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Die Lehrer von morgen

Prosanova

In der Pfingstwoche war ich auf dem Prosanova-Festival in Hildesheim. Das definiert sich selbst als ein Festival für junge Literatur. Wir hatten keine Ahnung, was das bedeuten soll, und waren nur dort, weil ein Freund von uns im Organisationsteam war. Er meinte, es würde cool werden, und wir dachten, im schlimmsten Fall wäre es eine gute Möglichkeit, sich wiederzusehen. Also fuhren wir hin.
Auch im Nachhinein kann ich nicht so richtig sagen, was das Festival eigentlich war. Die Location bestand aus verschiedenen Lagerhallen, vollgestopft mit alten Polstersesseln und Lampenschirmen. Morgens gab es Frühstück gegen eine Geldspende – immer vegan, bio und laktosefrei – und ein eigenes Prosanova-Frühstücksfernsehen. Danach fanden verschiedene Veranstaltungen statt, alles unterschiedliche Formate: eine Lesung mit anschließendem Ausprobieren alternativer Enden der Geschichte in einer Handy-App, eine Lesung während man gemeinsam in einem Auto fuhr, Gespräche mit Autoren, Diskussionen über Genderfragen, die Verleihung des „Ingebach-Borgmann“-Preises (ein erfundener und nicht ganz ernst gemeinter Preis für den besten Literaturpreis), eine Installation mit von der Decke hängenden gefalteten Kranichen zum Abschneiden und Auffalten, um einen Romananfang darin zu finden und ihn an die Wand zu pinnen, …
Insgesamt war es ein spannendes Wochenende. Ein bisschen schade war, dass wir an mehreren Programmpunkten nicht teilnehmen konnten, weil die Räume zu voll waren und wir nicht mehr reingelassen wurden. Und natürlich haben uns auch einzelne Lesungen nicht so zugesagt, aber das ist vermutlich normal, zumal wir die Autoren vorher ausnahmslos nicht kannten und es daher ein absolutes Überraschungspaket für uns war. Und gerade für selbst Schreibende ist es manchmal auch ganz heilsam, wenn man nicht das ganze Wochenende über großartige Literatur präsentiert bekommt, sich selbst damit vergleicht und das große Zweifeln beginnt.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 20, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 20, 2017

Die Lehrer von morgen

Sommerliche Abendspaziergänge

Die Vorzüge des Sommersemesters haben begonnen. Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht, wenn ich morgens aufwache. Mein verstaubtes Fahrrad rollt die Hügel hinunter und hinauf. Gute Laune zeichnet sich in meinem Gesicht ab.
Besonders schön sind die Abende, die ich mit meinen Freundinnen in der wunderschönen Universitätsstadt Würzburg verbringe! Mit einem eisgekühlten Cocktail in der Hand machten wir uns schnurstracks auf den Weg zum Ufer des im Tal eingebetteten Mains. Wir suchten uns einen gemütlichen Platz aus und genossen das tolle Wetter.
So schnell wie die Zeit in solch schönen Momenten vergeht, wurde es auch schon langsam dämmrig. Wir beschlossen, im Lichtermeer der Laternen am Ufer entlang zu gehen, und genossen die abendliche Wärme. Als wir immer weiter spazierten, trafen wir auf einen uns unbekannten Ort: Wir entdeckten den Stadtstrand Würzburgs. Sand, Liegen und eine riesige Bar zierten die Fläche. Musik, bunte Lichter und Palmen kamen uns immer näher. Wir hatten eine Goldgrube gefunden! Ganz gemütlichen ließen wir uns nieder und genossen den kleinen Urlaubsmoment. Leute tanzten und die Stimmung war ausgelassen.
Als es bereits dunkel war, machten wir uns auf den Heimweg. Wir schlenderten durch die Gässchen der Altstadt und atmeten nochmals die sommerliche Luft ein, bis wir in die verschiedenen Busse einstiegen. An meinem Wohnheim angekommen, riss ich mein Fenster weit auf, blickte auf die beleuchtete Stadt und ließ mich dann in mein weiches Bett fallen. Das sind die Momente, die das Leben wertvoll machen!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jun 16, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jun 16, 2017

Die Lehrer von morgen

Religionen in Würzburg

Vor Kurzem besuchte ich in Gesellschaftswissenschaften das Seminar „Würzburg und Religion“. Ich sollte ein Interview über religiöse Praxis und Religionsfreiheit führen und wählte meine Großeltern aus. Sie sind 76 und 78 Jahre alt und konnten mir von einigen geschichtlichen Wenden und Ereignissen in Sachen Religionsfreiheit berichten. Hier zwei vereinzelte Fragen aus meinem Interview und ihre Antworten:
Wie setzt ihr eure religiöse Praxis um? „Ich bete morgens und abends. Zudem denke ich an Gott, gehe sonntags in die Kirche und nehme mich selbst als christlich wahr. Ich engagiere mich zusätzlich als Gemeindehelfer/in. Zudem versuche ich, die zehn Gebote einzuhalten.“
Inwiefern wird die Religionsfreiheit anderer eingeschränkt? „Die Religionsfreiheit wird in Deutschland heute nicht mehr eingeschränkt. Früher war das anders. In meiner Kindheit war die Trennung zwischen evangelisch und katholisch extrem. Es sind katholische Flüchtlinge gekommen, die in unserer Region nicht gerade beliebt waren. Auch die evangelischen Flüchtlinge waren bei den Katholiken nicht willkommen. Früher war eine Hochzeit zwischen einem Katholiken und einer Protestantin – oder umgekehrt – unvorstellbar, dennoch siegte oft die Liebe.“
Im weiteren Seminarverlauf besuchten wir das Shalom Museum in Würzburg. Es ist ein jüdisches Museum, das ehrenamtlich betrieben wird. Wir sollten uns ein Artefakt auswählen, das zu unserem Interview passt. Ich wählte Informationen über die Hochzeitzeremonie der Juden. Die läuft so ab: Braut (kalla) und Bräutigam (chatan) treten unter einen verzierten Baldachin, die Chuppa, ebenso ein Rabbiner. Im ersten Teil der Hochzeit zelebriert der Rabbiner die Heiligung (Kidduschin) und die Angelobung (Erussin), indem er den Segen über einem mit Wein gefüllten Becher ausspricht. Aus diesem trinken beide Eheleute. Dann steckt der Bräutigam der Braut einen Ring an den Finger und sagt: „Durch diesen Ring seist du mir angelobt entsprechend dem Gesetz von Moses und Israel.“ Ebenfalls gehört die Verlesung des Ehevertrags (Ketuba) dazu, indem sich der Ehemann für die Versorgung seiner Frau verpflichtet.
Der zweite und eigentliche Teil der Heirat ist die Besiegelung der Verlobung (Nissu’in). Der Rabbiner verliest sieben Segenssprüche, woraufhin das Paar abermals vom Wein trinkt. Dann zertritt der Bräutigam ein Glas, das Startsignal zum Beglückwünschen mit dem Spruch „Masel Tow!“ – und zum ausgiebigen Feiern.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jun 9, 2017