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Die Lehrer von morgen

Freunde

Freunde sind eine komische Erfindung. Besonders, wie Erwachsene mit Freundschaft umgehen, irritiert mich. In meinem Alter ist es nicht so angesehen, seinen Freunden für ein Date mit einem Typen abzusagen oder ihn überall hin mitzunehmen. Manchmal nervt das, weil man doch alle mag und alle sehen möchte. Aber wie ich schon bei den Philosophen Adam Smith oder David Hume gelernt habe, müssen Freunde nicht zwingend mit deinen Freunden Freunde sein, sondern nur dieselben Menschen blöd finden, die du auch nicht magst. Mitgefühl verlangt Verbündung gegen den Feind, Liebe für dieselben Dinge nicht unbedingt. Aber irgendwann kommt man an diesen Punkt, ab dem Menschen mit ihrem Partner zu einer solchen Einheit werden, dass sie nur noch gemeinsam zu Geburtstagen gehen.
Gerade fühlen sich meine Freundschaften sehr tief an, dabei aber keineswegs erwachsen: Zickerei wegen lächerlichen Kleinigkeiten gibt es immer wieder, aber trotzdem wird viel geredet, viel geteilt. Ich habe kaum noch Freunde aus der Schule. Meine richtigen Freunde sind in Ludwigsburg und die werden auch richtige Freunde bleiben – das scheint so lange eine ganz klare Sache, bis mir einfällt, dass meine Eltern fast gar keine Freunde aus Studienzeiten mehr haben.
Dabei will ich nicht immer wieder neue Freunde finden müssen. Aber vielleicht ist das nicht zu vermeiden. Es wäre so viel einfacher, die Menschen zu behalten, die man mag. Doch manchmal musste ich mir schon eingestehen, dass das auch aufhören kann. Aber ob das daran lag, dass es die falschen Menschen waren, ob Menschen mit zunehmender Erfahrung besser Freunde auswählen können, oder wir doch von einem allgemeinen Phänomen sprechen können, das habe ich noch nicht herausgefunden.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 15, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 15, 2016

Die Lehrer von morgen

Stress pur

Ich hätte in den vergangenen Wochen definitiv genug zu erzählen gehabt: Nachholklausuren, Urlaub, Drama im Freundeskreis – vom einen oder anderen werde ich in meinen nächsten Beiträgen bestimmt berichten. Ich hatte bisher nämlich beim besten Willen keine Zeit. Grund dafür war der furchtbar stressige Semesterstart. Als die Vortragsthemen in meinem Seminar „Elementare Zahlentheorie“ vergeben wurden, wollte ich unbedingt das zweite Thema haben, weil es dabei vor allem um Beweise zum Thema Primzahlen ging, was ich besonders gerne mache. Da eine Kommilitonin das erste Thema bekam –das Leben von Carl Friedrich Gauß – hatte ich erwartet, erst am zweiten Termin vortragen zu müssen. Das war leider ein Fehlschluss, wie ich in der anschließenden Sprechstunde erfuhr.
Das hieß dann wohl viel Mathe in wenig Zeit schaffen. Donnerstagnacht in der Woche vor Vorlesungsbeginn kam ich nach Hause, am Freitag hatte ich Geburtstag und meine Freunde aus Bonn kamen mich besuchen und am Samstag kam die Familie. Erst am Samstagabend fing ich dann mit meinem Vortrag an – fünf Tage vor dem Seminartermin. Dass eine Freundin von mir ihre neue WG mit einer Party einweihte, ich am Dienstagabend für den Geburtstag meines Bruders nach Hause fahren musste und nebenbei auch die anderen Veranstaltungen an der Uni begannen, war nicht besonders förderlich.
Nach einem auf den Punkt fertig gewordenen Vortrag am Donnerstag war der Stress der ersten Woche aber noch nicht vorbei: Um nicht noch mehr potenzielle Arbeitszeit in der Bahn zu verlieren, hatte ich das Familienauto nutzen dürfen, das zurückgebracht werden musste, dann war meine eine Mitbewohnerin im Urlaub und ich musste ihre Katze füttern und am Sonntag stand ich mal wieder beim Rosenkrieg als Poetry-Slammerin auf der Bühne – die Texte dafür waren auch erst kurz vorher in ihre finale Form gebracht worden.
Nachdem der Beginn der Vorlesungszeit so anstrengend war, hoffe ich jetzt auf ein etwas entspannteres Semester.

Frühere Beiträge von Janna aus ihrem Lehramtsstudium sind über ihre Übersichtsseite zu finden.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 8, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 8, 2016

Die Lehrer von morgen

Warum das Lernen keinen Spaß macht

Man könnte meinen, dass ich mich nicht beschweren darf. Denn an der Pädagogischen Hochschule werden uns sicherlich viele Freiheiten gegeben und auch, dass ich meine Examensthemen selbst wählen darf, kann eine große Entlastung sein. Aber gerade fühlt es sich überhaupt nicht so an.
Vier Wahlthemen habe ich für meine Ethikprüfung, und ich wählte sie nach Neigung. Vielleicht hätte ich lieber das wählen sollen, was ich schon längst kann. Aber meist ist das, was man am besten kann, auch das, was einem schon zum Hals raushängt. So sind es nun nicht Themen, die mir gänzlich unbekannt sind, aber doch solche, mit denen ich mich noch nie ausführlich befasst habe. Zum Beispiel lese ich nun das erste Mal den Utilitarismus von Mill komplett oder widme mich einer Methode des Gedankenexperiments und ihrer didaktischen Berechtigung im Ethikunterricht. Das ist zwar alles ganz spannend, aber auch ein enorm großer Zeitaufwand. Effektiv habe ich nur anderthalb Wochen zum Lernen und gerade erst die Literatur für zwei der vier Themen gelesen.
Ich muss dazu sagen, dass ich es auch ein bisschen unfair finde, dass es vier Themen sind. Meine Kommilitonen aus anderen Fächern haben teilweise nur zwei und das klingt jetzt zwar sehr selbstmitleidig, aber ich finde es utopisch, vier Themen in dreißig Minuten ansprechen zu können. Allgemein ist es wahrscheinlich einfach dasselbe Problem wie immer: Es wäre alles viel leichter, hätte ich nur früher angefangen.

Frühere Beiträge von Hannah aus ihrem Lehramtsstudium sind über ihre Übersichtsseite zu finden.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 12, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 12, 2016

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