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Die Lehrer von morgen

Fernbeziehungen

Fernbeziehungen sind sehr anstrengend. Ich weiß nicht einmal, ob ich meine Beziehung dazu zählen kann, denn bei meinem Freund und mir handelt es sich nur um knapp 60 Kilometer, eine Entfernung also, die es ermöglicht, uns jede Woche zu sehen. Aber sie hat diesen Fernbeziehungscharakter: Wir müssen vorausplanen, wann wir uns sehen können und wegen der Fahrtzeit haben wir das Gefühl, dass sich der Aufwand für nur eine Übernachtung nicht lohnt – das macht alles schwierig.
Manchmal denke ich fast, dass eine größere Entfernung besser wäre. Eine Entfernung, bei der man genau weiß, dass man auf dieses eine nächste Treffen in fünf Wochen hinfiebert und dass davor nichts möglich ist. Bei der Strecke Ludwigsburg-Tübingen bleibt immer diese Resthoffnung, dass auch mal ein spontaner Besuch drin ist, und es entsteht diese Enttäuschung, wenn der Partner sein Wochenende mit anderen Terminen belegt.
Ich habe Fernbeziehungen für mich nie ausgeschlossen, hatte den Gedanken sogar ganz angenehm empfunden, dass man den Freund nicht immer um sich herum hat. Aber nach anderthalb Jahren kann ich sagen, dass es langfristig auf keinen Fall etwas für mich ist. Ich vermisse die Möglichkeit, spontan beim anderen zu übernachten, auch wenn sich am nächsten Morgen die Wege wieder trennen. Mich nervt es, dass ein Termin am Samstag bereits Konsequenzen für das ganze Wochenende haben kann. Ich erwische mich dabei, wie ich Freunden absage, um meinem Freund zusagen zu können – und das missfällt mir.
Umso glücklicher bin ich über das absehbare Ende meines Studiums. Wenn ich im Frühjahr 2018 mein Staatsexamen mache, bin ich spätestens im Juni fertig und kann im Juli nach Tübingen ziehen, wo mein Freund noch bis Herbst 2018 studieren wird. Im Januar 2019 wird es dann vermutlich an einen anderen Ort gehen für das Referendariat und ab da können wir hoffentlich gemeinsam planen.
Bei dieser Entscheidung überkommt mich allerdings das Gefühl, mein ganzes Leben nach einer Person auszurichten. Auf der anderen Seite: Für wen sollte ich in Ludwigsburg bleiben? Meine Nebenjobs werde ich aufgeben, meine Freunde werden sich auch in verschiedene Richtungen verstreuen und meine Berechtigung zum Wohnen im Studentenwohnheim läuft ohnehin im September 2018 aus. Mit diesem Ausblick, dieser Begrenzung der aktuellen Situation auf nur noch ein Jahr, bin ich sehr glücklich und motivierter für meine letzten Meter an der Hochschule.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Aug 1, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Aug 1, 2017

Die Lehrer von morgen

Stress!

Die Klausurphase läuft und mein Kopf glüht. Eine Prüfung habe ich schon hinter mir, zwei folgen noch. Zudem muss ich eine Unterrichtsstunde vorbereiten und zwei Hausarbeiten schreiben und bekam gerade auch noch eine E-Mail, dass ich für ein Seminar eine zweiseitige Reflexion schreiben soll – uff!
Außerdem stehen privat auch noch zwei Hochzeiten an, für die ich mich sehr engagiere, mit einem Hochzeitsspiel, einer musikalischen Aufführung in der Kirche und dem Entwurf eines Gästebuchs. Beim Hochzeitsspiel bekamen Freunde und Familie ein Bild des Brautpaars zu sehen. Zudem wurden ihnen Fragen gestellt, beispielsweise: „Wie könnte das Brautpaar sich kennengelernt haben?“ „Wer von den beiden hat die Hosen an?“ Die Befragten haben die schrillsten Stories ausgepackt, es war wirklich amüsant! Wir schneiden nun daraus die lustigsten Szenen zusammen und erstellen ein Video. Bei unserer musikalischen Aufführung singen wir Hits wie „Ein Hoch auf uns“, ich begleite am Klavier.
Die heißen Sommertage machen es mir also bei meinen Vorbereitungen nicht leicht: wenig Schlaf im heißen Zimmer, ständiges Verschwitztsein und Niedergeschlagenheit. Im Moment rettet mich nur noch die „Droge“ Kaffee, am besten eisgekühlt! Dennoch bin ich zuversichtlich, da meine missliche Lage irgendwann ein Ende hat – leider fängt dann aber auch schon meine Ferienarbeit bei der Post an. Das Schöne an der ganzen Situation ist dennoch, dass ich mich riesig auf die Hochzeiten freue.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jul 24, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jul 24, 2017

Die Lehrer von morgen

Summertime Festival

Es hat große Vorteile, Menschen aus ganz Deutschland zu kennen – das stelle ich immer wieder fest. Dabei ging es diesmal gar nicht um meine Bekannten, sondern um Menschen, die meine gute Freundin Pia kennt: Vor mehreren Jahren hat sie auf einem Jugendkongress in Berlin Philipp kennengelernt. Er hat Anfang des Jahres bei all seinen Kontakten angefragt, ob sie Lust hätten, ehrenamtlich auf dem Summertime Festival in Wolfenbüttel zu arbeiten, das er mitorganisiert. Kost und Logis frei, Party, Crew-T-Shirts und natürlich der kostenlose Besuch des Festivals klangen ziemlich cool. Deshalb musste ich nicht lange überlegen, als Pia mich fragte, ob ich mitkommen würde. Um Geld zu sparen und aus dem Wochenende ein noch aufregendes Erlebnis zu machen, beschlossen wir außerdem, nach Wolfenbüttel zu trampen. Nachdem wir Philipp vor Ort gefunden und ein paar andere Helfer kennengelernt hatten, ging es abends noch in eine Jugendkneipe und dann halbwegs früh schlafen.
Der Festivaltag an sich war absolut cool! Bis zum Nachmittag hatten Pia und ich frei und konnten das Festivalgelände erkunden, Fotos machen, Bands angucken und zwischendurch das ganze Essen, vertilgen, das es im Crew-Container gab. Dann ging es zur Arbeit an den Bierstand. Wir waren in der Hochphase eingeteilt! Vor allem zwischen den einzelnen Bands kamen unglaublich viele Menschen, die Bier, Cider und Softdrinks haben wollten – die Arbeit hat unglaublich Spaß gemacht. Nach einer halben Stunde war ich vollkommen drin: Bestellung aufnehmen, weitergeben, Becher füllen, kassieren, dabei die ganze Zeit freundlich lächeln und sich unglaublich freuen, wenn es trotz der horrenden Preise mal Trinkgeld gab. Von meinem Platz aus konnte ich sogar der einzigen Band des Tages, die ich schon kannte, zusehen und auch mitsingen. Nach meiner Schicht lief ich noch mit Pia übers Gelände, sammelte Eindrücke und war dann aber auch ziemlich platt, sodass ich um 22.30 Uhr beschloss, die noch folgende Party Party sein zu lassen.
Die Erfahrung war auf jeden Fall eine gute und das gelbe Festivalbändchen an meinem Handgelenk erinnert mich daran, dass ich, falls es terminlich passt, im nächsten Jahr gerne wieder beim Summertime Festival mithelfen werde.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jul 20, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jul 20, 2017