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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Tansanische Verhältnisse - Mit Löwen zelten

Nach den ersten beschwerlichen Erfahrungen, die meine Freunde und ich in Tansania gemacht hatten, freuten wir uns extrem auf drei Tage Safari fernab von allem Trubel. Dank unseres fantastischen Guides, der uns völlig offen jede Frage über das Land, die Leute und natürlich auch die Tiere beantwortete und sich in seiner Planung völlig nach uns richtete, verbrachten wir eine viel zu kurze, atemberaubende Zeit im Nationalpark.
Wir starteten vor Sonnenaufgang, um die schönsten Stunden am Tag mitzuerleben und fuhren den ganzen Tag über durch die nahezu unberührte Landschaft. Wir sahen Löwen, Elefanten, Giraffen, Zebras, Gnus, Büffel, Antilopen, Hyänen und eine ganze Menge anderer Tiere aus nächster Nähe und kehrten erst mit dem letzten Sonnenstrahl zum Zeltplatz zurück.
Dort quatschten wir bei frisch gekochtem Abendessen über die Unterschiede von Deutschland und Tansania, erfuhren von unserem Guide interessante Dinge über die Lebensweise der Tansanier und wie er es zu seinem kleinen Unternehmen gebracht hatte. Nebenbei wechselte regelmäßig ein peinlich klischeehafter Touri-Hut regelmäßig den Besitzer, nämlich immer dann, wenn einer von uns einen besonders schlechten Witz machte. Ganz demokratisch konnte jeder von uns einen Antrag auf „hutverdächtig“ stellen. Einstimmig angenommene Anträge hatten den Hutwechsel zur Folge. Durch diese Maßnahme trägt auf beinahe jedem Gruppenbild einer von uns etwas beschämt den besagten Touri-Hut. Nebenbei wertete es aber auch zuverlässig jeden schlechten Witz auf, da wir uns vor Lachen nicht mehr einbekamen, wenn der Angeklagte versuchte, sich aus der Sache heraus zu argumentieren.
Weniger spaßig war meine Nacht im Zelt. Während der Großteil von uns seelenruhig schlief, wachte ich nach einer Stunde von Tiergeräuschen auf – an sich erst mal eine schöne Sache. Sobald sich allerdings eindeutig zuzuordnendes Löwengebrüll in die Klangwelt mischt, wurde mir plötzlich unwohl. Löwen im Camp – damit hatte ich nicht gerechnet. Ich verbrachte zwei unbequeme, hellwache Stunden reglos im Bett, bis mir klar wurde, dass ich so wehrlos bin, dass ich rein gar nichts hätte ausrichten können. Mit dieser Erkenntnis konnte ich mich paradoxerweise wieder beruhigen und schlief wieder ein.
Am nächsten Morgen erzählte ein anderer Mitreisender, dass er kein Auge zugemacht hatte. Der Rest hatte entweder gar nichts gemerkt oder sich schlicht nicht an den Raubkatzen gestört.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2017
Autor: Katha
Rubrik: studium
Aug 18, 2017

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Tansanische Verhältnisse - Gestrandet

Das erste Ziel nach unserer Ankunft in Tansania war Arusha, wo unsere Safari starten sollte. Grundsätzlich empfiehlt es sich für Touris, so weite Strecken wie die mehr als 600 Kilometer zwischen Dar es Salaam und Arusha zu fliegen. Hat man allerdings das Glück, jemanden vor Ort zu kennen, der auf Suaheli Tickets besorgen kann, ist auch der Fernbus eine Option.
Etwa zwölf Stunden sollte der Bus von Dar es Salaam nach Arusha benötigen. Da wir ausdrücklich Kategorie „luxuriös“ beim Ticketkauf gewählt hatten, waren wir guter Dinge, dass wir nicht viel länger brauchen würden. Als wir dann allerdings morgens um fünf noch im Dunkeln einen ersten Blick auf unser Transportmittel warfen, schwand jede Zuversicht, dass wir überhaupt ankommen würden. Dank rigoroser Fahrzeugführung lagen wir dennoch bis zur Mittagspause ganz gut in der Zeit. Danach kam, was kommen musste: Der Motor verabschiedete sich von dem einen oder anderen Zylinder, der Bus ruckelte sich mit dem letzten verbliebenen Zylinder auf einen Parkplatz, hielt an und wir saßen in einem winzigen Dorf fest.
Nach einer Reihe erfolgloser Versuche, den Motor zu reparieren, ließ die Busgesellschaft verlauten, dass ein Ersatzbus unterwegs sei. Unsere aufkeimende Hoffnung wurde angesichts des inzwischen näher rückenden Sonnenuntergangs allerdings etwas gedämpft. Grundsätzlich ist es in Tansania weniger ratsam, als offensichtlicher Touri nach Sonnenuntergang noch draußen herumzulaufen – dazu noch mit 3.000 Dollars in bar für die Safari in der Tasche. Die Sonne ging unter und wir wurden nun richtig nervös.
Der inzwischen hinzugezogene Polizist löste am Ende unser Problem. Quasi mit dem letzten Sonnenstrahl hielt er einen vorbeifahrenden Bus an, dessen Fahrer uns nach längerer Diskussion zwar wenig begeistert, dennoch die komplette Strecke nach Arusha mitnahm. Dort fanden wir mit Hilfe unseres Safari-Guides zum Glück schnell ein gutes Hostel, das uns ein fantastisches Abendessen kredenzte. So konnten wir den Nachmittag schon am Abend humoristisch verarbeiten.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Aug 10, 2017
Autor: Katha
Rubrik: studium
Aug 10, 2017

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Tansanische Verhältnisse - Eine andere Welt

Gemeinsam mit vier Bekannten besuchte ich nun einen Freund, der ein freiwilliges Jahr in Tansania verbringt. Seit ich zurück bin, fühle ich mich in öffentlichen Verkehrsmitteln hier um Welten wohler – Tansania hat mich doch tatsächlich in einen Freund der Deutschen Bahn verwandelt! Doch von vorne …
Die erste Strecke, die es vom Flughafen in der Großstadt Dar es Salaam bis zur Unterkunft zu überwinden galt, legten wir in einem offiziellen Taxi zurück. Dabei standen wir Todesängste aus! In einem einzigen Chaos aus Autos, mit drei Menschen besetzten Motorrädern, dreirädrigen Tuktuks und Lastern schlenderten bis oben hin bepackte Straßenverkäufer überraschend souverän und lässig entgegen der „Fahrtrichtung“ auf dem Mittelstreifen entlang. Die Anführungszeichen deshalb, weil in diesem Durcheinander natürlich fast nichts fährt. Wenn man doch mal ein paar Meter schafft, dann legt man diese grundsätzlich so aggressiv und in Enge zurück, dass die Funktionstüchtigkeit der Taxihupe über Leben und Tod entscheiden kann. Es herrscht so ein überwältigendes Gedränge, dass einem die Autobahnen NRWs ähnlich ruhig wie die Weiten der Serengeti erscheinen. Auch wenn Taxis in Dar es Salaam für einen europäischen Geldbeutel definitiv erschwinglich sind, ist es oft einfacher, auf eines der kleineren Tuktuks zurückzugreifen. Holprig, ungeschützt und günstig kommt man damit meist schneller durch die Stadt als mit den großen Taxis. Bei über vier Millionen Einwohnern und nur einer Handvoll asphaltierter Straßen ist so ein Gedränge aber auch kein Wunder.
Viel überraschender für mich war, was man im Stau bei besagten Verkäufern alles erstehen kann – von Snacks und Getränken über Putzzeug, Kuscheltiere, Kinderspielzeug und Geschirr bis hin zu „Ray Don“-Sonnenbrillen, Uhren und Ohrringen.
Ähnlich unerwartet war für mich, dass es in Dar es Salaam nur zwei funktionstüchtige Feuerwehrautos gibt, dafür scheinbar im gesamten Land (Nationalparks mit eingeschlossen) Handy- und Internetempfang. Aber Feuerwehrautos ergäben in größerer Stückzahl eh wenig Sinn, schließlich kämen sie in dem Verkehr wahrscheinlich nie rechtzeitig ans Ziel …
Tansania ist ein tolles Land und für mich immer noch an vielen Stellen ein großes Rätsel. Gerne hätte ich noch mehr als nur einen zweiwöchigen Einblick in das Land und die Lebensweise der Leute bekommen.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Aug 1, 2017
Autor: Katha
Rubrik: studium
Aug 1, 2017