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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Prag – München – Venedig - 2

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

05.05.2017

Für die Fahrt von München nach Venedig begaben wir uns in die Hände eines Fernbusunternehmens, das uns ohne Zwischenfälle ans Ziel brachte. Noch vor Sonnenaufgang suchten wir uns dort im Dunkeln einen etwas abenteuerlichen Fußweg über einen Schrottplatz, Bahngleise und unbeleuchtete Schotterpfade. Gerade als wir mit Sack und Pack über einen Zaun klettern wollten, um wieder auf offizieller aussehenden Grund und Boden zu gelangen, kam uns ein Einheimischer entgegen, öffnete ein kleines Tor im Zaun, das wir übersehen hatten und wünschte uns einen guten Morgen. So konnten wir den Zaun ohne akrobatische Anstrengungen überwinden.
Als wir endlich Bahnhof und Gepäckstation gefunden hatten, erstanden wir ein Drei-Tages-Ticket für die Wasserbusse und begaben uns zum Markusplatz, der so früh morgens einen ungewohnt verlassenen Anblick bot. Bei bestem Blick auf die Lagune frühstückten wir in aller Ruhe, sahen den ersten Gondolieri beim Vorbereiten ihrer Gondeln zu und liefen dann ganz entspannt zur venezianischen Free Walking Tour. In den folgenden drei Stunden erfuhren wir unheimlich viele überraschende Dinge über Venedig. Zum Beispiel, warum und wie die ersten Venezianer Inseln bauten, dass Venedig kein Abwassersystem hat und man es folglich tunlichst unterlassen sollte auch nur einen Zeh in die Kanäle zu halten, woher der Karneval kommt, warum alle Gondeln schwarz sind und warum in der Markusbasilika keine Säule zur anderen passt.
Bis dato hatte ich gedacht, Venedig sei aufgrund seiner Schönheit und malerischen Atmosphäre ein derart beliebtes Touristenziel. Nicht bewusst war mir, dass Venedig auch eine unheimlich interessante Geschichte und – seiner Einzigartigkeit geschuldete – ungewöhnliche Details zu bieten hat. Zum Beispiel, dass einem Karten in Venedig herzlich wenig helfen, da einige Straßennamen mehr als zehn Mal vergeben sind. Die einzige Möglichkeit, Adressen zu finden, ist, sich an Einheimische zu wenden oder sich an den zahlreichen Kirchen zu orientieren. Als unsere Führerin das erwähnte, wurde uns klar, warum uns der Vermieter unseres Appartements an der Wasserbushaltestelle abgeholt hatte.
Da auch die Sonne in den drei Tagen alles gab, landeten wir Mittwochabend mit dem obligatorischen Sonnenbrillenabdruck in Köln, sodass nicht nur unser Gefühl, sondern auch unsere Gesichter bezeugen konnten, wie schön der Urlaub war.

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