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Gap Year

Letzte Chance

Habt ihr schon mal von „Last-Chance-Touristen“ gehört? Das sind Menschen, die die vermutlich letzte Chance nutzen, um einen Ort zu besuchen, der bald zerstört sein wird – beispielsweise durch den Klimawandel. Diese Art des Reisens ist natürlich überhaupt nicht nachhaltig und schadet dem betroffenen Ort häufig erst recht. Doch bei meiner letzten Reise fühlte ich mich selbst ein bisschen wie ein „Last Chance Tourist“, ich bin nämlich nach London geflogen. Aufgrund des immer noch anhaltenden Brexit-Chaos, wollte ich meine geliebte britische Hauptstadt noch einmal erkunden, bevor das Einreisen vielleicht verkompliziert wird. So schnappte ich mir eine genauso von London begeisterte Freundin und wir stiegen in den Flieger. Dort angekommen, waren wir schon gleich im Zug verzaubert von den typischen Backsteinhäusern, dem wunderschönen britischen Akzent und der weltbekannten Ansage „Mind the gap“ in den U-Bahnen von London. Gewohnt haben wir dieses Mal inmitten unseres Lieblingsviertels „Shoreditch“, das vor coolen Geschäften, süßen Frühstückslokalen und typisch englischen Pubs nur so wimmelt. So erfreute ich mich jeden Morgen an Pancakes mit geschlagener Sahne und abends meistens an dem unfassbar guten indischen Essen. Wir hatten uns viel vorgenommen für die drei Tage, so waren wir unter anderem im kostenlosen „Skygarden“, der sich im Stock 36 eines Hochhauses befindet und eine hervorragende Aussicht über ganz London bietet. Auch haben wir uns im Theaterviertel „West End“ das Musical Aladdin angeschaut, das bei uns alte Kindheitserinnerungen geweckt hat. Als ich wieder nach Deutschland kam, wurde ich hauptsächlich nach dem Wetter gefragt, denn während es in Deutschland wieder kalt wurde und es sogar geschneit hat, hatten wir in London 15 Grad und Sonnenschein. Gespannt verfolge ich nun täglich die Nachrichten vom Brexit und hoffe auf ein gutes Ende für beide Seiten, denn ich will London eigentlich nicht von meiner Evergreen-Reiseliste streichen.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Apr 18, 2019
Autor: Noah
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Apr 18, 2019

Gap Year

Von Kreischballaden und 21 Piloten

Weil die Grippewelle meine Bäckerei getroffen hatte und ich verschont geblieben war, musste ich besonders viel arbeiten. Umso mehr freute ich mich auf ein ganz bestimmtes Wochenende, das ganz im Zeichen der Musik stand.
Angefangen hatte es mit dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest Über die letzten fünf Jahre habe ich dieses Event richtig lieben gelernt. Mit seinen meist schreienden Sängerinnen aus Albanien, den häufig schlecht Englisch sprechenden weißrussischen Sängern und den immer perfekt inszenierten Auftritten der Schweden kann man den Grand Prix de la Chanson einfach nur mögen. Es war für mich also eine Verpflichtung, auch den deutschen Vorentscheid zu schauen und dazu lud ich zwei sehr gute Freunde ein, eine angehende Musikstudentin und einen angehenden Philosophiestudenten.
Wir hätten nicht unterschiedlichere Meinungen haben können: Was für die anderen wunderschön war, war für mich die reinste „Kreischballade“. Was ich wiederum gut und progressiv fand, hielten die beiden für „Pop-Trash“. Nur am Ende des Abends waren wir uns einig: Niemand von uns fand den Gewinnerbeitrag wirklich gut.
Noch mehr Einigkeit hatten wir dann am Sonntagabend, da fand nämlich das Konzert der amerikanischen Band „Twenty One Pilots“ statt. Der Ärger über langes Warten in der Schlange war sofort vergessen, als der Sänger Tyler Joseph den ersten Ton anstimmte. Wir sangen über zwei Stunden fast alle Lieder mit. Man spürte im gesamten Publikum unfassbar viel Freude und Energie. Die Stimmung war großartig. Absolut geplättet von dem Konzert fuhren wir spätabends wieder nach Hause, wo uns am nächsten Tag leider wieder der Alltag erwarten würde.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Apr 3, 2019
Autor: Noah
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Apr 3, 2019

Gap Year

Darf es sonst noch etwas sein?

Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, in meinem Gap-Year würde ich eine Zeit lang als Verkäufer in einer Bäckerei arbeiten, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Doch jetzt stand ich in der Filiale einer Bäckerei und verkaufte alles, was das Brotregal hergab. Ich muss zugeben, ich hatte den finanziellen Aufwand eines Gap-Years unterschätzt und bin daher sehr froh über die Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen. Außerdem finde ich die Arbeitszeiten nicht schlecht. Da sich die Bäckerei zusammen mit einem Supermarkt in einem Gebäude befindet, haben wir bis 22 Uhr geöffnet. Die Spätschicht ist bei meinen ausschließlich weiblichen Kolleginnen nicht beliebt, da viele Kinder und einen Ehemann zu Hause haben. Mir kommt diese Schicht hingegen ganz gelegen.
Ich bin übrigens der allererste Mann, der dort als Verkäufer arbeitet. Das sorgt auch bei vielen Kunden erstmals für Verwunderung, anscheinend ist es immer noch für viele komisch von einem Mann sein Baguette zu bekommen, zumindest in meiner Heimatstadt mit 15.000 Einwohnern. Aber nicht nur mein Geschlecht sorgte bei dem einen oder anderen Kunden für Verwunderung. Da meine Mutter fast 30 Jahre lang einen Blumenladen bei uns im Ort hatte, erkennen mich viele Menschen. Sobald sie mich der richtigen Familie zugeordnet haben, gehen die Fragen los: Ob ich hier eine Ausbildung mache? Wie es meiner Mutter geht? Und ob mein Opa noch Auto fährt? Es sind meistens dieselben Fragen und Geschichten, die ich schon am zweiten Tag etwas nervig fand. Aber über so etwas sehe ich gerne hinweg und genieße zum ersten Mal in meinem Leben Dinge wie bezahlten Urlaub und feste Arbeitszeiten.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Mar 18, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Mar 18, 2019