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Die Lehrer von morgen

Unverhofft WG-Mutti

In WGs wohne ich schon seit 2012 –mit der kleinen Unterbrechung während meines Auslandssemesters in Israel. Meistens war ich in diesen WGs eher eine der unordentlichen Personen – allerdings nie eklig und wenn es Putzpläne gab, habe ich mich an diese gehalten. Aber der eine oder andere hatte peniblere Vorstellungen vom Putzen, wollte, dass ich mit der Zahnbürste in irgendwelchen Ecken herumschrubbte und so weiter. Ich mag es sauber, aber man muss es auch nicht übertreiben. Wenn ich mal eine schöne Wohnung nur für mich haben werde und keine Kompromissentscheidungen mit anderen mehr treffen muss, werde ich in dieser Frage vielleicht anders drauf sein.
Aber trotz meiner entspannten Haltung habe ich in meiner aktuellen WG irgendwie die Mutti-Rolle eingenommen. Ich bin selbst total überrascht darüber und muss mich darin noch zurechtfinden. Meine Mitbewohnerinnen sind alle kürzer als ich in der WG, jünger und weniger weit in ihrem Studium. So weit so gut, das müsste ja noch nichts heißen. Sie haben aber auch deutlich weniger WG-Erfahrung als ich: Zwei der drei sind direkt von ihren Eltern in diese Wohnung gezogen und alle drei fahren jedes Wochenende zu ihren Familien. Sie können durchaus putzen und sind nicht stinkfaul, aber sie sind es noch nicht gewohnt, Verantwortung für eine Wohnung zu übernehmen. Oft brennt, wenn ich spät abends nach Hause komme, Licht in der Küche, weil es keiner vor dem Schlafengehen ausgemacht hat. Genauso ist es mit Fenstern – alle lüften brav nach ihrem Duschgang, aber oft denkt niemand daran, das Fenster auch wieder zu schließen. Einmal kam ich an einem Samstag nach Hause und es waren sowohl das Küchen- als auch das Badfenster geöffnet, obwohl seit Donnerstag keiner mehr in der Wohnung war. Auch stelle ich oft den Müll schon mal in den Hausflur, um ihn beim nächsten Mal mit runterzunehmen (wir wohnen im vierten Stock und gehen selten extra deshalb runter). Am nächsten Tag steht er immer noch da, obwohl alle drei bereits in der Uni sind, also an der Tüte vorbeigingen. Solche Kleinigkeiten nerven mich zunehmend und ich denke, ich muss das mal ansprechen.
In solchen Momenten merke ich, dass die Jahre nicht spurlos an mir vorübergezogen sind – ich bin selbstständiger und verantwortungsbewusster geworden.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jan 15, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jan 15, 2018

Die Lehrer von morgen

Begabungen

Wer sagt schon von sich selbst, begabt zu sein; besser zu sein, als jemand anderes; einer, der sein Gebiet exzellent beherrscht? Meiner Einschätzung nach braucht man heutzutage Begabungen, um eine Chance auf Stipendien zu haben oder von Dozenten oder Kommilitonen respektiert zu werden. Sonst ist man nur eine Matrikelnummer von vielen.
Aber was ist eigentlich Begabung? Laut Duden ist es eine angeborene Befähigung, gute Leistung zu erbringen. Doch woher weiß ich, ob ich dem entspreche? Ich liebe es zum Beispiel, die Saiten an meiner Gitarre anzuschlagen, Klaviertasten zu drücken und meine Stimme nach Gefühl einzusetzen. Ich liebe es, mich von der Melodie treiben zu lassen. Einen Moment lang ein Gefühl von Sorglosigkeit zu tragen. Kein lebloser Computer zu sein, der nach vorgegebenem System läuft. Ich schwimme mit dem Strom, aber die Geschwindigkeit und wie ich mich bewege, bestimme nur ich.
Dabei spiele ich schlecht Gitarre, beherrsche nur wenige Griffe, fühle zwar den Takt, aber kann kaum Melodien reproduzieren. Bin ich also unmusikalisch, da ich keine gute Leistung erbringe oder diese Fähigkeit nicht angeboren ist? Besteht sie aus starren Noten, Takten und Wiederholungen? Oder reicht allein das Gefühl aus, sich tragen zu lassen, um musikalisch zu sein? Und ist man wirklich von Geburt an sportlich? Oder erfordert es nicht eher viel Selbstbeherrschung, Ehrgeiz sowie tägliches oft stundenlanges Training, um gute Leistungen zu erbringen.
Begabt kann man in ganz verschiedenen Bereichen sein: Sind etwa Tugenden wie Hilfsbereitschaft auch eine Begabung, die man messen könnte? Und sind sie es auch dann, wenn sie eher im Innern stattfinden?
Ich finde es spannend, diesen Fragen nachzugehen und die Definition auf den Kopf zu stellen.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jan 12, 2018
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jan 12, 2018

Die Lehrer von morgen

Das Problem des leeren Terminkalenders

Ich konnte heute das erste Mal seit langer Zeit ausschlafen. Gestern war ich mit einer Freundin auf einem Konzert, die ich etwa ein Jahr lang nicht gesehen hatte, und sie hat danach bei mir übernachtet. Für heute hatten wir keine Pläne – warum also einen Wecker stellen?
Dass das mittlerweile etwas Besonderes geworden ist, hat mich selbst überrascht. In den ersten Semestern war das viel häufiger möglich, ich war ständig auf irgendwelchen Partys und es war keine Seltenheit, dass ich erst zum Mittagessen aufstand. Jetzt könnte ich mich dafür ohrfeigen, wenn ich mal erst um neun aufstehe, obwohl ich es bereits um sieben vorgehabt hatte. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Das Ende des Studiums rückt näher und in diesem Semester muss ich alle Arbeiten fristgerecht abgeben – das ewige „ich schieb die Hausarbeit lieber noch“ hat endlich ein Ende. Dazu kommt, dass ich nur noch drei Seminare habe. Zwei davon sind sogar freiwillig und dementsprechend bleibt sehr viel Zeit zur freien Einteilung. Das fällt mir aktuell sehr schwer. Wenn ich zu Hause bin, setze ich mich zwar an den Schreibtisch und versuche mit meiner Wissenschaftlichen Arbeit weiterzukommen. Das Problem ist aber, dass ich selten zu Hause bin. Ich bin es gewohnt, mit Freunden etwas zu unternehmen, wenn mein Terminkalender sagt, dass ich Zeit habe. Doch nun sind die anfangs so leeren Wochen ganz schön verplant. Nicht mit Uni, sondern mit Freizeitaktivitäten. Wann ich meine Wissenschaftliche Arbeit schreiben soll, weiß ich nicht. Aktuell habe ich schon zwölf Seiten geschrieben – das ist schon mal ein guter Anfang, aber darauf sollte ich mich nicht ausruhen. Im Gegenteil, ich sollte erst recht durchstarten. Denn wenn ich mit der Arbeit fertig bin, sollte ich mich am besten direkt in die Examensvorbereitung stürzen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 8, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: orientieren
Jan 8, 2018