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Gap Year

Erste Tage

Am ersten Tag meines Praktikums beim ZDF war ich sehr nervös. Viel zu früh machte ich mich auf den Weg zum Landesstudio Stuttgart. Es war leichter als gedacht, dieses sechswöchige Praktikum zu bekommen. Kurz vor meinem Abiball hatte ich mich bei diversen Zeitungen und Rundfunkanstalten beworben und eigentlich wenig Hoffnung, da viele Medienhäuser keine Orientierungspraktika anbieten. Ende August erhielt ich dann unverhofft einen Anruf aus Mainz und bekam die Zusage.
Nun war es soweit! Im Landesstudio wurde ich freundlich begrüßt und durfte gleich mit in die morgendliche Redaktionskonferenz, wo ich die Redakteure kennenlernte. Nach der Sitzung zeigte mir eine erfahrene Redakteurin das dreistöckige Gebäude und meinen Arbeitsplatz. Gleich am nächsten Tag ging es mit ihr auf meinen ersten Dreh in die Schweiz. Im Kanton Appenzell-Innerrhoden hatten wir uns für ein Interview mit einer Frauenrechtlerin verabredet. Dort wurde das Frauenwahlrecht erst 1990 eingeführt. Nach dem Interview haben wir junge Frauen bei einer Straßenumfrage zu dem Thema befragt. Nach knapp zehn Stunden Drehen und Fahren kamen wir wieder in Stuttgart an. Aber damit war die Arbeit noch nicht getan: In den nächsten Tagen wurden weitere Interviews gedreht und der Beitrag um weitere Infos ergänzt und schließlich geschnitten. Insgesamt wanden die Beteiligten weit über 20 Arbeitsstunden für den Beitrag auf, obwohl dieser letztendlich nur 2 Minuten und 30 Sekunden dauerte. Es war interessant zu sehen, wie viel Arbeit hinter einem so kurzen Beitrag steckt.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 28, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Jan 28, 2019

Gap Year

Ein bisschen kaputt, aber wunderschön

2018 war für mich ein recht turbulentes Jahr. Ausklingen ließ ich es in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt in Griechenland und eine der ältesten Städte Europas. Dort habe ich mit einer Freundin bereits zum zweiten Mal Silvester verbracht. Die Idee kam uns, weil wir keine Lust mehr auf die langatmigen Silvester-Partys in der Heimat hatten.
Sich in Thessaloniki zu verlieben, ist einfach, denn diese Stadt vereint Chaos, Lebensfreude und Geschichte so gut miteinander wie kaum eine andere Stadt. Wenn ich durch die Straßen von Thessaloniki laufe, denke ich mir oft, dass sich viele Menschen mit dieser Stadt identifizieren können, denn sie ist ein bisschen kaputt, aber bei genauerem Hinsehen wunderschön. Genau deshalb kehrten meine Freundin und ich auch für Silvester 2018 zurück – und wurden nicht enttäuscht. Die Sonne schien und wie im vergangenen Jahr stellten alle Cafés und Restaurants wieder Stände vor ihre Haustür und verkauften zu einem absurd billigen Preis Souflaki mit Maisbrot. Straßenmusiker zogen durch die engen Gassen im Marktviertel und brachten Lebensfreude unter die Menschen. Man macht Dinge, die man in Deutschland nie machen würde, etwa mit wildfremden Leuten auf der Straße Sirtaki zu tanzen.
Ein persönliches Highlight war ein Wiedersehen mit einem älteren Ehepaar, das wir beim letzten Mal im Flugzeug kennengelernt hatten. Sie haben uns zu sich nach Hause eingeladen, wo wir die griechische Gastfreundschaft erleben durften. Gemeinsam schauten wir uns dann das wunderschöne Feuerwerk an.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 14, 2019

Gap Year

Zwischen zwei Welten - Teil 3

Was mir an meinem Gap-Year am meisten Spaß gemacht hat? Das Erkunden eines mir unbekannten Ortes. Natürlich ist New York kein Geheimtipp, doch diese Metropole hat so viel zu bieten, dass jeder Besucher ein anderes New York erleben wird. Ein paar Tipps habe ich aber für euch.
Fangen wir gleich mit einer Warnung an: Geht nicht völlig planlos nach New York. Natürlich hat es was, einfach so in den Big Apple aufzubrechen, aber die zahlreichen Möglichkeiten können einen schnell überfordern. Um das zu verhindern, helfen klassische Reiseführer oder Interblogs von Ortskundigen. Wenn ihr wisst, was ihr machen wollt, informiert euch über Ticketpakete für die größten Attraktionen. Sonst kann es schnell teuer werden. Wir kamen mit unserem Pass vergünstigt unter anderem aufs Empire-State-Building, ins Rockefeller Center, ins 9/11-Museum und in das Metropolitan Museum of Art. Allgemein gilt: New York ist keine günstge Stadt. Nehmt also ausreichend Geld mit.
Aber genug von stumpfen Tipps, kommen wir zu meinen Highlights. Es ist spannend, New York vom Empire-State-Building aus zu sehen, sich von den Lichtern des Times Squares verzaubern zu lassen oder sich im Central Park treiben zu lassen, doch mein Highlight war mein Nachmittag im Greenwich-Village. Dort hatte ich eine persönliche Tour mit einem echten New Yorker namens Michael. Er führte mich zwei Stunden durch das Künstler- und Szeneviertel und zeigte mir den Ort, der mein Lieblingsplatz in New York werden sollte – den Innenhof des Schwulen- und Lesbenzentrumes. Dort saß ich lange mit einem Eiskaffee in der Hand und genoss die Ruhe. Ebenfalls ein Highlight war der komplett kostenlose „High Line Park“. Ein Park, der auf stillgelegten, überirdisch verlaufenden Gleisen der Metro angelegt wurde. Am besten geht man dort frühmorgens oder spätabends hin. Das gilt übrigens für die meisten Sehenswürdigkeiten in New York, denn ohne Touristen ist der Central Park oder die Brooklyn-Bridge einfach schöner.

 

Autor: Noah   |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 18, 2018
Autor: Noah
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 18, 2018