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Die Lehrer von morgen

Begabungen

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

12.01.2018

Wer sagt schon von sich selbst, begabt zu sein; besser zu sein, als jemand anderes; einer, der sein Gebiet exzellent beherrscht? Meiner Einschätzung nach braucht man heutzutage Begabungen, um eine Chance auf Stipendien zu haben oder von Dozenten oder Kommilitonen respektiert zu werden. Sonst ist man nur eine Matrikelnummer von vielen.
Aber was ist eigentlich Begabung? Laut Duden ist es eine angeborene Befähigung, gute Leistung zu erbringen. Doch woher weiß ich, ob ich dem entspreche? Ich liebe es zum Beispiel, die Saiten an meiner Gitarre anzuschlagen, Klaviertasten zu drücken und meine Stimme nach Gefühl einzusetzen. Ich liebe es, mich von der Melodie treiben zu lassen. Einen Moment lang ein Gefühl von Sorglosigkeit zu tragen. Kein lebloser Computer zu sein, der nach vorgegebenem System läuft. Ich schwimme mit dem Strom, aber die Geschwindigkeit und wie ich mich bewege, bestimme nur ich.
Dabei spiele ich schlecht Gitarre, beherrsche nur wenige Griffe, fühle zwar den Takt, aber kann kaum Melodien reproduzieren. Bin ich also unmusikalisch, da ich keine gute Leistung erbringe oder diese Fähigkeit nicht angeboren ist? Besteht sie aus starren Noten, Takten und Wiederholungen? Oder reicht allein das Gefühl aus, sich tragen zu lassen, um musikalisch zu sein? Und ist man wirklich von Geburt an sportlich? Oder erfordert es nicht eher viel Selbstbeherrschung, Ehrgeiz sowie tägliches oft stundenlanges Training, um gute Leistungen zu erbringen.
Begabt kann man in ganz verschiedenen Bereichen sein: Sind etwa Tugenden wie Hilfsbereitschaft auch eine Begabung, die man messen könnte? Und sind sie es auch dann, wenn sie eher im Innern stattfinden?
Ich finde es spannend, diesen Fragen nachzugehen und die Definition auf den Kopf zu stellen.

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