genau wie früher mit Süßigkeiten, Schlafsäcken und Spielen. Doch in dieser Nacht trieb es uns auch nach draußen, denn der Himmel war klar wie selten und wir konnten zahlreiche Sterne sehen und uns bei jeder Sternschnuppe etwas wünschen. Da es uns draußen so gut gefallen hat, entschieden wir spontan diese Nacht unter freiem Himmel zu schlafen. Wir packten uns in dicke Pullis und Schlafsäcke ein, setzten unsere Wintermützen auf und schliefen bei 10 Grad Außentemperatur auf einer kleinen Waldlichtung, die auch der Familie der Freundin gehörte. Kurz bevor es hell wurde, sind wir aufgestanden und auf den nächsten Berg gelaufen, um dort den wunderschönen Sonnenaufgang anzuschauen. In den folgenden Tagen ging es dann weiter. Minigolf ist auch so etwas, dass ich seit meiner Kindheit nicht mehr gespielt habe. Also setzten wir uns ins Auto und probierten unsere Schlagfertigkeit auf dem nächsten Minigolfplatz aus. Zu meiner eigenen Überraschung gewann ich sogar nach 18 Löchern, obwohl ich wirklich eher ein Grobmotoriker bin. Es war eine wunderbare Woche, bevor jeder zurück in sein Studium, auf die Arbeit oder auf Reisen gegangen ist.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Oct 1, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Oct 1, 2019

Gap Year

Jäger der vergessenen Karten

Manchmal braucht man etwas Geduld, wie bei meinem Geschenk, dass ich zum siebzehnten Geburtstag bekommen habe. Ein Freund wollte mir Karten für die deutsche Band „AnnenMayKantereit“ schenken, doch er vergaß die Tickets dafür zu kaufen. So mussten wir warten, bis die nächste Tour der vier Jungs anstand. Als dann im Sommer vergangenen Jahres die neuen Tour-Termine bekannt wurden, kümmerten wir uns sofort darum und sicherten uns zwei Eintrittskarten für ihren Auftritt in Berlin. Kurz nach der Bestellung kamen die Tickets auch direkt an und wir buchten gleich darauf Unterkunft und Transfer. Ein Jahr war inzwischen vergangen, als wir schließlich auf dem Weg zu unserem Hotel waren. Bis mir plötzlich ein grausamer Gedanke in den Kopf kam – ich hatte unsere beiden Karten zu Hause liegen lassen. Während bei mir sofort Panik ausbrach, blieb mein Kumpel gelassen. Ich rief meine Mutter an und bat sie, zur Post zugehen und zu fragen wie schnell die Karten in Berlin seien könnten, denn das Konzert war schon am nächsten Tag. Durch die Zahlung zahlreicher Zuschläge versprach man, dass die Sendung mit den Tickets morgen früh in der Hauptstadt eintreffen würde. Das Versprechen wurde auch eingehalten, doch leider nicht ganz zu unserem Vorteil. Denn das Paket war zwar am nächsten Tag in Berlin angekommen, doch es war zu spät für eine Auslieferung an uns. Als ich das erfuhr, ging das Telefonieren los. Wir haben mehrfach angeboten, das Paket direkt am Lager abzuholen, doch miemand wollte uns helfen und damit gab es kein Rankommen an unsere beiden Konzertkarten. Aber die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Mein Kumpel hat dann aus Verzweiflung spontan den Bassisten von AnnenMayKantereit per Social-Media angeschrieben und gefragt, ob er uns helfen könnte – und das konnte er. Er schrieb uns tatsächlich zurück und setzte uns auf die Gästeliste. Wir konnten es nicht glauben und saßen dann überglücklich im Gästeblock und lauschten der großartigen Stimme von Henning May, und jubelten besonders laut für Malte Huck, dem Bassisten, der uns den Abend und den gesamten Trip gerettet hat. Zwei Dinge habe ich an diesem Tag gelernt: Packlisten sind vielleicht doch nicht so spießig, wie ich dachte. Und manchmal muss man gegen die Wahrscheinlichkeit arbeiten und einfach etwas wagen.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Sep 25, 2019

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