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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Nur Männer und Nerds im Maschinenbau?

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

05.02.2018

Auf einer Abschiedsparty für einen guten Freund, der für ein Semester nach Schweden gehen wird, gehörte ich seit Langem mal wieder nicht zu einer Minderheit. Dafür, dass Frauen in technischen Berufen eigentlich nichts Ungewöhnliches mehr sind, bin ich doch verdammt oft nur mit Männern unterwegs. In einem meiner Kurse bin ich sogar die einzige Frau. In diesem zugegebenermaßen sehr kleinen Kurs lässt es sich der Professor nie nehmen uns mit dem Satz „Guten Tag meine Dame, meine Herren“ zu begrüßen. Das alles ist für mich inzwischen Gewohnheit, weshalb es mir dann eben auffällt, wenn doch mal die Hälfte der Anwesenden weiblich ist.
Dass es kaum Frauen in meinem Studiengang Maschinenbau gibt, ist aber nicht das einzige Klischee, das erschreckend gut zutrifft. Zwar studiere ich nicht Physik oder Informatik, trotzdem wird meinem Studiengang oft eine ähnlich hohe Nerddichte unterstellt. Und dem kann ich nur bedingt widersprechen, denn in meinem Freundeskreis gibt es wahrscheinlich niemanden, der nicht weiß, in welches Haus der Zauberschule Hogwarts er laut der Homepage Pottermore gehört. Und wenn es spät wird, kann es durchaus passieren, dass wir unsere Stimmung über den Abend hinweg mit einer Funktionsgleichung beschreiben. Seitdem einer von uns das Spiel „Star Wars Trivial Pursuit“ geschenkt bekommen hat, ist es auch keine Seltenheit mehr, dass wir ein paar Stunden damit verbringen, Fragen zu einem fiktiven Universum zu beantworten.
Trotzdem beschäftigen wir uns wie alle anderen Studierenden auch mit ganz normalen Dingen wie Sport, Musik, der neuesten Serie oder Politik. Am Ende sind wir also doch einfach Studierende, die den Abend gerne mit Freunden verbringen, gemeinsam zum Sport gehen oder etwas zu lange feiern und am nächsten Morgen zu spät zur Vorlesung erscheinen.

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