interaktiv

Die Juristen von morgen

Dein Freund und Helfer

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

28.05.2019

Häufiger Bestandteil des Referendariats ist die sogenannte Nachtfahrt, bei der die Referendare eine Nacht bei der Kriminalpolizei hospitieren. Auch ich habe diese Möglichkeit genutzt: Um 18 Uhr ging es los. Zunächst war es ganz ungewohnt, so viele Polizisten um mich herum zu haben. Alle waren unglaublich nett, offen und freundlich. Die Kriminalpolizei ist hauptsächlich für die Tatortaufklärung bei mittlerer bis schwerer Kriminalität zuständig. Sie tragen Zivil, sind jedoch mit Waffen, Handschellen und schusssicheren Weste ausgerüstet.
Auch ich bekam eine schusssichere Weste, und dann fuhren wir nachts durch das dunkle Berlin und lauschten dem Funk. Neben mir lag ein Spurensicherungskoffer, dessen Inhalt mir meine Begleiter ausführlich erklärten. Unseren ersten Einsatz hatten wir dann bei ein paar brennenden Autos, die mutmaßlich angezündet worden waren. Wir klärten die Umstände – soweit es ging – mit dem zuständigen Einsatzleiter der Feuerwehr und der Streifenpolizei. Den Autobesitzern händigten wir Zettel aus, damit sie den Schaden bei der Versicherung melden können. Bevor wir den Tatort verließen, untersuchten wir ihn auf mögliche Spuren des Brandlegers.
Später in der Nacht wurden wir zu einem Fall einer räuberischen Erpressung hinzugezogen, bei der der Täter dem Opfer seine Pistole unter die Nase hielt, um es dazu zu zwingen, Geld abzuheben. Hier durfte ich bei der Vernehmung des Opfers dabei sein und sogar selbst Fragen stellen. Mir wurde dadurch vor Augen geführt, was für eine wichtige Rolle die Polizei einnimmt, indem sie die Belange des Geschädigten ernst nimmt, das Geschehen ausführlich untersucht und sich so effizient wie möglich auf Tätersuche begibt.
Die Polizisten haben eine 12-Stunden-Schicht, ich selbst bin frühmorgens mit vielen neuen Eindrücken nach Hause gegangen. Jetzt weiß ich, wie eine Strafakte zustande kommt, wie die unterschiedlichen Ermittlungsschritte laufen und wie Vernehmungen ablaufen. Und ich habe einen persönlichen Eindruck von der Polizei bekommen.

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