interaktiv

Die Lehrer von morgen

Erwachsenwerden

Autor:
Janna

Rubrik:
orientieren

15.02.2017

Ein weiteres Jahr ist vorbei, ein neues hat angefangen und mir ist aufgefallen, warum ich Weihnachten in den letzten Jahren eher mit gemischten Gefühlen erlebe. Das ganze restliche Jahr über habe ich mit meinem eigenen Leben, meinem Studium und meine Freunden genug zu tun. An Weihnachten treffe ich jedes Jahr auf die Menschen, die mich in meiner Kindheit und Jugend begleitet haben, meine Freunde aus der Schulzeit und natürlich meine Familie. Dabei stelle ich jedes Mal fest, dass ich zwar ein Jahr älter geworden bin, aber kein bisschen erwachsener.
Dieses Jahr war ich am Silvesterwochenende mit meinen Freunden von Zuhause in einem Ferienhaus im Sauerland und habe mich ständig gefragt, wann die anderen es geschafft haben, so zu reifen. Die meisten sind mittlerweile im Master oder haben ihre Ausbildung abgeschlossen. Das eine Pärchen hat schon mal übers Heiraten nachgedacht, die anderen zumindest übers Zusammenziehen, und die Singles befassen sich mit Fragen darüber, wo sie nach dem Studium anfangen wollen, zu arbeiten.
Die Fragen nach Freund (nicht vorhanden), Studium (läuft, aber ein paar Jahre brauche ich noch) und Zukunft (keine Ahnung? Ich bin doch erst…oh, schon 23, so jung ist das ja gar nicht mehr) haben bei mir, auch wenn sie sicherlich nicht so gemeint waren, das Gefühl hinterlassen, dass ich Erwartungen nicht erfülle und schon an einem anderen Punkt in meinem Leben stehen müsste.
In Bonn, wo meine Freunde zwischen 18 und 21 sind, spüre ich diesen Druck weniger. Dafür frage mich jetzt aber, ob ich nicht einfach nur vor dem Erwachsenwerden weglaufe, indem ich mich mit jüngeren Menschen umgebe. Es ist eben einfacher, zu studieren, und keine schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen. Wie ich das ändern kann, weiß ich nicht so richtig. Im Sommer werde ich vermutlich meinen Lehramts-Bachelor abschließen, danach kommen noch zwei Jahre Master und dann das Referendariat. In den zweieinhalb bis drei Jahren habe ich hoffentlich Zeit genug, erwachsen zu werden.

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