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Die Lehrer von morgen

Experimente im Biologieunterricht

Experimente und Versuche waren für mich früher die Highlights des Biologieunterrichts. Leider kamen diese oft zu kurz und der Schulstoff blieb abstrakt. Der Lehrstuhl für Biologiedidaktik an der Universität Würzburg möchte dies ändern. Ich besuche derzeit ein Seminar, das sich um Arbeitstechniken und Schulversuche dreht. Wir behandeln verschiedene Themenschwerpunkte und probieren uns an passenden Experimenten oder Versuchen aus.
Dabei ist es wichtig, den Unterschied zwischen diesen Methoden zu kennen: Bei einem Experiment soll eine vom Lehrer vorgegebene These überprüft werden, indem Faktoren verändert und variiert werden. Zudem gibt es eine Kontrollgruppe. Bei einem Versuch hingegen bleiben die Faktoren gleich, denn das Ergebnis ist nicht von vornherein klar, sondern wird durch Beobachtung erhoben.
Ein Thema in meinem Seminar war beispielsweise die Atmung. Es wurden Experimente und Versuche zur Zwerchfellatmung, zur Rippenatmung, zum Brustfell oder zur Bestimmung des Atemvolumens vorgestellt. Vor der Durchführung stellten wir Vermutungen auf, beobachten dann und deuteten danach, ob das Experiment beziehungsweise der Versuch für den Unterricht geeignet wäre oder nicht. Beachtet werden müssen Aufwand, Zeit und Nutzen.
Ich gehe gerne zu diesem Seminar, denn als angehende Lehrerin bin schon jetzt sicherer mit und offener gegenüber Experimenten und Versuchen im Unterricht geworden. Zudem kristallisieren sich besonders geeignete Schulversuche heraus, die sich gut im Unterricht umsetzen lassen. Ich erkenne, wie wichtig es ist, nicht nur reines Wissen zu vermitteln, sondern auch dessen Anwendung aufzuzeigen. Alles in allem ist das Seminar praxisnah, was im theoretischen Studium oft zu kurz kommt.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  May 14, 2018

Die Lehrer von morgen

Nostalgie im Kinderzimmer

Die neue Stelle meines Vaters rief in der ganzen Familie ambivalente Gefühle hervor. Während meine Mutter konstant an seiner Seite stand, durchlief mein Vater alle Phasen von generellen Zweifeln („Will ich diesen Job wirklich?“) über Selbstzweifel („War mein Auftritt im Vorstellungsgespräch gut genug?“) bis zu Überzeugung („Es fühlt sich richtig an“). Mein Bruder – seit Kurzem volljährig – wollte nicht mit umziehen und sucht sich nun lieber in Mettmann eine eigene Wohnung. Meine Schwester bestärkte meine Eltern in ihrem Vorhaben, hatte aber gleichzeitig gemischte Gefühle, da ihre beste Freundin derzeit noch direkt gegenüber von uns wohnt – der Umzug bedeutet definitiv eine große Veränderung für sie.
Und ich? Keine Ahnung ... Ich empfand nur Stress, weil der Umzug bedeuten würde, dass ich meine Semesterferien damit verbringen würde, all den Kram in meinem alten Kinderzimmer zu sortieren.
Und so kam es dann auch: Nach einer Woche in Berlin lautete meine Devise: einpacken oder wegschmeißen. Besonders beim Durchgehen der alten Schulsachen kamen viele Erinnerungen hoch: Zettelchen, die im Unterricht geschrieben wurden mit tiefschürfenden Diskussionen, zum Beispiel über Jungs, in die man gerade verliebt war oder die gerade in einen verliebt waren. Die seit der 8. Klasse sorgfältig notierten witzigen Aussprüche von Lehrern und Schülern. Aufsätze aus der Unterstufe, als mein Weltbild noch etwas einseitiger war als heute. Dazu kamen noch unzählige Bücher und viele andere Dinge, die mich sehr nostalgisch werden ließen.
Und dann war es tatsächlich soweit: Mein altes Zimmer war leer, alle Kisten wahlweise in Bonn oder bei meinen Eltern im Keller untergebracht. Ein letztes Mal saß ich mit meiner Familie im verwaisten Wohnzimmer und aß Spinatpizza, das war dann das Ende unserer Zeit in Mettmann. Als ich abends in der Bahn nach Bonn saß, spürte ich dann doch eine Emotion: Erleichterung. In der alten Stadt sind viele Dinge passiert, die ich lieber vergessen würde; klar, auch ebenso viele gute, doch die verbinde ich eher mit Menschen, die es ja trotzdem noch gibt. Der Auszug aus der Kindheitsheimat ist ein Schritt ohne Altlasten in Richtung Zukunft – und das fühlt sich verdammt gut an.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 14, 2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 14, 2018

Die Lehrer von morgen

Entwurzelung

Meine Mutter erzählt gerne, dass ich als kleines Kind Angst vor Türschwellen hatte. Ich krabbelte darauf zu und schrie dann so lange, bis jemand kam, mich auf den Arm nahm und darüber trug. Meiner Interpretation nach ist das ein Vorzeichen dafür gewesen, wie gut ich heute mit neuen Situationen klarkomme – nämlich gar nicht. Wenn der Supermarkt meines Vertrauens meine Lieblingsmarmelade aus dem Sortiment nimmt, werde ich knatschig. Wenn auf meinem Uniweg plötzlich ein Haus in einer anderen Farbe gestrichen wurde, irritiert mich das monatelang. Und war jemand aus meinem Bekanntenkreis beim Frisör, kommentiere ich das mit einem kritischen: „Du siehst irgendwie anders aus!“
Angesichts dessen war es nur verständlich, dass mein Papa sehr vorsichtig war, als er mich voriges Jahr anrief, um mir mitzuteilen, dass er sich für eine neue Stelle beworben hatte; in einer anderen Stadt, in die meine Eltern dann auch ziehen würden. Meine Reaktion war in dem Moment nur: „Okay, Papa, danke fürs Mitteilen, ich muss jetzt weiter an meiner Bachelorarbeit schreiben.“ Er hatte irgendwie mehr Gegenwehr erwartet.
Tatsächlich war ich auch nach der Abgabe von mir selbst überrascht, wie wenig mich das störte. Seit ich nach Bonn gezogen bin, fahre ich etwa einmal pro Monat nach Hause, abgesehen von Weihnachten allerdings selten länger als zwei Tage. Mein Zimmer in Mettmann ist eher eine Zeitkapsel aus meiner Jugend. Dort sind all die Bücher, Poster und Bilder aus meiner Schulzeit und ein Bett, das schon eine ganze Weile nicht frisch bezogen wurde, weil ich es fast nie benutze. Dennoch ist es das Zimmer, in dem ich aufgewachsen bin, in dem meine Freundinnen und ich Pläne geschmiedet haben, in dem ich bis nach Mitternacht mit dem süßen Typen aus der 9c gechattet habe, das immer Rückzugsort war.
Doch mir wurde nun klar, dass das Haus meiner Eltern nur wegen meiner Familie mein Zuhause war – mein wirkliches Zuhause ist nun aber Bonn.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 7, 2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 7, 2018