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Die Lehrer von morgen

Hey Judeschka!

In letzter Zeit mache ich mir oft Gedanken über Menschen, die mich mein Leben lang begleitet haben. Wie sie sich verändern, was sie tun und wohin es sie verschlagen hat. Damals kickten wir im Ort gemeinsam, egal ob Mädchen oder Junge, oder klingelten ganz frech an Türen, um uns schnell zu verstecken und wütende Blicke zu beobachten. Oder wir lagen im Zelt und philosophierten über das Leben. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit, an die ich gerne zurückdenke. Man durfte so sein, wie man ist, frei und durchgedreht. Und jetzt sind alle meine Freunde von damals so weit voneinander entfernt wie noch nie und die vergangene Zeit scheint immer mehr zu verschwimmen.
Eine sehr gute Freundin von mir hat oft gesungen und auf ihrer alten Gitarre gespielt. Sie war meine Nachbarin und ist etwas älter als ich. Wir reisten zusammen an die Ostsee und genossen das Gitarrenspiel während des Sonnenuntergangs. Ihre Locken waren wild und ihr Lachen ansteckend. Sie war waghalsig, mutig und ein großes Vorbild für mich.
Heute ist sie als die Singer-Songwriterin „Hey Judeschka!“ bekannt, hat die Single „Immerwiedersommertag“ veröffentlicht, gibt Konzerte und studiert Jazz-Gesang. Sie zieht mit ihren poetischen Liedern die Zuhörer in ihren Bann, ermöglicht es ihnen, sentimental zu werden und für einen Moment loszulassen. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich wegen ihr eine Träne vergossen habe … Es ist ein komisches Gefühl, seine Freundin auf Youtube, Spotify oder iTunes zu finden, ihre Lieder unter der Dusche oder im Auto zu hören, ihre Entwicklung zu verfolgen. „Ich lebe für die Kunst“, flüsterte sie mir bei unserer letzten Begegnung ins Ohr und tanzte durch die Küche. Sie ist so weit von mir entfernt, doch dank ihrer Musik ganz nah.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Nov 3, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Nov 3, 2017

Die Lehrer von morgen

Goldener Herbst

Oh wie schön sind doch die prächtigen Farben des Herbstes! Genießen durfte ich dieses Farbenspiel der Natur in den Bergen, wo es umso schöner anzuschauen ist. Ich packte Freitag meine Siebensachen und fuhr mit meinem Liebsten nach Berchtesgaden. Dort machten wir eine Bootsfahrt auf dem Königssee, durch mystisch anmutende Nebelschwaden – es war atemberaubend! Mit stetig steigender Sonne löste sich die Nebeldecke langsam auf. Die Bäume wurden von den warmen Strahlen geküsst und glänzten im goldenen Sonnenlicht.
Am Ufer angelangt, marschierten wir zur Fischunkelalm. Verschiedene Wanderer kamen uns entgegen, darunter asiatische Erstis, die in Badeschlappen und Ballarinas den steinigen Aufstieg wagten.Oben legten wir eine kleine Rast auf einem großen Stein ein. Wir machten Brotzeit und wanderten weiter. Der nächste Stopp war die St. Bartholomäkirche. Nicht nur die Außenfassade ist ein echter Hingucker, auch der große, verlockende Biergarten ist einen Besuch wert.
Gegen Abend suchten wir uns eine nette Gaststätte. Der Zwiebelrostbraten dort stellte sich als echte Sensation heraus – so köstlich hatten wir schon lange nicht mehr gegessen!
Übernachtet haben wir im Auto, wo es nicht so kalt war wie erwartet. Die hinteren Sitze hatten wir herausgenommen und eine kleine Matratze hineingelegt. Hier war gerade so Platz für zwei, für ein paar Nächte aber völlig ausreichend. Es war ein tolles und aufregendes Erlebnis, einige Tage so in den Bergen zu verbringen. Wir wanderten durch die Natur und erfreuten uns an ihrer Schönheit. Fast traurig fuhren wir in die Heimat zurück, wo der Uni-Wahnsinn begann.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Oct 27, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Oct 27, 2017

Die Lehrer von morgen

Turbulenzen am Anfang vom Ende

Mein letztes Semester hat begonnen und damit der offizielle Zeitraum für meine wissenschaftliche Arbeit. Die Bücher stapeln sich auf meinem Schreibtisch, zehn sind es mittlerweile. Noch habe ich keines davon gelesen. Heute war ich im Seminar „Einführung in die Didaktik“ umgeben von Drittsemestern und die einzige, die ihren Laptop mitgebracht hat, um in Vorbereitung auf das Examen mitzuschreiben. Heute und morgen bin ich auf Abschiedspartys von Freundinnen, die ihr Examen bestanden haben und die Stadt verlassen. Eine andere Freundin hat ihre Prüfung vorgestern nicht bestanden und ist zu ihren Eltern geflüchtet.
Irgendwie ist gerade alles turbulent und emotional überfordernd für mich. Ich weiß noch nicht, wann ich richtig ankommen werde in diesem Semester, oder ob man das im allerletzten Semester überhaupt. Ist es überhaupt das letzte Semester? Ich gehe stark davon aus, alles auf die Reihe zu bekommen, aber unvorhergesehene Wendungen gibt es immer wieder. Zum Beispiel benötige ich noch ein Kompaktseminar, um am Examen teilnehmen zu können, aber genau dann habe ich eventuell einen wichtigen medizinischen Eingriff. Ich bin also auf die Kulanz des Leiters angewiesen, den ich bisher nicht kennengelernt habe und daher nicht einschätzen kann.
Die offizielle Anmeldung zum Examen ist in zwei Wochen. Danach spreche ich mit meiner Prüferin die Themen durch. Ich bin darauf noch überhaupt nicht vorbereitet, wollte nur, dass sie meine Themenformulierungen absegnet. Eine Gliederung oder Literaturliste habe ich noch nicht erstellt. Die Themen sollten aber passen, eine meiner Freundinnen, die es schon geschafft hat, hatte zufällig sehr ähnliche Themen gewählt und mir ihre Materialien überlassen. So bin ich recht entspannt, nun ist erst einmal die wissenschaftliche Arbeit dran. Da sich die Prüfungsthemen auf Seminare beziehen, muss ich nur altes Wissen noch einmal mobilisieren und komme vielleicht aus dem Stegreif mit einer 4,0 durch die Prüfung. Das wird aber leider nur drei von vier Prüfungen betreffen. In Psychologie haben mir die Seminare, die ich selbst besucht habe, überhaupt nicht gefallen, weshalb ich auf das Thema einer Freundin ausweichen werde, das ich mir mit ihrer Hilfe neu aneignen muss. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, alles rechtzeitig zu schaffen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 23, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Oct 23, 2017