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Die Lehrer von morgen

Geballte Ladung

Ich wusste, dass ich dieses Semester zu kämpfen habe. Der Examensstress macht sich bei mir deutlich bemerkbar. Ich verbringe fast den ganzen Tag in der Uni, am Schreibtisch oder in der Bibliothek. Ich versuche alles zu geben und merke langsam schon, wie sich die Erschöpfung in mir breit macht. Es ist ein Phänomen für sich, dass am Ende des Lehramtsstudiums Prüfungen abgelegt werden müssen, die sich auf die komplette Studienzeit beziehen. Beruhigend für mich ist, dass es meinen Kommilitonen wie mir geht und wir uns gegenseitig Mut machen können.
Weiterhin befand sich heute Morgen ein Brief vom Studentenwerk in meinem Briefkasten. Ich muss bis Ende März mein Zimmer im Studentenwohnheim räumen. Üblicherweise kann man noch eine Verlängerung für ein Semester beantragen, bei mir scheint das aufgrund von renovierungsbedarf allerdings nicht möglich zu sein. Damit hatte ich nicht gerechnet. Dieser Brief macht nicht nur meine Planung zunichte, den Sommer über in Würzburg zu bleiben, sondern ist ein weiterer Stressfaktor in der Prüfungsphase. Ich muss alles ausräumen und einen Termin für die Schlüsselübergabe mit dem Hausmeister vereinbaren.
Dann muss ich auch Weihnachtsgeschenke besorgen. Ich bin weder der Typ für gekaufte Geschenke, noch habe ich im Moment die Zeit, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Ich zerbreche mir in freien Minuten den Kopf darüber, wem ich was schenken könnte beziehungsweise wie ich ein persönliches Geschenk mit wenig Aufwand bewerkstelligen kann. Bisher habe ich kaum Ideen.
Zusätzlich musste mein Großvater wegen Herzproblemen ins Krankenhaus. Die Last auf meinen Schultern wird immer schwerer, aber ich weiß, dass ich alles irgendwie bewerkstelligen kann und sehne mich schon nach der Zeit nach den Prüfungen.

 

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Dec 4, 2019

Die Lehrer von morgen

Sonderpädagogische Fachrichtungen

Studiert man in Bayern Sonderschullehramt spezialisiert man sich auf eine bestimmte Fachrichtung. In Würzburg werden die Fachrichtungen Lernbehindertenpädagogik, Sprachheilpädagogik, Pädagogik für Verhaltensstörungen, Pädagogik bei Geistiger Behinderung und Körperbehindertenpädagogik angeboten. Meine Fachrichtung ist die Sprachheilpädagogik, die ähnliche Schwerpunkte wie die Logopädie hat.
In anderen Bundesländern werden nicht nur eine, sondern zwei sonderpädagogische Fachrichtungen studiert, beispielsweise Sprachheilpädagogik und Lernbehindertenpädagogik. Die Semesteranzahl ist in beiden Bundesländern gleich.
Beide Ausrichtungen des Studiums bringen Vor- und Nachteile mit sich. Aufgrund des Ausbaus von Förderzentren und der Schließung einzelner Förderschulen mit bestimmter Fachrichtung wird das Studium in Bayern ab nächstes Wintersemester auch auf zwei Förderschwerpunkte umstrukturiert.
Bisher musste ich nur Fremdscheine in anderen Fachrichtungen machen. Ich besuchte ein Semester Veranstaltungen zur Pädagogik bei Verhaltensstörungen und erhielt oberflächlich einen Einblick in das Fach. Dieses Semester mache ich meinen Fremdschein in der Lernbehindertenpädagogik in Rahmen eines Schülercoachings an einer Grundschule. Ich besuche die Schule einmal in der Woche und biete für mehrsprachige Schülerinnen und Schüler „Nachhilfe“ an beziehungsweise verbessere ich mit ihnen ihre sprachlichen Kompetenzen. Abschließend schreibe ich eine Reflexion über die Besuche.
Grundsätzlich finde ich es sinnvoll, sich in einer Fachrichtung zu vertiefen. Andererseits kenne ich mich so gut wie gar nicht in den anderen Fachbereichen aus. Ein Fremdschein kann den Umfang anderer Fachrichtungen einfach nicht auffangen. Es fühlt sich lediglich wie ein Schnuppern an, weswegen es toll wäre, auch in anderen Fachdisziplinen mehr Einblicke zu erhalten.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Dec 2, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Dec 2, 2019

Die Lehrer von morgen

Awareness

„Sex-Skandal bei Erstsemester-Fahrt?“ titelte kürzlich eine deutsche Klatschzeitung. Ein offener Brief eines Erstis war an die Uni Bonn, die Staatsanwaltschaft und ebenjene Zeitung geschickt worden und berichtete von erzwungenen Alkoholexzessen und sexuellem Missbrauch auf der Erstifahrt der Mediziner.
Was an der Geschichte dran ist, weiß niemand, der nicht dabei war. Zwischen Unschuldsvermutung und Opferschutz wird darum gebeten, keine Stellungnahme abzugeben, solange die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Thema ist aber insbesondere bei den Fachschaften sehr präsent und wurde in mehreren studentischen Gremien thematisiert. Dabei entstand unter anderem ein Awareness-Leitfaden.
Einiges setzen wir als Fachschaft Mathematik ohnehin schon um: Alle unsere Veranstaltungen sind auch ohne Alkohol möglich. Auf jeder Fachschaftsveranstaltung gibt es neben Bier auch Softdrinks zu kaufen und wir bieten beim Wein- und Käseabend (WuKA) seit letztem Jahr auch Traubensaft an – wer keinen Alkohol trinkt, kommt also auch auf seine Kosten.
Ein für uns neuer Punkt des Awareness-Leitfadens war ein Awareness-Team bei Veranstaltungen, dessen Mitglieder nüchtern bleiben und in prekären Situationen geschulte Ansprechpartner sind. Für unsere Erstifahrt haben wir zum ersten Mal ein solches Awareness-Team gebildet und weil ich ohnehin so gut wie nie Alkohol trinke und mich empathisch genug fühlte, habe ich mich dafür gemeldet. Ein bisschen mulmig war mir aber schon. Ich ging nicht davon aus, dass irgendwelche heiklen Dinge auf unserer Erstifahrt passieren würden. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, dass das Lesen eines zehnseitigen Dokuments mit Handlungsvorschlägen mich ausreichend darauf vorbereiten konnte, jemanden zu betreuen, der gerade belästigt wurde.
Glücklicherweise lief unsere Erstifahrt harmlos ab. Niemand wurde zum Alkoholkonsum oder sonst irgendetwas gezwungen. Dennoch haben wir geplant, auf einem Fachschaftstag oder der nächsten Fachschaftsfahrt eine Schulung zu machen, in der wir lernen, was im Notfall zu tun ist. Awareness ist ein wichtiges Thema und auch wenn es in der Mathe-Fachschaft bislang keine Probleme mit Übergriffen gab, möchten wir wissen, dass wir im Zweifelsfall sinnvoll handeln.