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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Geistig umnebelt

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

05.04.2018

Während der Lernphase läuft jeder meiner Tage ungefähr gleich ab: Ich stehe um 7 Uhr auf, sitze um 8 Uhr im Lernraum und gehe mit meinen Kommilitonen Mittagessen, sobald wir die erste Altklausur durchgerechnet haben. Nach dem Essen bearbeiten wir die zweite Altklausur und schaffen, wenn es gut läuft, noch die ersten Aufgaben der dritten.
Meistens klappt das aber nicht. Denn nach einer gerechneten Klausur beobachtete ich an mir ein interessantes bis amüsantes Phänomen: Ich werde auf einmal völlig begriffsstutzig, kann nicht mehr zuhören, geschweige denn lesen und komme auf keinen Ansatz mehr. Nach langen Lernphasen Schwierigkeiten zu haben, sich zu konzentrieren, halte ich für normal. Doch dass ich nach so einem Lerntag kurzeitig keinen geraden Satz mehr herausbekomme, hätte ich vor dem Studium nicht für möglich gehalten.
Für jeden, der daneben sitzt und geistig auf der Höhe ist, birgt dieser Zustand natürlich großes Unterhaltungspotenzial. Zum Glück betrifft dieses Phänomen nicht nur mich, sondern auch die meisten meiner Kommilitonen. Es wundert also niemanden, wenn irgendwer fragt, wie noch mal die binomische Formel geht oder wie man ein Polynom zweiten Grades löst. Derjenige bekommt dann ein herzliches „sei doch jetzt nicht so dumm“ an den Kopf geworfen und weiß spätesten dann, dass er wieder einmal geistig umnebelt ist.
Inzwischen versuche ich, an so einem Punkt Pause zu machen. Das ist leichter gesagt, als getan, denn oft stehe ich gerade dann kurz vor meinem Tagesziel und möchte keine Pause machen. Trotzdem ist eine Unterbrechung das einzig Sinnvolle, denn in diesem Zustand brauche ich für alle Aufgaben mindestens fünfmal so lange.

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