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Die Lehrer von morgen

Klausuraufsicht

Die Vorlesungszeit ist vorbei, meine Klausuren sind geschrieben – aber damit ist meine Arbeit für dieses Semester noch nicht getan. Zu meinem Job als Tutorin gehört nämlich auch, dass ich einen Tag lang mit der Klausuraufsicht der Physiker beschäftigt bin. Am Montag nach meiner letzten Klausur stand ich also ab 9 Uhr vor dem Wolfgang-Paul-Hörsaal und kontrollierte die Personal- und Studentenausweise der Klausurteilnehmer, um die Namen auf der Liste abzuhaken. Eine gute Dreiviertelstunde später waren alle Personen abgehakt. Zwei Stunden lang hatten wir nun nichts zu tun, außer herumzusitzen und auf Meldungen der Studierenden zu reagieren – wahlweise damit, sie zum Klo zu begleiten oder Fragen zur Klausur zu beantworten, solange diese nicht zu konkret waren.
Dann begann der schwere Teil der Arbeit: die Korrektur. Wir konnten uns selbst aussuchen, welche Aufgaben wir korrigieren wollten; ich habe mit einer Kommilitonin zusammen Aufgabe vier bearbeitet, in der es um das Verständnis einer bestimmten Abbildung ging. In vier Teilaufgaben wurde nach Linearität, Kern, Bild und Bijektivität der Funktion gefragt – aus meiner Sicht sehr offensichtlich, aber die Antworten brachten uns teilweise an den Rand der Verzweiflung. Neben Rechtschreibfehlern („Linearetöt“), unleserlicher Schrift und vielen Studierenden, die diese Aufgabe gar nicht erst probiert hatten, diskutierten wir mehrmals, ob man an dieser oder jener Stelle nicht doch einen halben Punkt geben könnte. Mal hatte jemand nur die Begriffe „injektiv“ und „surjektiv“ verwechselt – und damit eine zwar inhaltlich korrekte, aber zur Frage falsche Erklärung – mal jemand nur die Begründung, aber keine Antwort hinschrieben oder aber Aufgabenteil c) in der Mitte von Aufgabenteil d) gelöst.
Nach fünf langen Stunden wurden es endlich weniger Klausuren, die noch zu korrigieren waren, und mehr, bei denen ich die Punkte zusammenzählen und ein „bestanden“ oder „nicht bestanden“ vermerken konnte. Leider waren es doch ziemlich viele nicht bestandene Klausuren. Von den vier Studierenden aus meinem Tutorium, die die Klausur mitgeschrieben hatten, hatte gerade mal einer die nötige Punktzahl erreicht. Ein bisschen enttäuscht von der Leistung meiner Physiker und ein bisschen verärgert mit mir selbst als Tutorin verließ ich an dem Abend das Mathezentrum. Aber ich fand es sehr cool, die Klausurerfahrung auch einmal von der anderen Seite zu machen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 20, 2017

Die Lehrer von morgen

Versteckte Nachrichten

Kennt ihr das, wenn ihr nach langer Zeit wieder einmal einen alten Karoblock von euch findet und vergangene Dinge entdeckt? Diese Woche erging es mir so. Auf der Suche nach Papier stieß ich auf einen alten Block aus meiner Realschulzeit. Wir befassten uns damals anscheinend mit Poetry Slam. Einige ständig überarbeitete Zeilen ohne Überschrift ließen mich innehalten. Es war ein kleines Gedicht beziehungsweise ein kleiner Poetry Slam, den ich verfasst hatte, der aber aus meiner heutigen Sicht noch ausbaufähig ist:
Puzzleteile formen sich verschieden, zeichnen eine durchweg individuelle Struktur. Ein Gemälde voller Glanz – berauschende Schönheit im Strichetanz. Verschieden und eigen lässt es sich binden und im Ganzen zeigen, eine Kunstform außerhalb jeglicher Norm. Aus einzelnen Teilen erstreckt sich eine zusammengesetzte Illustration, eine wunderschöne, liebevolle Paarungsform. Aus den kleinen Teilen meiner selbst. Striche meiner Fehler. Farben meines Charakters und den Formen meines Wesens. Meine kleinen, zierenden Einzelteile als Vollbild zusammengesetzt …
Ich erinnere mich, dass mich damals Poetry Slam unheimlich fasziniert hat. Ich begann, Gefallen am Schreiben zu finden. Jedoch verblasste diese Leidenschaft, als ich für mich bemerkte, dass andere richtig gute, bessere Texte verfassten – dann legte ich die Sache auf Eis. Eventuell ergreift mich die Lust irgendwann mal wieder. Hier zum Abschluss ein paar weitere Zeilen, die ich gefunden habe:
Ein bekanntes unbekanntes Gesicht. Ganz nah warst du, dennoch brauchte ich ein Fernglas für dich. Konnte deinen Herzschlag kaum noch fühlen. Sah dich in dunkelsten Schattierungen in deinem makellosen Ich vor mir verschwinden.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Mar 20, 2017

Die Lehrer von morgen

Behördenlauf

Eigentlich hatte ich gehofft, nach manch nerviger Situation an der Uni Düsseldorf die ganzen Behördengänge erst einmal hinter mir zu haben. Allerdings habe ich mich da wohl zu früh gefreut.
Voriges Jahr stellte ich nämlich plötzlich fest, dass mir laut Notenübersicht in Deutsch noch zwei Module fehlten: Didaktik und Literaturwissenschaft. Dabei hatte ich in Düsseldorf mit einer Einführungsvorlesung und drei Seminaren über Robinsonaden, Popliteratur und das Kriminalgenre eigentlich 17 Credit Points gesammelt – für Lehramt in Bonn waren gerade einmal zwölf notwendig.
Also schickte ich eine Nachricht an die Fachschaft, die mir empfahl, zum Prüfungsbüro zu gehen und nachzufragen, was ich tun sollte. Das ließ ich ein paar Monate schleifen und entschloss mich erst gegen Ende der Vorlesungszeit dazu, dort vorbeizuschauen. Die Mitarbeiter schickten mich allerdings erst einmal weiter, denn als Lehramtsstudentin sei das Bonner Zentrum für Lehrerbildung (BZL) zuständig, nicht die Philosophische Fakultät. Das kam mir etwas spanisch vor – die Anrechnung der Module musste ja über die Germanistik laufen, was sollte mir das BZL da helfen?
Ein Besuch im BZL am nächsten Tag brachte mich allerdings weiter: Mir wurde genau erklärt, welchen Antrag ich wo einreichen musste – nämlich doch bei der Germanistik, aber an einer anderen Anlaufstelle – und in der Woche danach konnte ich dort alle Unterlagen abgeben.
Die Bearbeitung dauert hoffentlich nicht mehr allzu lange, denn im März beginnt die Anmeldephase für die Module der Germanistik. Bis dahin muss alles angerechnet sein, damit ich im nächsten Semester Deutschdidaktik belegen darf.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 13, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 13, 2017