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Tansanische Verhältnisse - Mit Löwen zelten

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

18.08.2017

Nach den ersten beschwerlichen Erfahrungen, die meine Freunde und ich in Tansania gemacht hatten, freuten wir uns extrem auf drei Tage Safari fernab von allem Trubel. Dank unseres fantastischen Guides, der uns völlig offen jede Frage über das Land, die Leute und natürlich auch die Tiere beantwortete und sich in seiner Planung völlig nach uns richtete, verbrachten wir eine viel zu kurze, atemberaubende Zeit im Nationalpark.
Wir starteten vor Sonnenaufgang, um die schönsten Stunden am Tag mitzuerleben und fuhren den ganzen Tag über durch die nahezu unberührte Landschaft. Wir sahen Löwen, Elefanten, Giraffen, Zebras, Gnus, Büffel, Antilopen, Hyänen und eine ganze Menge anderer Tiere aus nächster Nähe und kehrten erst mit dem letzten Sonnenstrahl zum Zeltplatz zurück.
Dort quatschten wir bei frisch gekochtem Abendessen über die Unterschiede von Deutschland und Tansania, erfuhren von unserem Guide interessante Dinge über die Lebensweise der Tansanier und wie er es zu seinem kleinen Unternehmen gebracht hatte. Nebenbei wechselte regelmäßig ein peinlich klischeehafter Touri-Hut regelmäßig den Besitzer, nämlich immer dann, wenn einer von uns einen besonders schlechten Witz machte. Ganz demokratisch konnte jeder von uns einen Antrag auf „hutverdächtig“ stellen. Einstimmig angenommene Anträge hatten den Hutwechsel zur Folge. Durch diese Maßnahme trägt auf beinahe jedem Gruppenbild einer von uns etwas beschämt den besagten Touri-Hut. Nebenbei wertete es aber auch zuverlässig jeden schlechten Witz auf, da wir uns vor Lachen nicht mehr einbekamen, wenn der Angeklagte versuchte, sich aus der Sache heraus zu argumentieren.
Weniger spaßig war meine Nacht im Zelt. Während der Großteil von uns seelenruhig schlief, wachte ich nach einer Stunde von Tiergeräuschen auf – an sich erst mal eine schöne Sache. Sobald sich allerdings eindeutig zuzuordnendes Löwengebrüll in die Klangwelt mischt, wurde mir plötzlich unwohl. Löwen im Camp – damit hatte ich nicht gerechnet. Ich verbrachte zwei unbequeme, hellwache Stunden reglos im Bett, bis mir klar wurde, dass ich so wehrlos bin, dass ich rein gar nichts hätte ausrichten können. Mit dieser Erkenntnis konnte ich mich paradoxerweise wieder beruhigen und schlief wieder ein.
Am nächsten Morgen erzählte ein anderer Mitreisender, dass er kein Auge zugemacht hatte. Der Rest hatte entweder gar nichts gemerkt oder sich schlicht nicht an den Raubkatzen gestört.

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