interaktiv

Die Lehrer von morgen

Tapetenwechsel Teil 1

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

21.12.2016

Bei mir ist im März schon wieder ein Umzug angesagt. Das kam ziemlich plötzlich, aber ich bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung. In meiner WG gab es ein paar Differenzen, kleinere unterschwellige Dinge, aber irgendwie machen gerade die das Leben ein bisschen schwerer.
Von Anfang an habe ich zu meinen zwei Mitbewohnerinnen einfach nie eine richtige Beziehung aufbauen können. Unsere Gespräche waren oberflächlich und verkrampft. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das über gezwungene Treffen zu retten gewesen wäre. Die zwei machen derzeit einen festen Kochabend ohne mich, weil ich an dem Tag wohl nicht kann. Gefragt haben sie mich zwar nie, aber vielleicht haben sie das ja immerhin an meinem Stundenplan festgemacht. Das stört mich auch nicht weiter, denn wenn ich schon nach fünf Minuten Smalltalk keine Lust mehr auf einen Menschen habe, möchte ich ihm auch nicht regelmäßig einen ganzen Abend widmen. Das hatte ich relativ schnell akzeptiert und dachte, so ein Leben als Zweck-WG ist auch mal was Angenehmes. Aber da waren ein paar Nachteile, die ich nicht bedacht hatte: Man beginnt, Kritik sofort persönlich zu nehmen, man fühlt sich nicht richtig zu Hause und man freut sich, wenn die Mitbewohnerinnen weg sind. Und das ist irgendwie nicht Sinn der Sache.
Zu diesem Wellenlängenproblem kommt bei uns noch hinzu, dass die zwei deutlich penibler sind als ich. Das bezog sich zunächst nur auf Sauberkeit und Ordnung. Gegen solche Dinge kann man schwer etwas sagen, denn jeder sollte sich in der gemeinsamen Wohnung wohlfühlen können. Schwierig finde ich allerdings, dass es oft keinen Kompromiss gibt. Ich zum Beispiel fühle mich auch unwohl, wenn meine Bewegungen in der Wohnung sich hauptsächlich darauf beschränken, möglichst wenig Spuren zu hinterlassen, um nicht hinterher kritisierende WhatsApp-Nachrichten zu erhalten. An Putzpläne sollte man sich natürlich halten, aber mit allem anderen kann man es auch ein bisschen übertreiben. Und dann kam es noch dicker... (Fortsetzung folgt)

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