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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Geistig umnebelt

Während der Lernphase läuft jeder meiner Tage ungefähr gleich ab: Ich stehe um 7 Uhr auf, sitze um 8 Uhr im Lernraum und gehe mit meinen Kommilitonen Mittagessen, sobald wir die erste Altklausur durchgerechnet haben. Nach dem Essen bearbeiten wir die zweite Altklausur und schaffen, wenn es gut läuft, noch die ersten Aufgaben der dritten.
Meistens klappt das aber nicht. Denn nach einer gerechneten Klausur beobachtete ich an mir ein interessantes bis amüsantes Phänomen: Ich werde auf einmal völlig begriffsstutzig, kann nicht mehr zuhören, geschweige denn lesen und komme auf keinen Ansatz mehr. Nach langen Lernphasen Schwierigkeiten zu haben, sich zu konzentrieren, halte ich für normal. Doch dass ich nach so einem Lerntag kurzeitig keinen geraden Satz mehr herausbekomme, hätte ich vor dem Studium nicht für möglich gehalten.
Für jeden, der daneben sitzt und geistig auf der Höhe ist, birgt dieser Zustand natürlich großes Unterhaltungspotenzial. Zum Glück betrifft dieses Phänomen nicht nur mich, sondern auch die meisten meiner Kommilitonen. Es wundert also niemanden, wenn irgendwer fragt, wie noch mal die binomische Formel geht oder wie man ein Polynom zweiten Grades löst. Derjenige bekommt dann ein herzliches „sei doch jetzt nicht so dumm“ an den Kopf geworfen und weiß spätesten dann, dass er wieder einmal geistig umnebelt ist.
Inzwischen versuche ich, an so einem Punkt Pause zu machen. Das ist leichter gesagt, als getan, denn oft stehe ich gerade dann kurz vor meinem Tagesziel und möchte keine Pause machen. Trotzdem ist eine Unterbrechung das einzig Sinnvolle, denn in diesem Zustand brauche ich für alle Aufgaben mindestens fünfmal so lange.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Apr 5, 2018
Autor: Katha
Rubrik: studium
Apr 5, 2018

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Das Maschboard

Mit 1.400 Kommilitonen zu studieren, hat ab und zu Nachteile. Zum Beispiel im ersten Semester, wenn man eine halbe Stunde vor Vorlesungsbeginn vor Ort sein muss, um einen vernünftigen Platz zu ergattern. Dieses Problem erledigt sich schon innerhalb der ersten Wochen, wenn die ersten ihre Stundenpläne kürzen. Wenn es allerdings mal wieder viel zu wenige Tutoren in der Übung gibt, sodass es viel mit Glück zu tun hat, ob man seine Frage stellen kann, oder wenn es in der Klausurphase nur ein Zweistundenfenster für die Einsicht der korrigierten Klausur gibt und man ewig Schlange steht.
Manchmal hat es aber auch entscheidende Vorteile, so viele Kommilitonen zu haben. Das Beste daran ist zweifellos das Maschboard. Das ist eine Online-Plattform für alle Maschinenbaustudierenden der RWTH. Dort kann jeder hilfreiche Dokumente wie Mitschriften, Zusammenfassungen, Lösungen oder Altklausuren hochladen. Noch wichtiger finde ich aber das Forum, in dem man sich mit Kommilitonen austauschen kann. Dort ist es möglich, Aufgaben, und Lernstrategien zu besprechen. Es gibt Threads, in denen Fragen zur Prüfungsordnung beantwortet werden. Man bekommt Tipps, wie man sich am besten für einen Praktikumsplatz bewirbt und Erfahrungsberichte, wie es in einem Unternehmen gelaufen ist. Selbstverständlich geben Kommilitonen auch Auskunft über ihre Auslandsaufenthalte. Kurzum: Dort werden alle Fragen beantwortet, die sich einem während des Studiums stellen könnten.
Am häufigsten frequentiert wird die Plattform natürlich während der Prüfungsphase oder wenn es kollektive Bonuspunkteaufgaben zu bearbeiten gibt. Es ist nämlich nur eine Frage der Zeit, bis jemand einen Lösungsvorschlag hochlädt, der einmal bis zum letzten Detail auseinandergenommen wird und am Ende korrekt für alle zur Verfügung steht. Etwas weniger offensichtlich – aber aus meiner Sicht nicht minder wichtig – ist es, sich über Lernstrategien, Bewertung und Bestehensgrenzen auszutauschen. Denn oft genug werden im gleichen Fach in Vorlesung und Übung sehr verschiedene Dinge behandelt. Ohne die Tipps meiner 1.400 Kommilitonen wäre ich manches Mal aufgeschmissen!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Mar 28, 2018
Autor: Katha
Rubrik: studium
Mar 28, 2018

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Wohnzimmerkonzert

Wer in der Klausurphase Geburtstag hat, ist arm dran. Selbst wenn man es sich selbst leisten kann zu feiern, mangelt es mit großer Wahrscheinlichkeit an anstoßfreudigen Gästen. Dem zum Trotz bin ich nun in den Genuss einer etwas alternativen Geburtstagsfeier gekommen.
Einer meiner Freunde wohnt in der perfekten Studierenden-WG: drei Etagen für vier Leute, eine große Küche und ein großes Wohnzimmer. In dieser Bude haben die vier schon sehr originelle Mottopartys geschmissen, sodass selbst entschiedene Mottopartygegner auf ihre Kosten kamen. Kreativ wie immer wollte mein Freund sich von den Klausuren den Spaß an seinem Geburtstag nicht nehmen lassen und hat sich deshalb ein Feierformat überlegt, das hervorragend in die Klausurphase passt. Da wir uns in einem sehr musikalischen Freundeskreis bewegen und in seiner WG E-Piano, Ukulele, E-Bass sowie Western-, Konzert-, und E-Gitarre zur Verfügung stehen, hatte er zu einem Wohnzimmerkonzert geladen. Jeder Gast konnte und sollte etwas beitragen. Ausreden wie „Ich bin zu schlecht“ wurden nicht akzeptiert. Wie sich herausstellte, nahmen die Gäste diese Einladung sehr ernst, sodass sich das Programm wirklich hören lassen konnte. Von gefühlvollen Stimmen über virtuose Klavierkünste bis hin zu Stimmungsmachernummern war alles dabei. Meine persönlichen Highlights waren ein Blockflötenensemble, das mir einen mehrstimmigen Ohrwurm mit der Titelmusik von Pippi Langstrumpf bescherte, sowie ein Männerquartett, das ausgestattet mit Akkordeon, Gitarre und Bassstimmen ein Stück der Folkband Santiano zum Besten gab.
Nach dem Konzert war die Stimmung so gut, dass sich der Dance-Floor ziemlich schnell füllte und manch einer – einschließlich mir – länger blieb, als er ursprünglich vorhatte.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Mar 19, 2018
Autor: Katha
Rubrik: studium
Mar 19, 2018