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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Recherchefieber

Meine Bachelorarbeit beschäftigt mich nun seit drei Wochen, in denen ich von morgens bis abends im Institut am Schreibtisch sitze und auf meine Monitore starre. Mein Alltag beginnt damit, dass ich zum Institut gehe. Mittags mache ich mit den Kommilitonen einen kurzen Abstecher zur Mensa und abends gehe ich erst nach Hause, wenn ich mit Freunden verabredet bin oder sonst irgendein Termin ins Haus steht. Die Zeit am Schreibtisch verbringe ich größtenteils mit Recherche und ein wenig damit, das Recherchierte zu strukturieren und niederzuschreiben. Tatsache ist: Ich bin völlig fasziniert von dieser Tätigkeit. Das mag komisch klingen, eigentlich bin ich aber ein fast normaler Mensch und habe einfach nur ein Thema gefunden, für das ich richtig brenne!
Nächste Woche sollte ich meinen Rechercheteil eigentlich abgeschlossen haben, weshalb ich mich immer wieder dazu durchringen muss, nicht an jeder Ecke noch ein Fass aufzumachen, das ich im Umfang einer Bachelorarbeit sowieso nicht vernünftig betrachten könnte.

Mein Thema lautet: Die Bewältigung von Engpässen durch Überlastungen im Stromnetz. Dahinter steht die Motivation, zu gewährleisten, dass bei uns allen zuverlässig die Lichter brennen, obwohl die Stromnetze durch den massiven Zubau Erneuerbarer Energien ordentlich strapaziert werden. Um zu verstehen, wie das Engpassmanagement in unseren Netzen funktioniert, muss man sich zuerst mit den Grundlagen des Strommarktes auseinandersetzen und die Rollen der Marktakteure begreifen. Da unser deutsches Stromnetz seit einiger Zeit mit vielen Netzen aus anderen europäischen Staaten gekoppelt ist, findet der Stromhandel auf europäischer Ebene statt und es gibt viele Akteure, die auf europäischer Ebene koordiniert werden müssen. Als begeisterte Energietechnikerin mit einem Herz für Umwelt und grenzübergreifender Zusammenarbeit bin ich in diesem Thema natürlich genau richtig aufgehoben!

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 8, 2019
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
Oct 8, 2019

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Hürdenlauf zur Bachelorarbeit

Obwohl ich mich schon im Mai auf das Thema für meine Bachelorarbeit festgelegt habe, dauerte es jetzt doch noch ganz schön lange, bis ich anfangen konnte. Leider musste ich zwischenzeitlich nämlich noch dringend in den Urlaub fahren, dann eine Klausur schreiben und danach noch einmal in den Urlaub fahren… Spaß beiseite.
Inzwischen habe ich mit der Arbeit begonnen und sogar alle bürokratischen Hürden überwunden.
Da ich meine Bachelorarbeit am Institut für Hochspannungstechnik, einem Institut der Elektrotechniker, schreibe, zählt sie als „externe Arbeit“. Für solche Arbeiten braucht man einen internen Betreuer bei uns Maschinenbauern. Deshalb habe ich bei verschiedenen Instituten angefragt, ob sie Interesse an meinem Thema haben und Lust hätten, mich zu betreuen. Glücklicherweise fand ich im dritten Anlauf jemanden, der in einem ähnlichen Feld forscht und sich deshalb für die Ergebnisse meiner Bachelorarbeit interessiert. Nachdem ich die Hürde der internen Betreuung gemeistert hatte, ging ich auf Wanderschaft. Auf Wanderschaft durch das zentrale Prüfungsamt, zum Professor des betreuenden Instituts, zu meinem externen Betreuer, danach zu meinem Berufsfeldbetreuer, dann zum Prüfungsausschuss der Fakultät und zwischendurch noch einmal für ein zusätzliches Formular für externe Arbeiten zu den beiden betreuenden Instituten. Bei all diesen Stellen tat ich nichts weiter, als eine Unterschrift einzuholen. Nun habe ich einen Dokumenthaufen voller Unterschriften, mit dem ich meine Bachelorarbeit anmelden kann. Dazu muss ich den Stapel natürlich wieder zum zentralen Prüfungsamt bringen. Das Ganze ist also in etwa so einfach, wie die Suche nach Passierschein A 38 bei Asterix und Obelix.
Und als wäre diese ganze Rennerei nicht schon genug, muss ich gleichzeitig noch zwischen dem Praktikantenamt und dem ZPA hin und her, um mein Praktikum anerkennen zu lassen und in der Zwischenzeit darauf hoffen, dass die französische Hochschule rechtzeitig meine Notenbescheinigung aus meinem Auslandssemester einreicht. Sollte dem nicht so sein, muss ich mich außerdem mit dem International Office auseinandersetzen.
Ich habe also neben der Bachelorarbeit noch einen kleinen Nebenjob als meine persönliche Sekretärin. Schade, dass ich keinen guten Lohn zahle.

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Wird mein Auslandssemester anerkannt?

Sobald ich in aus Marseille zurück und wieder an meiner Uni in Aachen war, begann ich damit, Institute abzuklappern, um herauszufinden, ob mir die Fächer, die ich in Marseille belegt hatte, anerkannt würden. Konkret wollte ich mir „Solartechnik“, „Windtechnik“ und „Alternative Energietechniken“ sowie zwei Wahlfächer anerkennen lassen. Das wären alles bereits Mastervorzugsfächer, da ich meine letzte Klausur im Bachelor ja schon geschrieben habe.
Bei Windtechnik machte ich mir wenig Illusionen, denn der Soff, den wir in Frankreich durchgenommen hatten, war eher mit dem einer Grundlagenvorlesung aus dem Bachelor zu vergleichen. Bei Solartechnik machte ich mir mehr Hoffnungen. Denn dieses Fach hatten wir recht gründlich behandelt. Zu meiner Überraschung war die Anerkennung dann auch kein Problem. Das Institut war sehr entgegenkommen und vor allem schnell in der Bearbeitung. Der kniffligste Fall war Alternative Energietechniken. Es sollte eine Einführung in alle möglichen Techniken zur Stromerzeugung sein, in Frankreich hatten wir jedoch nur Wasserstoff und Biomasse behandelt. Damit war klar, dass das französische Fach nicht als äquivalent anerkannt werden konnte. Aber auch dieses Institut zeigte sich sehr entgegenkommend und fand einen Weg, das Fach doch noch anzuerkennen. In Kombination mit Windenergie und einem Wahlfach reichte der Stoff für die Anerkennung aus.

Damit werden mir jetzt also wahrscheinlich „Solartechnik“, „Alternative Energien“ und ein Wahlfach anerkannt. Mit so vielen Fächern hätte ich eigentlich gar nicht gerechnet. „Wahrscheinlich“ meine ich deshalb, weil das ganze jetzt noch durch den Prüfungsausschuss muss. Der wird dann auch die Noten festlegen, die ich für die jeweiligen Fächer bekomme. Dieser Vorgang wird deshalb interessant, weil die französische Hochschule meine Noten auf meinem Zeugnis in verschiedenen Systemen ausgedrückt hat. Diese Systeme führen mit der Noten-Transformationstabelle, mit der die RWTH arbeitet, zu unterschiedlichen Ergebnissen. Außerdem ist mir nicht ganz klar, wie man die Note für das zusammengesetzte Fach festlegen will. Da werde ich jetzt aber erst einmal abwarten müssen.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Sep 24, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
Sep 24, 2019