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Gap Year

Gespenstische Dunkelheit

Nachdem ich fünf Tage in der estnischen Hauptstadt Tallinn verbracht habe, ging es noch für zwei Tage auf die größte estnische Insel Saaremaa. Dafür musste ich für einen enormen Jungfahreraufschlag ein Auto mieten, da ich sonst nicht zu meinem Ziel gekommen wäre. Ich war überrascht, als ich zum ersten Mal mein Auto für die kommenden Tage sah, denn statt eines Kleinwagens, habe ich ein riesiges Mittelklasseauto bekommen, bei dem ich noch meine gesamte Familie inklusive Gepäck hätte mitnehmen können. Ich machte mich nun auf den Weg in Richtung Saaremaa. Zugegeben, ich hatte etwas Angst, da ich von mir nicht gerade behaupte, der beste Autofahrer zu sein. Doch es verlief alles problemlos und sehr entspannt. Auch deshalb, weil viele estnische Straßen mit deutschen Landstraßen zu vergleichen sind, auf denen ein Tempolimit von 90 km/h herrscht. Nach zwei Stunden Fahrt kam ich an der Autofähre an und wir fuhren rüber. Jetzt trennten mich nur noch 30 Minuten von mir und meiner Unterkunft. Ich war abenteuerlustig und so habe ich mir schon von Deutschland aus ein Baumhaus auf Saaremaa, mitten im estnischen Wald gebucht. Es hatte weder fließend Wasser, noch einen Stromanschluss, dafür einen Gasherd und eine Naturtoilette. Über einen Schotterweg kam ich zu meinem Zuhause für die nächsten Tage und es war genau, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es gab Hängematten, zwei Sofas und ein Trampolin draußen. Im Inneren des Hauses gab es ein sehr bequemes Bett, ganz viele Lichterketten und Lampions und einen kleinen Ethanol-Ofen, mit dem man das Baumhaus beheizen konnte. Im Umkreis von einem Kilometer war außer mir niemand, gerade als es abends dunkel wurde, war das natürlich auch etwas gruselig. Doch im Baumhaus war es warm und durch die vielen Lichter war es auch angenehm hell. Draußen hingegen war es nachts so dunkel, da es nirgendwo irgendeine Lichtquelle gab, dass man keine zwei Meter weit sehen konnte. Trotz dieser manchmal beängstigenden Dunkelheit habe ich wunderbar geschlafen und wurde morgens vom Vogelgezwitscher aufgeweckt. Leider verbrachte ich nur zwei Tage dort, da ich mir den Mietwagen nicht länger leisten konnte. Doch ich hatte eine fantastische Zeit in den estnischen Wäldern und will auf jeden Fall zurückkommen, am besten vielleicht mit jemandem an meiner Seite, damit die dunklen Nächte nicht mehr so gruselig sind.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Sep 19, 2019

Gap Year

Beinahe verliebt

Endlich ging es für mich in den Urlaub, auf den ich so lange hin gefiebert hab: nach Estland. Wie ihr schon aus meinen früheren Blogbeiträgen wisst, habe ich sogar Estnisch gelernt, um mich vor Ort verständigen zu können. Ich landete in der Hauptstadt Tallinn, wo ich auch die ersten fünf Tage meines Trips verbrachte. Dort habe ich in einer Wohnung mit Hinterhofterrasse, mitten in der wunderschönen, mittelalterlichen Altstadt gelebt. Da ich schon vergangenes Jahr vier Tage in Tallinn verbracht hatte, wollte ich dieses Mal vor allem das Umland und die versteckten, weniger bekannten Sehenswürdigkeiten sehen. Dazu gehörte eine Busfahrt zu den „Jägala juga“, einer der größten Wasserfälle Estlands. Zu dem Dorf, das in seinem Wald das Naturspektakel beheimatet, fahren mehrere Linienbusse von Tallinn aus. Nun halten diese Busse aber meistens mitten auf der Autobahn, auf der alle zwei bis drei Kilometer ein kleines Wartehäuschen am Rand der Fahrbahn steht. Die 30-minütige Fahrt war es aber auf jeden Fall wert. Es war sehr entspannend, die Wasserfälle und ihr Umland zu erkunden und sich von der Ruhe der estnischen Wälder verzaubern zu lassen.
An einem anderen Tag zeigte mir ein Einheimischer Tallinn aus einer anderen Perspektive. Auch ein Highlight war der „Walk on the Edge“ auf dem Fernsehturm von Tallinn. Dort konnte man an der Kante der Aussichtsplattform laufen und sich sogar über die Absperrung setzen, sodass die Beine 200 Meter über dem Boden in der Luft hingen und man sich dabei tiefenentspannt die großartige Aussicht ansehen konnte. Meine fünf Tagen in Tallinn vergingen wie im Flug. Ich habe mich noch mehr in diese Stadt verliebt und sie steht ganz oben auf meiner Liste mit potenziellen Auslandssemesterzielen. Doch meine Estlandreise war an dieser Stelle noch nicht zu Ende, es ging noch auf die größte Ostseeinsel Estlands nach Saaremaa, doch dieser Trip verdient einen Extra Blog-Artikel.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Sep 13, 2019

Gap Year

Das neue Zuhause

Als ich beschlossen habe, dass ich in Konstanz studieren will, war mir bewusst, dass ich direkt anfangen muss, nach Wohnungen oder WG-Zimmer zu suchen. Doch in Konstanz herrscht, wie in vielen anderen deutschen Studentenstädten, große Wohnungsnot und selbst die Mieten von einfachen Zimmern können unfassbar hoch sein. Deshalb suchte ich von Anfang an nach einem neuen Dach über meinem Kopf in der Stadt am Bodensee. Natürlich war dabei auch mein Umfeld involviert und alle versprachen mir, die Ohren offen zu halten und sich umzuhören. Was ich für leere Worthülsen hielt, nahm meine Schwester hingegen sehr ernst und so fragte sie ein befreundetes Pärchen, die dort wohnten, ob sie denn etwas wüssten. Wie es der Zufall wollte, suchte ihre Babysitterin, die auch an der Uni studierte, nach einem neuen Mitbewohner. Ich habe sie am darauffolgenden Montag angeschrieben und wir vereinbarten für den nächsten Tag einen Besichtigungstermin. Viel zu früh machte ich mich auf den Weg über die Autobahn nach Konstanz und wartete dann eine halbe Stunde auf dem Parkplatz des Supermarktes, der neben der Wohnung lag. Pünktlich klingelte ich mit einem kleinen Bestechungsgeschenk unter dem Arm an meinem hoffentlich zukünftigen Zuhause. Laura machte mir die Tür auf und wir waren uns direkt sympathisch. Sie zeigte mir das frei werdende Zimmer, das sie zu einem sehr fairen Preis anbot. Wir waren uns einig, ich durfte hier einziehen, wenn die Chemie morgen per Videotelefonat auch mit der zweiten Mitbewohnerin stimmen würde. Am folgenden Nachmittag telefonierte ich dann mit mir und wir waren uns auch sofort sympathisch. Ich war so glücklich, dass ich ohne Probleme ein Zimmer zu einem guten Preis ohne großen Aufwand bekommen habe und freue mich jetzt auf das gemeinsame WG-Leben und mein Studium.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Sep 5, 2019