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Die Lehrer von morgen

Vier gewinnt!

Vier Uhr morgens an einem Donnerstag im März, irgendwo in Bonn. Eine sehr müde, aber auch sehr glückliche Janna verabschiedet sich von den Menschen, mit denen sie gerade mehrere Stunden lang getanzt und gefeiert hat. Heute hatte sie ihre letzte Klausur des Semesters geschrieben, nämlich die Nachklausur für die verhauene in Analysis III.
Nachklausuren sind anstrengend. Man ist nicht mehr so motiviert zu lernen, weil man den Stoff ja schon einmal durchgekaut hatte – leider zuvor ohne Erfolg. Ich hatte dieses Mal eigentlich das Gefühl, dass alles halbwegs gut gelaufen war. Und da ich von der Tutorin meines Vertrauens wusste, dass erst am Freitag korrigiert werden würde, konnte ich meine neue Freiheit genießen.
Dieses Glücksgefühl währte aber nicht lange. Am Freitag hörte ich nämlich von besagter Tutorin, dass ich laut Excel-Tabelle des Dozenten gerade einmal sechs Punkte geholt hätte – mindestens vier zu wenig! Das Wochenende war gelaufen – ich war gereizt, stritt mich mit meinen Eltern und Geschwistern und hatte wenig Lust auf anstehende Aufgaben. Im Online-Portal der Uni war meine Note noch nicht eingetragen, dabei hätte die schlechte Nachricht einer 5,0 wenigstens für Klarheit gesorgt. So war ich nur noch genervter.
Am Dienstagmorgen konnten wir dann die Klausuren einsehen. Zehn Punkte brauchte man zum Bestehen, aber davon waren meine sechs ja zu weit entfernt. Doch als ich meine Klausur in Augenschein nahm, stellte ich fest, dass ich mehr als sechs Punkte erreicht hatte. Eine Aufgabe war wohl übersehen worden, zwei weitere nachkorrigiert und mit mehr Punkten versehen. Ich rechnete einmal nach, ein zweites Mal, ein drittes Mal: „… das sind ja knapp mehr als zehn Punkte! Ich habe bestanden!“
Auch wenn es blöd klingt, war ich über diese 4,0 fast genauso froh wie über meine 1,0 in der Bachelorarbeit. Erleichtert und deutlich besser gelaunt, konnte ich danach wieder nach Hause fahren. Die nächsten Wochen bis Semesterbeginn kann ich jetzt endlich genießen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Mar 28, 2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
Mar 28, 2018

Die Lehrer von morgen

Mutter-Tochter-Konflikte

Am Wochenende war ich zu Gast in einer Landeskirchlichen Gemeinschaft. Zweimal im Jahr wird hier ein sogenanntes Frauenfrühstück angeboten, bei dem ein Referent ein bestimmtes Thema präsentiert, man gemeinsam singt und sich am reichhaltigen Frühstücksbuffet bedient. Diesmal handelte der Vortrag von Tochter-Mutter-Konflikten. Referentin war eine pensionierte Pfarrersfrau, die sich drei Hauptpunkten widmete:
Erstens ging es um die allgemeine Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Es gibt Mütter, die sehr fürsorglich sind und andere, die sich weniger kümmern. Anhand eines kleinen Sketches illustrierte die Referentin beiden Typen. Ebenso zeigte sie so auf, dass Töchter von ihren Müttern geprägt sind und gerne in ähnliche Verhaltensmuster wie diese fallen, was viele zum Schmunzeln brachte.
Der zweite Aspekt war der Umgang miteinander. Die Quintessenz war: Akzeptiere deine Mutter so, wie sie ist, denn in der Bibel heißt es: Du sollst deine Mutter ehren (vgl. 5.Mose 5,16). Gibt es Streitpunkte, sollen beide Seiten zurückstecken können.
Drittens berichtete die Referentin über Schuldgefühle. Gibt es Konflikte zwischen Mutter und Tochter, die schon verjährt sind, aber dennoch immer wieder hochkochen, braucht man Mut, um diese auszuräumen. Man könnte einen Brief schreiben oder das Gespräch suchen. Auf alle Fälle müsse man sich von dieser Last befreien – denn es könnte irgendwann zu spät dafür sein.
Das wusste sie aus eigener Erfahrung: Als ihre Mutter im Sterben lag, wünschte sie sich, bei ihrem Tod nicht allein sein zu müssen. Die Referentin hatte mit dem Personal des Altersheims vereinbart, dass sie sie anrufen sollen, sollte sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtern. Doch als es eines Nachts soweit war, hatte sie den Anruf überhört – und kam zu spät: Ihre Mutter war alleine gestorben, die Tochter hatte ihr Versprechen nicht eingehalten. Bis heute sei ihr das eine schwere Last. Um damit fertig zu werden, besuchte sie regelmäßig die Seelsorge, fasste allen Mut zusammen und schrieb einen Brief an ihre verstorbene Mutter. In diesem entschuldigte sie sich aufrichtig und ließ alle Last los, die sie quälte.
Ich habe aus diesem Vortrag für mich persönlich mitgenommen, meine Mutter so anzunehmen, wie sie ist, und Konfliktsituationen zu vermeiden. Denn ich bin sehr froh, sie zu haben!

Die Lehrer von morgen

Land unter

Bei mir ist aktuell Land unter. Mein Leben wird dominiert von zwei großen, sehr schönen Themen: Ich bin drauf und dran mein Studium zu beenden und mit meinem Freund in unsere erste gemeinsame Wohnung zu ziehen. Wir haben eine schöne Bleibe gefunden und der Umzug ist Ende März geplant. Auch mit meinen Vorbereitungen für die Examensprüfungen im März und April läuft es ganz gut.
Trotzdem befinde ich mich gerade in einem merkwürdigen Schwebezustand. Einerseits ist alles so real, andererseits habe ich Sorge, mich zu sehr darauf zu verlassen, dass alles gut geht. Ich schreibe bereits Bewerbungen für Jobs ab Mai, in deren Anschreiben ich selbstverständlich erwähne, im April mein Studium zu beenden. Manchmal tut es gut, das so selbstbewusst auszusprechen. Doch es ängstigt mich auch, dass es nicht in meinen Plan passt, krank zu werden oder eine Prüfung nicht zu bestehen.
Heute ist so ein Tag, an dem ich ein ungutes Bauchgefühl habe. Für den Umzug ist so vieles noch nicht erledigt, etwa der Kauf einer Waschmaschine oder das Vereinbaren eines Termins für die Schlüsselübergabe. Und diese Prüfungen sind einfach unberechenbar, egal wie gut ich mich vorbereitet habe, denn sie sind alle mündlich. Das hat viele Vorteile: Man kann zum Beispiel Dinge richtigstellen, wenn man missverstanden wird, und auch in gewissem Maße das Prüfungsgeschehen auf das lenken, was man weiß. Allerdings sind mündliche Prüfungen stark abhängig von der jeweiligen Tagesform aller Beteiligten und man kann sich nicht so viel Zeit zum Antworten nehmen. Ich brauche aber immer etwas länger, um mich in einer Frage sicher positionieren und eine gute Antwort geben zu können. Nach der Prüfung erfahren wir direkt unsere Note. Im schlimmsten Fall wird man also stark demotiviert für die nächste Prüfung, ein positives Feedback dagegen könnte wiederum ein Ansporn sein. Ihr seht: Alles hat letztlich ein Für und Wider.
Dabei versuche ich nicht aus den Augen zu verlieren, dass es sich hier eigentlich um schöne Dinge handelt. Es fällt mir zwar schwer, Umzug und Examen gleichzeitig zu stemmen. Aber wenn alles gut geht, werde ich bereits am 27. April um etwa 10 Uhr morgens der glücklichste Mensch auf dieser Welt sein!

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 20, 2018