interaktiv

Die Lehrer von morgen

Jobben bei der Post

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

22.09.2017

In diesen Sommerferien jobbe ich wieder bei der Post. Trotz der Erlebnisse im Vorjahr – mit einem geschrotteten Auto, einem verlorenen Paket und ermüdenden Zehn-Stunden-Tagen – wagte ich mich erneut an diesen Job. Sicherlich hatte ich Bammel, welches Chaos sich dieses Jahr auftut, doch bisher lief alles gut – zu gut? Ich komme pünktlich, gehe nicht als Letzte aus der Geschäftsstelle heraus und stemple angemessen aus. Falsche Briefe habe ich nur wenige zurückerhalten und Pakete vergaß ich keine. Es ist für mich unbegreiflich, wie sich das Blatt so wenden konnte.
Dennoch ist die Arbeit wieder sehr mühsam. Bei heißen 32 Grad stapfe ich von Haus zu Haus, hüpfe in den riesigen VW Bus und rutsche wieder heraus. Ich schleppe schwere Pakete und verteile dicke Ikea-Kataloge an alle Haushalte. Vier Wochen unterstütze ich die Post und dann ruht dieser Job wieder für eine Weile. Ich habe deshalb großen Respekt vor den Brief- und Paketboten, die schon nahe der Rente sind, denn die körperliche Anstrengung ist nicht zu unterschätzen. Ebenso braucht man einen klaren Kopf in diesem Beruf, denn es muss an so viel gedacht werden: Die Route, besondere Briefe, Pakete, Briefkastenleerungen, Besonderheiten mancher Haushalte und die Freundlichkeit, die den Kunden gegenüber ausgestrahlt werden sollte.
Ein kleiner Vorteil ist, dass ich jung bin. Die Rentner freuen sich dadurch immer auf mich und warten sogar teilweise im Hof. Das heißt, ich muss nicht ständig ein- und aussteigen und kann ein paar Briefe mal aus dem Fenster reichen. Auch beim Schleppen schwerer Pakete erhalte ich öfters ein wenig Trinkgeld, wovon ich mir eine kühle Limo gönne. Fast die Hälfte ist schon geschafft und ich muss zugeben, dass mir die Arbeit sogar etwas Spaß macht – mal sehen, ob das in einer Woche immer noch so ist.

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