interaktiv

Die Lehrer von morgen

Kinder und warum ich noch keine haben will

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

11.12.2017

Eine Freundin von mir redet schon ernsthaft von ihrer Kinderplanung. Nicht sofort, aber demnächst möchte sie schwanger werden. Manchmal erwische ich mich dann dabei, mein eigenes Leben zu überprüfen: Würden da aktuell Kinder reinpassen? Nach einer Weile merke ich aber, wie absurd dieser Gedanke für mich ist. Doch auch wenn ich noch nicht bereit bin für eigene Kinder – und sich das wohl auch die nächsten fünf Jahre nicht ändern wird – möchte ich, dass meine derzeitige Beziehung von anderen trotzdem ernstgenommen wird. Das auseinanderzuhalten ist manchmal gar nicht so leicht.
Als ich vor Kurzem meinen Bruder besuchte, der dieses erwachsene Leben mit Frau, Kind und Hund bereits führt, wurde ich in meiner derzeitigen Gefühlslage bestätigt. Sein Sohn ist mittlerweile zweieinhalb Jahre alt und ich habe hautnah erlebt, wie anstrengend er sein kann. Er stellt Tausend Fragen, fordert immerzu Aufmerksamkeit und schreit und weint herzzerreißend, wenn er nicht bekommt, was er will. Das Kinder so sind, ist natürlich keine neue Erkenntnis, aber nun war ich ein ganzes Wochenende lang damit konfrontiert. Dabei war ich an diesem Wochenende extra mit dem Nachtbus nach Berlin gefahren, sowieso total übermüdet und hatte den Unistress und mein so ganz anderes Leben im Hinterkopf. Ich wollte einfach viel Zeit mit meinem Bruder und meiner Schwägerin verbringen, erzählen und zuhören. Doch dieses Vorhaben wurde durch meinen Neffen (den ich natürlich sehr lieb habe) ziemlich gestört und das hat mich frustriert.
Natürlich wäre es für mich sicher etwas anderes, wenn es mein eigenes Kind wäre, für das ich ganz viel Zeit und Kopf hätte. Trotzdem war diese Erfahrung sehr gut für mich, um bewusst sagen zu können: Ich freue mich sehr für meine Freundin, wenn sie in den nächsten zwei Jahren ein Baby bekommt – doch mir kann das Ganze gerne noch ein paar Jahre gestohlen bleiben!

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