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Die Lehrer von morgen

Die Geschichte des kleinen Engels Nussbaum

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

22.12.2017

Übermorgen ist Heiligabend! Dieses Jahr habe ich mir etwas ganz Persönliches als Weihnachtsgeschenk für meine Freundinnen überlegt: Ich schrieb für sie „Die Geschichte des kleinen Engels Nussbaum“. Ich habe mir viel Mühe gegeben und bin gespannt auf ihre Reaktionen. Hier eine Kurzfassung für euch:
Nussbaum war ein kleiner tollpatschiger Engel. Er lernte langsamer als andere, wusste weniger und hatte einen lahmen Flügel. Oft wurde er deswegen sehr traurig, verzog sich in seinen leuchtenden Stern und fragte den lieben Gott, weshalb er so anders ist. Immerhin konnte er sich damit aufmuntern, an die schönste Zeit im Jahr zu denken: Weihnachten. Er liebte es, die Kinder auf der Erde lachen zu sehen, zu beobachten, wie sie wild im Kreis tanzten und ihre Eltern allerliebst umarmten. Er war verliebt in die Wärme, die an Weihnachten in den Menschenherzen herrschte.
Während den Vorbereitungen pflückte jedes Engelchen grüne Mistelzweige, sammelte von den Bienen warmes Wachs für die Kerzen und formte glänzende Christbaumkugeln. Nussbaum allerdings konnte mit seinem lahmen Flügel nicht mithalten. Er flüchtete in seinen Stern und weinte bittere Tränen, denn er konnte den Menschen kein schönes Weihnachtsfest bereiten. Doch da sprach eine Stimme zu ihm: „Aber, aber lieber Nussbaum, warum bist du so traurig?“ Nussbaum schluchzte: „Ach, ich bin kein richtiger Engel. Ich verstehe so wenig von den Dingen, die ein Engel können sollte, und mit meinem lahmen Flügelchen bin ich unbrauchbar.“ Die Stimme erwiderte: „Mein lieber Nussbaum, ein Engel muss nicht nur sein Handwerk beherrschen. Er muss vor allen Dingen ein warmes und großes Herz haben.“
Nussbaum schaute auf – daran hatte er noch nie gedacht. Ohne zu überlegen, holte er einen Hammer und zerschlug seinen geliebten großen, hell leuchtenden Stern. Mit einem Stoß zerfiel dieser in unendlich viele kleine Sternlein. Nussbaum packte sie alle in einen großen braunen Sack und glitt auf die Erde hinunter.
Mit seinem leuchtenden Beutel zog er durch die Gassen. Er gab jedem armen, kranken, eingeschränkten oder geflüchteten Menschen einen seiner geliebten Sternlein – und auch jenen, die eigentlich kein solches Lichtlein am Heiligabend verdient gehabt hätten. Denn der kleine Nussbaum hatte erkannt, dass kein Mistelzweig, keine Kerze und auch keine schöne Christbaumkugel Heiligabend so wohlig warm machten, wie die Nächstenliebe zu einem jeden.

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