interaktiv

Die Lehrer von morgen

Referatsgruppenstress

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

06.12.2017

Vergangenen Donnerstag musste ich mit drei weiteren Kommilitonen eine Unterrichtsstunde zum Thema Hauskatze präsentieren. Es gab kein einziges Treffen, an dem die Gruppe vollzählig war. Am ersten Termin hatte eine verschlafen, am nächsten verpasste der andere den Zug und beim dritten war eine krank. Na ja, immerhin konnte ich immer anwesend sein und hatte einen Überblick über unser Vorgehen.
Dennoch schienen meine Anprangerungen in unserer Facebook-Gruppe nicht zu fruchten. Keiner wollte sich bereit erklären, bestimmte Teile zu übernehmen – eiserne Stille. Selbst als ich zum gefühlt hundertsten Mal meinte, es fehlt noch die Ausarbeitung von ihnen, antwortete niemand. Zwei Stunden vor unserer Unterrichtsstunde konnte ich also nicht die gewünschten Unterlagen für Dozent und Studierende ausdrucken, da der Schluss der Ausarbeitung fehlte. Als ich dann eine Stunde vor Beginn zur Vorbereitung kam, war wie erwartet, nur eine Kommilitonin da. Eine halbe Stunde später trollten dann die anderen beiden ein. Der eine musste seine Arbeitsblätter noch in der Bibliothek kopieren, die andere noch ihr Arbeitsblatt vorbereiten. Ich fragte mich, was sie denn überhaupt zu Hause gemacht hatte. Wenigstens hatte eine aus unserer Gruppe ihren Laptop mitgebracht – doch als ich ihn starten wollte, blieb der Bildschirm schwarz. Sie schaute entsetzt, wühlte nervös in ihrer Tasche, fand aber ihr Ladekabel nicht. Der andere Referent hatte zum Glück auch noch einen Laptop dabei.
Trotzdem: Ich war stinksauer! Und das war nicht alles: Ich fragte, ob sie die didaktischen Prinzipien, die wir untereinander aufgeteilt hatten, dabei haben. Entsetzte Blicke trafen mich. Sie dachten, die Präsentation davon wäre erst nächste Woche. Ich blieb ruhig, brodelte aber innerlich – und sowas will Lehrer werden!
Der Scherz an der Sache: Sie kamen damit durch. Unser Unterricht dauerte länger als geplant, was zur Folge hatte, dass wir keine Zeit mehr für die didaktischen Prinzipien hatten. Sie mussten es also nicht einmal der Dozentin beichten. Ich bin so froh, dass die Glühweinzeit schon begonnen hat!

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