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Die Lehrer von morgen

Exewas?

Die Semesterferien haben begonnen. Meine Aufgabe für die nächsten drei Wochen ist es, eine Exegese zu schreiben. Das ist die Auslegung und Interpretation von Texten, insbesondere von religiösen Schriften wie der Bibel. Mit ihrer Hilfe sollen fachlich gebildete Leser sowie Laien die Aussagen und Inhalte, die historischen und textlichen Zusammenhänge der Texte erfassen.
So langweilig, wie es sich anhört, ist es nicht! Ich muss meine Exegese über die Bibelstelle Genesis 22, 1-19 im Alten Testament verfassen. Es geht um die Opferung Abrahams einzigen Sohn als eine von Gott gestellte Prüfung. Als Abraham seinen Sohn opfern will, hält Gott ihn davon ab. Weil Abraham seinem Willen gefolgt ist, erfährt er Verheißung.
Ich habe einen Stapel Bücher aus der Universitätsbibliothek zum Alten Testament ausgeliehen und bin am Ackern und Blättern. Leider gibt es eher oberflächliche Literatur über das gesamte Alte Testament und weniger explizite über Genesis.
Ich bin ziemlich hilflos, da das meine erste Exegese ist. Ich versuche seit einer Woche meine Tutorin per E-Mail zu erreichen, um Antworten zu bekommen – doch keine Rückmeldung. Nun bin ich auf mich allein gestellt.
Leider spuckt das Internet zu meinem Thema auch herzlich wenig aus, da jede Exegese auf unterschiedlichen Schwerpunkten basiert. Der Dozent legt fest, welche Themenbereiche vertieft werden sollen. Nun versuche ich mich selbst an den unterschiedlichen Gliederungspunkten und bombardiere meine Tutorin weiterhin mit Nachrichten, da ich ziemlich unter Zeitdruck stehe. Mal sehen, was draus wird …

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Aug 30, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Aug 30, 2017

Die Lehrer von morgen

Gute Freunde

Meine gute alte Tischnachbarin Anja ist nach unserem Abi in das schöne Städtchen Koblenz gezogen. Sie hatte Sehnsucht nach ihrer großen Liebe. Problematisch daran ist, dass ich sie jetzt kaum noch sehe, da sie selten nach Hause kommt. Glücklicherweise bot sich dann doch endlich die Gelegenheit, sie in die Arme zu schließen. Die Semesterferien begannen bei ihr etwas früher, weshalb sie für ein paar Tage in unsere Heimat zurückkehrte. Ihre Begleitung ist nun die wundervolle Hündin Lusi, die sie aus dem Tierheim bei sich aufgenommen hat. Es ist eine etwas schüchterne braune Hündin, die durch ihren Charme jedes Stück Wurst ergattern kann.
Als ich schon ungeduldig auf Anja wartete, klingelte plötzlich mein Handy. Ich hatte Angst eine kurzfristige Absage zu erhalten, doch sie hatte sich nur verfahren. Als ich sie erfolgreich zu mir gelotst hatte, stand uns beiden ein dickes Grinsen im Gesicht. Wir drückten uns ganz fest und hatten uns endlich wieder.
Danach machten wir es uns auf meiner Terrasse gemütlich und brunchten. Ich hatte frische Semmeln besorgt und ein wenig gebacken. Eine Tasse Kaffee ließ uns Studierenden wach werden. Wir verbrachten eine lange Zeit in unseren Gartenstühlen, denn wir hatten uns viel zu erzählen. Als unsere Bäuche randvoll waren, machten wir einen kleinen Verdauungsspaziergang, beziehungsweise für mich einen langen, denn wir waren eineinhalb Stunden unterwegs. Von der Sonne gerötet, kamen wir dann durstig bei mir an. Auch Lusi stürmte zu ihrem Tröglein, das mein Papa aufgestellt hatte.
Ich genoss die Zeit mit ihr und war sehr traurig als wir uns wieder verabschieden mussten. Es ist doch echt ätzend, dass die liebsten Freunde immer so fern sind … Nun warte ich eben wieder ein Semester. Vielleicht besuche ich Anja und Lusi dann wieder in Koblenz. Bis dahin halte ich eben per WhatsApp Kontakt mit ihr.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Aug 21, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Aug 21, 2017

Die Lehrer von morgen

Bibliothekstrauma

Nur um das klarzustellen: Die Entscheidung, in Bonn Mathe und Deutsch auf Lehramt zu studieren, war eine der besten meines Lebens. Ich liebe die Stadt, die Uni, meinen Freundeskreis und generell habe ich im Vergleich zu Düsseldorf noch keinen Punkt gefunden, in dem Bonn schlechter abschneidet – bis heute!
Vielleicht war ich in Düsseldorf verwöhnt. Eine riesige Universitäts- und Landesbibliothek (ULB), dazu ein paar Fachbibliotheken für Notfälle, damit konnte man gut arbeiten. Während meiner Haus- und Bachelorarbeitsphasen habe ich in der ULB gelebt, ein Fensterplatz mit Steckdose in der Nähe, dank Uni-WLan ab und zu ein bisschen Surfen als Pause vom Schreiben und auf der Bib-Website war schnell alle Literatur gefunden und in fünf Minuten besorgt.
In Bonn fängt es schon beim Katalog an. Während in Düsseldorf Bücher, die nicht in der Bibliothek stehen, gar nicht erst im Katalog zu finden sind, bekommt man in Bonn alles angezeigt. Ich habe erst einmal eine Weile gebraucht, um herauszufinden, welche Bücher wirklich verfügbar sind und für welche es nur ein Angebot zur Fernleihe gibt.
Dann die Bibliothek an sich. In Düsseldorf ist alles thematisch nach Fachbereichen sortiert. Als ich beispielsweise ein Buch über Kriminalitätsstatistiken brauchte, fand ich direkt daneben Bücher über Gewalttheorien, von denen ich eines gut für meine Hausarbeit nutzen konnte. In Bonn gibt es eine Sammlung, die ähnlich gut sortiert ist – aber abgesehen davon sind die Bücher in der Freihandsammlung nach Herausgabedatum eingeordnet, sodass ich einmal quer durch den ganzen Keller laufen muss, um zwei ähnliche Bücher zu suchen, nur weil das eine ein paar Jahre früher erschienen ist als das andere. Außerdem muss ich für meine Literaturrecherche neben der Hauptbibliothek teilweise noch in Fachbibliotheken, etwa die der Germanistik oder der Ost- und Asienwissenschaften. Dort kann man aber vieles nur vor Ort nutzen oder scannen.
Mein Problem mit der Bonner Uni-Bibliothek ist so gravierend, dass ich sogar schon überlegt habe, ob ich meine Literatur einfach in Düsseldorf ausleihe – vielleicht mache ich das zumindest teilweise tatsächlich so.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Aug 18, 2017