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Gap Year

5.607 Kilo

Mein Gap-Year neigt sich langsam dem Ende zu und so ist es Zeit für ein Resümee, dachte ich mir an einem Abend. Ich ließ meine Reisen Revue passieren, hab über größere Anschaffungen nachgedacht und wie ein Gedankenblitz kam mir dabei etwas in den Kopf – wie umweltfreundlich war mein Gap-Year eigentlich? Schließlich gibt es kein wichtigeres Thema im Moment und das auch zu Recht. Ich fing an mir meine Flugreisen zu notieren, die ich in diesem Zeitraum gemacht habe, insgesamt saß ich zehnmal im Flugzeug. Etwas schockiert über diese Zahl, begann ich, im Internet zu recherchieren wie viel CO2 ich damit ausgestoßen habe. Das sehr bedrückende Ergebnis lautet 5.607 Kilo. Das ist etwa das 2,5-fache des klimaverträglichen Jahresbudgets für einen Menschen. Und das nur durch meine Reisen mit dem Flugzeug. Am meisten CO2 hat mein Trip nach New York verursacht, mehr als 4.000 Kilo CO2 wurden dabei in die Luft abgegeben. Natürlich war mir bewusst, das Fliegen nicht besonders umweltbewusst ist, aber so eine Zahl vor den Augen zu haben, lässt einen erstmal stumm werden. Meine Recherche ging weiter. Wie viel CO2 verursache ich im Alltag, also durch meine Essgewohnheiten, Fortbewegungsmittel oder durch meine Kleidung? Schnell habe ich gemerkt, auch hier lebe ich nicht so klimafreundlich wie gedacht. Zwar hilft es, dass ich sehr wenig Fleisch esse und zu Hause Ökostrom aus der Steckdose kommt. Trotzdem liegt mein CO2-Wert über dem, der für unseren Planeten akzeptabel wäre. Nun wurde mir aber auch schnell klar, dass ich mich jetzt nicht auf einer Almhütte einsperren kann und nur vom Bergfluss und selbst angebauten Himbeeren ernähren kann. Deshalb informierte ich mich über Möglichkeite, meinen CO2-Ausstoß zu reduzieren. Statt zum Beispiel neue Kleidung zu kaufen, könnte ich einfach in den Secondhandladen gehen. Wenn man verreisen will, dann möglichst den Zug nehmen und wenn es unbedingt das Flugzeug seien muss, Zwischenstopps vermeiden und am besten noch den CO2-Beitrag kompensieren, in dem man an Umweltorganisationen einen Geldbetrag spendet, die diesen wiederum in Klimaschutzprojekte, wie Aufforstung, investieren. Ich habe mir auf jeden Fall ein paar Tipps zu Herzen genommen und setze sie nun im Alltag konsequent um.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Aug 12, 2019

Gap Year

Il dolce far niente

Eigentlich wäre der 31. Juni mein letzter Arbeitstag in der Bäckerei gewesen. Doch mein Chef hat keinen Ersatz für mich gefunden und so bot ich ihm an, einen Monat länger zu bleiben. Im Gegenzug bekam ich dann noch mal eine Woche Urlaub. Das bedeutete, ich konnte mit nach Italien, um dort mit meiner Familie Urlaub zu machen. Darüber haben sich meine Eltern und meine Schwestern sehr gefreut, denn es war unser erster gemeinsamer Familienurlaub seit vielen Jahren. Wir fuhren an das ligurische Meer bei Savona. Dort sind wir auch schon früher, als ich noch ein Kind war, immer in dieselbe Ferienwohnung gegangen. So kamen natürlich schon auf der Fahrt alte Kindheitserinnerungen zurück und spätestens der erste Biss in ein original-italienisches Focaccia hat mich unfassbar glücklich gemacht. Generell ist Italien einfach ein Land, das einen zum Genuss verführt und so genoss ich das „Dolce Vita“ (süße Leben) und das „dolce far niente“ (süße Nichtstun). Viel Zeit habe ich natürlich am Strand und im überraschend warmen Mittelmeer verbracht. Ich war sehr froh darüber, im Wasser einfach mal abschalten zu können und nicht ständig an die Arbeit denken zu müssen. Zu meiner Verwunderung habe ich trotz meines exzessiven Konsums von Pizza, Pasta und Eis im Urlaub nicht zugenommen. Wahrscheinlich hat sich das Schwimmen im Meer positiv auf meinen Kalorienhaushalt ausgewirkt. Nach einer Woche war ich sehr traurig, Italien schon wieder verlassen zu müssen, aber dafür blicke jetzt mit deutlich mehr Zuversicht auf meine letzten beiden Arbeitswochen, die ich gestärkt durch die Sonne Liguriens angehe.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jul 25, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Jul 25, 2019

Gap Year

An die Substanz

Seit nun mehr fast sieben Monaten arbeite ich als Aushilfe in einer Bäckerei. Statt vielen Stempeln im Reisepass, habe ich eher Arbeitsstunden in meinem Gap-Year gesammelt. Wer hätte auch damit rechnen können, wie teuer so ein Jahr werden kann? Wobei, wenn ich ehrlich zu mir selbst gewesen wäre, dann hätte ich mir eingestehen müssen, dass ich die vielen Reisen, die ich geplant hatte, nicht aus eigener Kraft finanzieren kann. Der Job in der Bäckerei hat es mir ermöglicht, unabhängig zu sein, mit eigenem Geld zu haushalten und damit auch die eine oder andere Reise zu buchen.

Ich bin sehr froh, dass ich den Job bekommen habe, doch langsam habe ich genug davon. Mich stören immer mehr Sachen, zum Beispiel, dass anscheinend für die Kunden ein „Hallo“, „Bitte“ oder auch ein „Dankeschön“ Fremdwörter sind. Es fällt mir von Tag zu Tag schwerer, Motivation für meine Arbeit zu finden. Mir wurde klar, wie wichtig es ist, seinen Job wirklich zu lieben. Ich glaube nicht, dass Geld auch langfristig über solch eine Abneigung hinwegtäuschen kann. Natürlich wird es selbst im absoluten Traumberuf Tage geben, an denen man lieber einfach im Bett liegen bleiben würde. Doch generell sollest du dich eher schon am Freitag wieder auf den Montag freuen, als am Montag nichts anderes als den Freitag im Kopf zu haben. Diese Lektion habe ich in dem Jahr als Aushilfe gelernt. Trotzdem bin ich sehr dankbar über meine Zeit und verkaufe weiterhin mit einem Lächeln den Kunden ihr Lieblingsbrot und ihre Schwarzwälder Kirschtorte, selbst wenn ihnen wieder einmal das Zauberwort nicht über die Lippen kommen will.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jul 16, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Jul 16, 2019