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Die Lehrer von morgen

Entwurzelung

Meine Mutter erzählt gerne, dass ich als kleines Kind Angst vor Türschwellen hatte. Ich krabbelte darauf zu und schrie dann so lange, bis jemand kam, mich auf den Arm nahm und darüber trug. Meiner Interpretation nach ist das ein Vorzeichen dafür gewesen, wie gut ich heute mit neuen Situationen klarkomme – nämlich gar nicht. Wenn der Supermarkt meines Vertrauens meine Lieblingsmarmelade aus dem Sortiment nimmt, werde ich knatschig. Wenn auf meinem Uniweg plötzlich ein Haus in einer anderen Farbe gestrichen wurde, irritiert mich das monatelang. Und war jemand aus meinem Bekanntenkreis beim Frisör, kommentiere ich das mit einem kritischen: „Du siehst irgendwie anders aus!“
Angesichts dessen war es nur verständlich, dass mein Papa sehr vorsichtig war, als er mich voriges Jahr anrief, um mir mitzuteilen, dass er sich für eine neue Stelle beworben hatte; in einer anderen Stadt, in die meine Eltern dann auch ziehen würden. Meine Reaktion war in dem Moment nur: „Okay, Papa, danke fürs Mitteilen, ich muss jetzt weiter an meiner Bachelorarbeit schreiben.“ Er hatte irgendwie mehr Gegenwehr erwartet.
Tatsächlich war ich auch nach der Abgabe von mir selbst überrascht, wie wenig mich das störte. Seit ich nach Bonn gezogen bin, fahre ich etwa einmal pro Monat nach Hause, abgesehen von Weihnachten allerdings selten länger als zwei Tage. Mein Zimmer in Mettmann ist eher eine Zeitkapsel aus meiner Jugend. Dort sind all die Bücher, Poster und Bilder aus meiner Schulzeit und ein Bett, das schon eine ganze Weile nicht frisch bezogen wurde, weil ich es fast nie benutze. Dennoch ist es das Zimmer, in dem ich aufgewachsen bin, in dem meine Freundinnen und ich Pläne geschmiedet haben, in dem ich bis nach Mitternacht mit dem süßen Typen aus der 9c gechattet habe, das immer Rückzugsort war.
Doch mir wurde nun klar, dass das Haus meiner Eltern nur wegen meiner Familie mein Zuhause war – mein wirkliches Zuhause ist nun aber Bonn.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 7, 2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 7, 2018

Die Lehrer von morgen

Großeltern zu Besuch

Heute besuchten mich meine beiden Großeltern aus der Heimat. Sie sind Mitte 70, aber dennoch fit genug, um mit mir einen tollen Tag zu gestalten. Zunächst begutachteten sie mein Studentenwohnheim und mein Zimmer. Sie studierten jedes Detail und fanden es sehr wohnlich.
Daraufhin übernahm ich das Steuer: Wir fuhren zur neuen Mensa, ein echtes Highlight, bei dem mehr geschaut als gesprochen wurde. Wir aßen einen Gyroswrap mit Zaziki, was meinem Opa sehr neu und suspekt erschien. Dennoch verputzte er ihn komplett und ließ es sich schmecken. Meine Oma schmunzelte nur, da er das Schild wieder einmal nicht genau angesehen hatte. Normalerweise lehnt er Maisfladen ab.
Nach dem Essen besuchten wir das Shalom Europa Museum inklusive der Synagoge. Mein Opa sah ziemlich lustig mit der Kippa aus, die er in der jüdischen Kirche tragen musste. Wir wurden von einer sehr netten Dame herumgeführt, die uns einiges über die jüdische Gemeinde und deren Geschichte erzählte. Eigentlich muss man Führungen vorab buchen. Trotzdem nahm sie sich viel Zeit für uns spontane Besucher und gab uns eine Einzelführung.
Anschließend tranken wir eine Tasse Kaffee in der Innenstadt und genossen ein Stück Torte – ich natürlich eine zuckersüße Schokoladentorte!
Wir schlenderten daraufhin ans Mainufer und genossen das herrliche Wetter. Ein Bänklein wurde von uns beschlagnahmt, dass von wunderschön blühenden Tulpen und Osterglocken umringt war. Dort saßen wir bis meine Großeltern die Heimreise antraten. Die gemeinsame Zeit tat richtig gut und ich bin sehr dankbar dafür, solch tolle Großeltern zu haben!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  May 7, 2018
Autor: Eva
Rubrik: studium
May 7, 2018

Die Lehrer von morgen

Iyi günler! – Guten Tag!

„Türkisch für Anfänger“ – so ziemlich jeder kennt wohl diese Serie beziehungsweise diesen Film. Nun bin ich ebenso ein Anfänger, der sich dieses Semester ans Türkische wagt.
Gestern besuchte ich zum ersten Mal den Türkisch-Kurs A1, der am Sprachenzentrum der Universität Würzburg angeboten wird. Eine Muttersprachlerin hält den Kurs, was natürlich besonders Spaß macht, da sie ihre Kultur gut vermitteln kann. Wir lernten bereits uns vorzustellen: Wo wohne ich? Wie alt bin ich? Und was studiere ich? Zudem erfuhren wir etwas über die Geschichte der Türkei.
Viele fragen sich jetzt wahrscheinlich, weshalb ich mir ausgerechnet das Türkische aneignen will. Als Lehrkraft lehrt man vor heterogenen Klassen. Diversität, vor allem an der Förderschule, ist unabdingbar. Ich lernte damals im Praktikum einen Schüler kennen, der zweisprachig deutsch-türkisch aufgewachsen ist. Er ignorierte vor allem bei weiblichen Lehrkräften Anweisungen, die auf Deutsch gestellt wurden. Eines Tages ermahnte ihn eine Aushilfslehrkraft, deren Muttersprache auch Türkisch war, auf Türkisch, was sogleich Wirkung zeigte. Er folgte den Anweisungen und zeigte ihr gegenüber Respekt.
Natürlich kann man niemals alle Sprachen lernen, die in der Klasse vertreten sind. Dennoch haben vor allem in den Großstädten viele Kinder türkische Wurzeln. Selbst bei Elterngesprächen könnte ich durch einige Worte auf Türkisch meine Toleranz und Anerkennung gegenüber ihrer Kultur verdeutlichen, dachte ich mir. Eventuell kann ich auf diese Weise als weibliche Lehrkraft ihren Respekt gewinnen. Es bringt also nur Vorteile, die Zeit während des Studiums zu nutzen, um mich möglichst gut auf die Zukunft vorzubereiten. In diesem Sinne: Güle güle – Auf Wiedersehen!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Apr 23, 2018
Autor: Eva
Rubrik: studium
Apr 23, 2018