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Gap Year

Ahoj

Mit einer Reise in die tschechische Hauptstadt Prag begann gefühlt mein Sommer. Dank großartig gemachter Internetvideos wurde mein Hunger auf Prag schon vor Jahren geweckt und als ich dann noch vor ein paar Monaten dieses Sonderangebot nach Prag entdeckt habe, gab es für mich kein Halten mehr. Ich buchte für eine Freundin und mich zwei Tickets in die Goldene Stadt. Auch sie war froh, aus dem Alltagsduktus entfliehen zu können. Direkt in Prag angekommen, ging es erst mal zu unserer Wohnung, die sich hinter dicken Wänden in einem Altbau befand. Wir stürzten uns gleich in das Prager Leben. Zwar konnten wir kaum tschechisch sprechen, doch ein Wort blieb sofort im Kopf – „Ahoj“. Während man in Deutschland dafür komisch angeschaut wird, ist das in der Tschechischen Republik eine ganz normale Begrüßung, die gleichzeitig auch eine Verabschiedung seien kann, unter Freunden. In einem kleinen Café der Schauspielschule stießen wir mit unserem ersten Bier an, dass übrigens in Prag sehr häufig billiger ist als Wasser. Danach ging es zum Sonnenuntergang auf eine versteckte Dachterrasse, die nur mit einem alten Paternoster-Aufzug zu erreichen war. Auch wenn wir nur drei Tage in Prag verbracht haben, haben wir vieles abseits der Touristenströme, gesehen. Ein Highlight waren dabei die kulinarischen Leckereien. So aßen wir zusammen mit Pragern in einem versteckten Kellerrestaurant für 4 Euro Gulasch oder hatten in einer alten Bank, die zu einem Restaurant umfunktioniert wurde, das wahrscheinlich beste Carpaccio der Welt. Wir haben uns auf der Rückreise geschworen, noch mal hierher zu kommen, um noch mehr von dieser schönen Stadt zu entdecken.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Aug 30, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Aug 30, 2019

Gap Year

Regenbogenfarben

Ich hatte meinen letzten Arbeitstag in der Bäckerei hinter mir und um das ein wenig zu feiern, ging es am darauffolgendem Wochenende nach Stuttgart. Denn dort fand der „Christopher Street Day“ statt und für meine Freunde und mich war dies ein Pflichttermin, den wir schon zum dritten Mal hintereinander wahrnahmen. Für alle, die mit „Christopher Street Day“, CSD abgekürzt, erst mal nichts anfangen können, will ich ihn kurz erklären. Der CSD ist ein Gedenk- und Demonstrationstag für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen. Der Name geht auf die in New York liegende „Christopher Street“ zurück, in der 1969 eine Schwulenbar von der Polizei gewaltsam geräumt wurde. Dieses Ereignis war Grundbaustein der Schwulen- und Lesbenbewegung. Heute kann man überall auf der Welt solche „CSD-Demonstrationen“, im Englischen auch „Pride“ genannt, finden die meistens im Juni oder Juli stattfinden. Allgegenwärtig sind auf den Prides die Farben. Auch ich war von oben bis unten bunt. Um den Hals trug ich eine Regenbogenfahne, mein T-Shirt und meine Hose hatten große Regenbogenstreifen. Dazu kamen Hosenträger, Socken und Schuhe in den sechs Farben des Regenbogens. So passend gekleidet ging es auf die Parade. Der Umzug bestand aus knapp 50 verschiedenen Gruppen, die nacheinander durch die Straßen Stuttgarts mit ihren Plakaten, Bannern oder riesigen Partybusen mit lauter, tanzbarer Musik an einem vorbeizogen. Es war eine großartige Stimmung, man bekam die ganze Zeit von glücklichen Menschen Umarmungen angeboten und alle hatten gute Laune. Voller Glückshormone ging es dann am Abend mit Glitzer überstreut und regenbogenfarbener Schminke im Gesicht wieder nach Hause.

Gap Year

Konstanz, ich komme!

An meinem letzten Arbeitstag in der Bäckerei hatte ich gleich zwei Dinge, die ich feiern konnte. Erstens musste ich nicht mehr zurück hinter die Verkaufstheke und zweitens bekam ich am selben Tag die Bestätigung, dass ich an der Universität Konstanz ab Oktober Politik- und Verwaltungswissenschaften studieren kann. Ich freute mich riesig und zur Feier des Tages lud ich ein paar Freunde ein und wir stießen mit einem Gläschen Prosecco auf das nun folgende Lebenskapitel an. Auch meine Eltern freuten sich mit mir und waren gleich Feuer und Flamme für die jetzt auf mich zukommenden Herausforderungen. So sicherten sie mir sofort zu, bei der Wohnungssuche, beim BAföG-Antrag und den Studiengebühren zu helfen. Vor mir liegen tatsächlich ein paar schwierige Aufgaben, es wird nicht einfach sein, im teils überlaufenen Konstanz eine bezahlbare Wohnung zu finden. Ich bin aber mit Hochdruck dran, alle möglichen Unterbringungsformen zu checken. Auch viele meiner Freunde sind gerade in verschiedenen Städten auf Wohnungssuche und erzählen, dass es nicht einfach ist. Doch wenn man nicht verkrampft bei der Suche wird und immer ein offenes Ort hat, dann wird man irgendwann fündig. Bis jetzt musste zumindest niemand von meinen Freunden auf der Straße schlafen.
Aber den Aufwand, den ich betreibe, ist es mir auf jeden Fall wert. Denn ich freue mich sehr auf meinen neuen Lebensabschnitt und meinen Studiengang. Meine gesamte Verwandtschaft runzelt immer noch die Stirn, wenn sie meinen Studiengang hören, und zum zehnten Mal die Frage stellen, ob das alles nicht ein wenig trocken ist.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Aug 16, 2019