interaktiv

Die Lehrer von morgen

Die Physiker

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

07.12.2016

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, dass ich vor drei Jahren schon einmal Tutorin war. Zusammen mit einem anderen Germanistikstudenten hatte ich jede Woche einer Truppe Erstis erzählt, was sie über die Uni, die Bibliothek, Hausarbeiten oder Referate wissen müssen. Dieses Semester bin ich wieder Tutorin – allerdings ein bisschen weniger entspannt.
Für mein Studium brauche ich nämlich noch Creditpoints im Wahlpflichtbereich. Zur Auswahl habe ich dafür ein paar Vorlesungen, die entweder sehr langweilig sind oder die das Angebot mathematischer Vertiefungen im Master für mich einschränken würden, oder ein mathematisches Praktikum. So ein Praktikum kann ein Projekt an einer Schule sein, eines an der Uni oder eben ein Tutorenpraktikum. Durch Kontakte, gutes Timing und gute Beteiligung in meiner Übung zu Linearer Algebra tutoriere ich daher in diesem Semester „Mathe I“ für die Physik-Erstis. Das bedeutet, ich muss zum einen einmal pro Woche drei Stunden lang vor zwölf Leuten stehen und mit ihnen die wöchentlichen Übungsaufgaben besprechen sowie alle Fragen zur Vorlesung klären, zum anderen jede Woche Übungszettelabgaben korrigieren, bewerten und Rückmeldung geben.
Ein bisschen Angst habe ich schon, weil ich nicht weiß, ob es womöglich Punkte gibt, an denen ich meine mathematischen Grenzen erreiche. Außerdem ist es etwas ganz anderes, nur ein bisschen von meinen Erfahrungen zu berichten, als den Stoff so zu erklären, dass die Studierenden es verstehen. Andererseits halte ich das Tutorenpraktikum für eine sehr gute Übung: Später werde ich vor Schulklassen stehen und Dinge erklären müssen. Und auch wenn Schule und Uni zwei verschiedene Paar Schuhe sind, ist es sicherlich deutlich lohnenswerter, ein Tutorium zu geben, als einfach nur eine Vorlesung zu hören. Außerdem gibt es noch zwei weitere Vorteile: Ich kann meine bisherigen Kenntnisse noch einmal festigen und vielleicht auch vertiefen und: Das Tutorium wird bezahlt. Ein bisschen mehr Geld in der Haushaltskasse schadet sicherlich nicht.

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