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Die Lehrer von morgen

Turbulenzen am Anfang vom Ende

Mein letztes Semester hat begonnen und damit der offizielle Zeitraum für meine wissenschaftliche Arbeit. Die Bücher stapeln sich auf meinem Schreibtisch, zehn sind es mittlerweile. Noch habe ich keines davon gelesen. Heute war ich im Seminar „Einführung in die Didaktik“ umgeben von Drittsemestern und die einzige, die ihren Laptop mitgebracht hat, um in Vorbereitung auf das Examen mitzuschreiben. Heute und morgen bin ich auf Abschiedspartys von Freundinnen, die ihr Examen bestanden haben und die Stadt verlassen. Eine andere Freundin hat ihre Prüfung vorgestern nicht bestanden und ist zu ihren Eltern geflüchtet.
Irgendwie ist gerade alles turbulent und emotional überfordernd für mich. Ich weiß noch nicht, wann ich richtig ankommen werde in diesem Semester, oder ob man das im allerletzten Semester überhaupt. Ist es überhaupt das letzte Semester? Ich gehe stark davon aus, alles auf die Reihe zu bekommen, aber unvorhergesehene Wendungen gibt es immer wieder. Zum Beispiel benötige ich noch ein Kompaktseminar, um am Examen teilnehmen zu können, aber genau dann habe ich eventuell einen wichtigen medizinischen Eingriff. Ich bin also auf die Kulanz des Leiters angewiesen, den ich bisher nicht kennengelernt habe und daher nicht einschätzen kann.
Die offizielle Anmeldung zum Examen ist in zwei Wochen. Danach spreche ich mit meiner Prüferin die Themen durch. Ich bin darauf noch überhaupt nicht vorbereitet, wollte nur, dass sie meine Themenformulierungen absegnet. Eine Gliederung oder Literaturliste habe ich noch nicht erstellt. Die Themen sollten aber passen, eine meiner Freundinnen, die es schon geschafft hat, hatte zufällig sehr ähnliche Themen gewählt und mir ihre Materialien überlassen. So bin ich recht entspannt, nun ist erst einmal die wissenschaftliche Arbeit dran. Da sich die Prüfungsthemen auf Seminare beziehen, muss ich nur altes Wissen noch einmal mobilisieren und komme vielleicht aus dem Stegreif mit einer 4,0 durch die Prüfung. Das wird aber leider nur drei von vier Prüfungen betreffen. In Psychologie haben mir die Seminare, die ich selbst besucht habe, überhaupt nicht gefallen, weshalb ich auf das Thema einer Freundin ausweichen werde, das ich mir mit ihrer Hilfe neu aneignen muss. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, alles rechtzeitig zu schaffen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 23, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 23, 2017

Die Lehrer von morgen

Hinter den Kulissen der Ersti-Rallye

Das Semester hat begonnen und nach dem Ersti-Kennenlernabend, der Ersti-Kneipentour, dem Ersti-Grillen und dem Ersti-Karaoke-Spieleabend darf natürlich eine Sache nicht fehlen: Die Ersti-Rallye.
In den vergangenen Wochen habe ich so viel Zeit in der Mathe-Fachschaft verbracht, dass ich mich ihr näher denn je fühle und darum spontan gefragt habe, ob für die Rallye noch Hilfe benötigt würde. Die Antwort kam prompt: Die Station „Essen raten“ sei noch nicht besetzt, die könnte ich übernehmen. Ab sofort war ich also verantwortlich dafür, dass am Ersti-Rallye-Tag vor dem Geografie-Institut Erstis aus verschiedenen pürierten, zusammengemischten Lebensmitteln die einzelnen Zutaten erschmecken konnten.
Das hieß vor allem am Tag davor Stress. Die Mischung aus Pizzateig, Pesto, Studentenfutter und Chips schaffte es leider, unsere Küchenmaschine zu killen, weswegen ich noch einen Pürierstab besorgen musste. Aber die anderen beiden Mischungen aus Apfel, Banane, Leinsamen, Zwiebeln und Spinat sowie Reis, Seetang, Reismilch, Bier und Gojibeeren ließen sich gut zubereiten und schmeckten auch gar nicht so ekelhaft wie befürchtet.
Mittwochs stand ich dann ab 14 Uhr an meiner Station und hatte jede Menge Spaß. Ein paar Freunde ließen es sich nicht nehmen, mich zu besuchen, mit den Erstis zu quatschen und selbst zu testen, ob sie die Zutaten erschmecken konnten. Für jede erratene Zutat bekamen die Erstigruppen einen Punkt, zudem konnten wir noch bis zu zehn Zusatzpunkte verteilen. Eine Gruppe bekam Zusatzpunkte, weil sie uns Kekse schenkte und eine andere Gruppe dafür, dass sie auf die Kekuléstatue direkt neben unserer Station kletterte und dem Naturwissenschaftler eine Sonnenbrille aufsetzte. An anderen Stationen mussten die Erstis beispielsweise Twister oder Völkerball spielen, mit Toast im Mund Lieder singen oder ein Bobbycar-Rennen fahren. Sie konnten durch coole Aktionen und erfolgreiches Meistern der Aufgaben dort ebenfalls Punkte sammeln.
Abends kamen wir dann alle an der Poppelsdorfer Allee zusammen, wo die erfolgreichste Gruppe ermittelt wurde und ein „Ersti-Hilfe-Paket“ mit Tütensuppen, Taschentüchern, Kulis, Koffeintabletten und vielem mehr überreicht bekam.
Der Tag hat mir super viel Spaß gemacht, nächstes Jahr gerne wieder!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 20, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 20, 2017

Die Lehrer von morgen

Erwachsen werden

Ich befinde mich gerade in einer seltsamen Phase. Eine sehr gute Freundin hat dieses Jahr geheiratet, eine andere ist verlobt. Das ist ein merkwürdiges Gefühl für mich, denn ich lebe immer noch im Studentenwohnheim in einer WG, führe eine Fernbeziehung und bin nicht einmal so sehr in die Familie meines Freundes integriert, dass wir gemeinsam Weihnachten feiern. Dabei bin ich eigentlich gedanklich gar nicht so weit von diesem Erwachsenenleben entfernt. Ich bin aus dem WG-Alter raus und freue mich, wenn meine Mitbewohnerinnen mal außer Haus sind und ich die Wohnung ganz für mich habe. Ich sehne mich danach, allein oder mit meinem Freund zusammen zu wohnen.
Gestern hat mich ganz spontan eine Freundin nach ihrer Examensprüfung besucht und ich habe mehrere Stunden mit ihr verbracht. Durch diese Spontaneität habe ich mich wie im ersten Semester gefühlt, weil meine Tage nun normalerweise durchstrukturiert sind mit ausgemachten Treffen, Arbeit und Uni. Freunde in weiter entfernten Städten habe ich schon länger nicht mehr gesehen – in den ersten Semestern war das einfacher. Da hatte ich noch keinen Nebenjob und keinen Stress und ich war fast verbissen darauf, Menschen kennenzulernen und mir ein Umfeld aufzubauen. Jetzt bin ich voll und ganz hier angekommen und suche wo es geht nach Freiräumen, nach Zeit für mich. Das ist in meiner aktuellen Situation ziemlich schwierig, da meine Mitbewohnerin und gute Freundin gerade ihr Examen absolviert und im Anschluss für ihr Referendariat nach Freiburg ziehen wird – da müssen wir die verbliebene gemeinsame Zeit nutzen.
Na ja, wahrscheinlich ist diese Phase gar nicht so seltsam. Wir werden erwachsen und setzen das eben unterschiedlich gut um. Wirklich seltsam ist nur die Vorstellung, dass zwei meiner Freundinnen diesen Herbst ihr Studium beenden und dann nicht mehr im Raum Stuttgart wohnen werden. Nach dem Abi habe ich zu vielen Freunden den Kontakt verloren. Wie sich das mit Freunden aus dem Studium verhält, kann ich noch nicht einschätzen – und davor habe ich wirklich ein wenig Angst.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 17, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 17, 2017