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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Oche Alaaf!

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

14.03.2017

In meiner Heimat, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, ist man von Geburt an, quasi per Definition gnadenloser Karnevalist. Von Donnerstagmittag bis Aschermittwochmorgen ist schulfrei, jedes Kaff hat seinen eigenen Umzug und man trifft alle paar Meter jemanden, den man kennt.
Voriges Jahr war es mir vergönnt, wenigstens an zwei Tagen trotz Klausurenphase in die Heimat zu fahren. Dieses Jahr stand leider ausgerechnet am Karnevalsdienstag die Matheklausur an. Ironischerweise wurde unser Lernraum über Karneval zur unieigenen Partylocation umgestaltet und damit für jegliche Lernvorhaben geschlossen. Halb lachend, halb weinend suchten wir uns einen anderen Raum, in dem wir elf Stunden am Tag verbringen wollten, und stießen aus Mangel an Alternativen auf den Audimaxkeller. Von 8 bis 21Uhr abends wurde ich zum Glück nur durch die beim Mittagessen an uns vorbeitorkelnden Krümelmonster daran erinnert, dass Karneval war. Am Tag vor der Klausur gönnte ich mir mit dem einzig anderen Karnevalsfan in meiner Lerngruppe eine kurze Auszeit, um mir den Aachener Rosenmontagszug live anzusehen. Direkt neben dem Zugkommentator wurden wir mit einem dreifachen „Oche Alaaf!“ regelrecht druckbetankt, sodass wir uns nach zehn Minuten etwas zufriedener wieder unserer Lerngruppe anschließen konnten, die derweil eine kurze Lernpause zugunsten eines Naturfilms eingelegt hatte. Wenn man seit Tagen nichts anderes macht, als Matheaufgaben zu lösen, entwickelt das Gehirn offensichtlich ungewöhnliche Bedürfnisse ...
Obwohl mir klar wurde, dass es in den nächsten Jahren über Karneval wahrscheinlich nicht viel besser aussehen wird, scheint sich die Enthaltsamkeit am Ende bezahlt gemacht zu haben. Die Matheklausur dürfte ich bestanden haben.

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