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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Lernplatzmangel

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

21.12.2017

Normalerweise würde man meinen, es sei grundsätzlich von Vorteil, an einer renommierten Uni wie der RWTH zu studieren. Das ist es auch – zumindest für meinen Lebenslauf. Als Studentin an dieser Uni denke ich jedoch manchmal, dass andere Universitäten ausgefeiltere Lehrkonzepte haben und dass unsere Lehre hinter den Standards anderer Unis zurückfällt. Wenn ich mit befreundeten Studierenden aus anderen Städten spreche, kommen mir deren Lehr- und Lernkonzepte wesentlich besser durchdacht und an die heutige Zeit angepasst vor.
Das neueste Beispiel, das für Ärger bei meinen Kommilitonen und mir sorgte, ist die Schließung einiger Seminarräume, die bisher als Lernräume genutzt werden konnten. Natürlich ist die Nutzung von Lernräumen ein nettes Privileg – man könnte ja auch zu Hause lernen. Da in unseren Studentenbuden allerdings viel zu wenig Platz ist, um eine Lerngruppe unterzubringen, sind wir auf dieses Angebot angewiesen. Da in diesem Semester das neue Hörsaalgebäude eröffnet werden sollte, wuchs unsere Hoffnung auf mehr Lernräume – doch genau das Gegenteil war der Fall. Ein Hörsaalgebäude mit einigen Lernplätzen bereits vergangenes Semester, ein weiteres wird bald renoviert und noch dazu sind im neuen Gebäude keine Lernplätze vorgesehen. Die Studierendenzahlen wachsen, die Lernplätze werden weniger – sehr sinnvoll, oder?
Vor allem in der Klausurphase wird es spannend. In der Letzten wurden zusätzliche Plätze in einem mit Steckdosen, Tischen und Stühlen ausgestatteten Zelt eingerichtet, um dem Mangel entgegenzuwirken. Da wir einen milden Spätsommer hatten, haben wir dort auch oft lernen können. Im kommenden Februar und März, wenn die nächsten Klausuren anstehen, ist das Lernzelt vermutlich keine Option mehr. Dann wird es schlicht zu kalt sein.
Es bleibt also nur abzuwarten, ob irgendjemand eine schlaue Idee hat, wie man weitere Lernplätze schaffen kann – oder ob wir auf diese Annehmlichkeit erst mal verzichten müssen.

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