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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Systemcheck

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

25.10.2017

In der ersten Woche an der Uni wurde mir und allen anderen Erstis prophezeit, dass das erste auch das letzte Semester sein würde, in dem wir noch regelmäßig zu Vorlesungen gehen würden. Zugegebenermaßen habe ich mir bereits im ersten Semester die eine oder andere Vorlesung geschenkt, dafür aber bei den halbwegs spannenden Vorlesungen bis ins dritte Semester durchgehalten.
Das Argument, mit dem ich mich zu rechtfertigen versuchte, wenn ich nicht zur Vorlesung ging: „Aus den 90 Minuten nehme ich nicht viel mit. Es ist verschwendete Zeit. Würde ich mich für die gleiche Zeit an meinen Schreibtisch setzen und mich in das Thema einlesen, wäre der Lerneffekt viel größer.“ Das Gegenargument meines schlechten Gewissens: „So viel Disziplin hast du aber nicht.“ Da es außerdem viel bequemer ist, sich eineinhalb Stunden vollquatschen zu lassen, als sich selbst mit dem Skript auseinanderzusetzen, ging ich weiter hin. Als ich dann allerdings anfing, wie auf Knopfdruck in der Vorlesung einzuschlafen, konnte ich mein schlechtes Gewissen überzeugen – denn so machte es ja auch keinen Sinn.
Was habe ich gelernt? Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, wie man mit dem Lehrangebot der Uni umgeht. Jeder Pädagoge kann wahrscheinlich bestätigen, dass eine Vorlesung für viele Lerntypen extrem ineffektiv ist. Und trotzdem habe ich mich dem System drei Semester lang angepasst, bevor ich gemerkt habe, dass ich meine Zeit verschwende. Seit dem vierten Semester gehe ich einen Mittelweg. Ich habe mich am Anfang gezielt bei jeder Veranstaltung gefragt, ob sie für mich sinnvoll ist und dann alle ignoriert, bei denen die Antwort negativ ausfiel.
Da die Prüfungsphase nach diesem Semester eher besser als die bisherigen läuft, freue ich mich darüber, dass diese Methode für mich offensichtlich ganz gut funktioniert.

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