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Die Lehrer von morgen

Monstermengen beim Foodsharing

Kostenloses Essen, das man sich sonst nicht kaufen würde, ist aber nicht der eigentliche Anreiz des Foodsharings. Eigentlich soll es darum gehen, dass weniger Essen weggeschmissen wird. Deswegen warne ich meine WG und meinen Freundeskreis meistens schon vor, wenn ich Lebensmittel abhole. So bekomme ich einiges an Essen los – was gerade sinnvoll ist, wenn man wie ich zuletzt acht Basilikumsträucher in der Küche stehen hat, die man niemals alleine verbrauchen könnte. Reste bringe ich manchmal in den Fairteiler, aber häufig schaffe ich es, alles selbst an Menschen zu verschenken.
Manchmal ist es aber auch schwierig, das ganze Essen loszuwerden: Letzte Woche war ich bei einer Bäckerei eingesprungen, für die sich kein Foodsaver gefunden hatte – und obwohl bei dem Betrieb normalerweise drei bis fünf Leute abholen, konnte niemand mehr dazukommen, um mich zu unterstützen. Ich organisierte mir also zwei Freunde als Tragehelfer und packte ganz allein eine Ikeatasche, einen großen und zwei mittlere Lebensmitteleimer, diverse Tupperdosen in meinem Rucksack und neun Jutebeutel voll mit belegten Brötchen, Teilchen und Croissants. Zu dritt bekamen wir das ganze Essen zwar geschleppt, aber die Menge war wirklich riesig. Wir schleppten alle Backwaren erst einmal zu der WG von Freunden in der Nähe, wo Mitbewohner und Besuch einiges mitnehmen oder selbst essen konnten. Die Menge, die ich mit nach Hause nahm, hatte sich aber immer noch nur um fünf Jutebeutel und einige Croissants und Brötchen aus der Ikea-Tasche reduziert. Das Problem, vor dem ich jetzt stand, war, dass die Kühlkette eingehalten werden musste. Belegte Brötchen mit tierischen Produkten müssen bei bestimmten Temperaturen gelagert werden. 50 Brötchen mit Schnitzel, Käse oder Ei passten aber nicht in den ohnehin immer vollen Kühlschrank meiner WG. Die Nacht war kalt, von daher wurden die Brötchen auf den Balkon ausgelagert.
Am nächsten Tag schrieb ich in verschiedene WhatsApp-Gruppen und konnte so schließlich einige Backwaren an der Uni verteilen. Der Rest reichte immer noch gut aus, um die Gäste, die ich abends für meine Geburtstagsfeier eingeladen hatte, zu sättigen, aber konnte irgendwie bewältigt werden. Die Erfahrung hat nicht nur mir, sondern auch meinen Freunden mal wieder gezeigt, welche Massen an Lebensmitteln weggeschmissen werden würden und wie wichtig es darum ist, dass Menschen sich dafür einsetzen, sie zu retten – denn Lebensmittel gehören nicht in den Müll.

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 19, 2019

Die Lehrer von morgen

Gesundheits- und Sexualerziehung

Dieses Semester wählte ich ein Blockseminar, das an drei Samstagen stattfindet. Das Thema war „Gesundheits- und Sexualerziehung im Biologieunterricht“. Vergangenen Samstag fand das Seminar zum ersten Mal statt. Es wird von einer Mittelschullehrerin gehalten, die viel Praxiserfahrung ins Seminar einfließen lässt. Wir sind nur ein kleiner Kurs mit elf Studierenden, weshalb sofort eine entspannte Atmosphäre aufkam.
Zunächst wurden wir über den Ablauf des Seminars informiert. Dann begann das Seminar mit den rechtlichen Grundlagen bezüglich der Sexualerziehung an Schulen. Es müssen beispielsweise Elternbriefe an der Schule ausgeteilt werden, weil man von ihnen die Einverständniserklärung für die Teilnahme ihrer Kinder am Unterricht braucht. Manche wollen das aus religiösen Gründen nicht.
Dann sahen wir uns einzelne Lehrpläne unterschiedlicher Schularten bezüglich der Inhalte zur Gesundheits- und Sexualerziehung an. Aus dem Lehrstuhl der Sonderpädagogik nahm neben mir noch eine andere Kommilitonin teil. Wir erstellten gemeinsam eine Sequenz zur Sexualerziehung für die achte Klasse. Eine Sequenz meint eine Abfolge an Unterrichtsstunden mit bestimmten Thematiken, die behandelt werden. Es nahm mehr Zeit in Kauf als wir angenommen hatten. Am Nachmittag präsentierten wir uns unsere Sequenzen gegenseitig und diskutierten über unsere unterschiedliche Herangehensweise, die dennoch sehr ähnlich war.
Als Nächstes bereiteten wir in kleinen Gruppen eine Unterrichtsstunde zur Thematik Ernährung vor. Eine Unterrichtsstunde zu konzipieren benötigt viel Zeit, Absprache und Kreativität. Wir durften hierzu die komplette Teilbibliothek mit Büchern, Modellen und Unterrichtsbroschüren nutzen. Bei der nächsten Seminarsitzung werden die Ergebnisse präsentiert, diskutiert und ausgetauscht. Weiterhin werden uns einige Organisationen wie beispielsweise ProFamila besuchen, die uns wertvolle Tipps geben, wie mit dem sensiblen Bereich Gesundheits- und Sexualerziehung umgegangen werden kann. Im Sommer dürfen wir dann unsere gesammelten Erfahrungen praxisnah an der Klasse der Dozentin ausprobieren. Es ist ein tolles Seminar, das unheimlich viele Möglichkeiten und Hilfestellungen liefert.

Autor: Eva  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 18, 2019
Autor: Eva
Rubrik: orientieren
Nov 18, 2019

Die Lehrer von morgen

Was mich am Lehrerdasein stresst - Teil 2

Im Referendariat haben wir quasi zwei Arbeitgeber: die Schule und das staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung. Beide haben ihre ganz eigenen Anforderungen. Das Seminar möchte uns bestmöglich auf die anstehenden Prüfungen vorbereiten; die Schule möchte, dass wir uns möglichst nützlich im Schulbetrieb machen. Das Seminar stellt mit seinen Veranstaltungen auch immer wieder kleine Aufgaben. So musste ich neulich einen kleinen Vortrag vorbereiten, was mich zusätzlich gestresst hat. Und nebenbei fangen nun so langsam die ersten Prüfungen an. Schul- und Beamtenrecht – eine 20-minütige mündliche Prüfung – habe ich bereits erfolgreich hinter mich bringen können. Das ist nicht leicht neben dem Schulbetrieb. Und dann steht bald auch wieder ein Unterrichtsbesuch an, für den ich einen Unterrichtsentwurf schreiben muss. Abgesehen davon bedeutet das Referendariat natürlich ständige Beobachtung und viele Absprachen mit allen möglichen Beteiligten.
Alles in allem durchlebe ich gerade eine Zeit, in der man sehr gut priorisieren und mit seinen Kräften haushalten muss. Wenn viele Aufgaben gleichzeitig auf mich einprasseln, komme ich oft in eine Überforderungssituation. Dann gilt es zu sortieren, was gerade wirklich wichtig ist, was weniger Zeitaufwand erfordert und wozu ich vielleicht auch einfach mal Nein sagen kann. Ich will damit übrigens nicht sagen, dass der Lehrerberuf der anstrengendste von allen ist. Jeder Job ist anders und es gibt verschiedene Schwierigkeiten zu meistern. Viele der Stressfaktoren am Lehrerdasein sind mir erst jetzt so klar geworden, vieles konnte ich vorher noch nicht so eindeutig benennen, deshalb wollte ich euch gerne an diesen Gedanken teilhaben lassen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 14, 2019
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 14, 2019